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der Verlauf des Processes mehrere Tage in Anspruch nimmt, was die Beobachtung des- selben in verschiedenen Stadien, und noch mehr etwa erforderliche Nachhülfe für den Schüler oft ganz unausführbar erscheinen lässt. Die Analyse vollendet dagegen der Schüler unabhängig von der Beihülfe Anderer in ihrem ganzen Umfange allein und, bei Analysen zusammengesetzterer Körper wenigstens bestimmte Abschnitte derselben, in so kurzer Zeit, dass er alle in deren Verlaufe hervortretenden Erscheinungen beobachten und alle erforder- lichen Experimente dirigiren kann. Sodann kommen bei den Analysen weit mehr chemische Gesetze zur Anwendung als bei den Präparatendarstellungen, ja es ist wohl nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, dass bei der einfachsten Analyse eine grössere Anzahl ver- schiedener Processe in Betracht kommt, als bei der complicirtesten Darstellung eines Präparates, welche überhaupt in den Kreis der Schule gezogen werden kann,— und wenn die Analysen nach einem systematischen Gang durchgeführt werden, so kommen darin alle chemischen Gesetze zur Anwendung, welche überhaupt für den Unterricht von Wichtigkeit sind, weshalb die Arbeiten in dieser Form ein dritter Repetitionscursus genannt werden können. Der Umstand, dass bei vielen Analysen dieselben chemischen Gesetze zur Anwen- dung kommen, während man bei Präparatendarstellungen weit mehr Abwechselung eintreten lassen könnte, begründet, weit entfernt ein Nachtheil zu sein, einen wesentlichen Vorzug. In der That, wollte man die Schüler mehrfach Darstellungen von Präparaten vornehmen lassen, welche auf denselben Gesetzen beruhen, so würde man, abgesehen von der Ermü- dung, die dadurch entstehen müsste, da hier die Anwendung des Gesetzes selbst der einzige und letzte Zweck ist, ungefähr in derselben Lage sein, wie wenn ein Lehrer des Lateinischen eine Genusregel immer wieder memoriren liess. Bei den Analysen aber ist die Anwendung des Gesetzes nur ein Mittel zur Erreichung eines anderen Zweckes, zur Gewinnung einer Prämisse für einen zu machenden Schluss, sie erzeugt, da stets in den Resultaten Abwechselung eintritt, keine Ermüdung, bietet aber auf der anderen Seite den grossen Vorzug, dass eben durch ihre Wiederholung, ungefähr, um denselben Vergleich weiter durchzuführen, so wie durch die der Genusregel bei Ausarbeitung der Scripta, die Kenntniss des Gesetzes in besonders gründlicher Weise befestigt wird. Man könnte noch einwenden, dass bei Darstellungen von Präparaten, vorausgesetzt, dass dieser Begriff etwas weit gegriffen, und auch auf gasförmige Körper(die nicht für die Aufbewahrung bestimmt sind) ausgedehnt wird, mehr als bei den Analysen Gelegenheit geboten sei, den Schüler in der exacten Herrichtung von Apparaten zu üben. Doch ist dies einmal nicht der Fall, denn auch die Analysen kann man so leiten, dass Experimente auszuführen sind, welche denselben Nutzen bringen, und überdies ist die Einübung der chemischen Gesetze die Hauptsache, welche der von technischen Handgriffen nicht zum Opfer gebracht werden darf. Freilich setzen wir bei alle diesem voraus, dass die Anleitung zu den Analysen eine richtige sei, und nicht in einer Anhäufung blos mechanisch aufgefasster Kennzeichen be- stehe, dass z. B. nicht als Reactionsmittel nur die Frage benutzt werde, ob beim Ver- mischen gewisser Lösungen ein Niederschlag entsteht oder nicht, und ob derselbe blau odéer weiss aussieht etc. etc., sondern dass der Schüler durch die Anleitung selbst genöthigt werde, vor jedem anzustellenden Versuch über den Process, welcher der betreffenden Re-


