Aufsatz 
Ueber das Verhalten gewisser Salze mit organischen Säuren zu Kupferoxydsalzen / von W. Casselmann
Entstehung
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Der Niederschlag, welcher in seinem Farbenton dem schwefelsauren Salze gleicht, ist kaum in einem für die Analyse geeigneten Zustande von Reinheit zu erhalten. Zu- nächst hat er die unangenehme Eigenschaft sich sehr schwer abzusetzen. Nachdem er eben gefällt worden ist, besitzt er noch eine flockige Beschaffenheit, allein schon nach Aufgiessen des ersten Waschwassers auf den von der Mutterlauge befreiten Niederschlag geht er in einen Zustand so feiner Vertheilung über, dass die Flüssigkeit nach monate- langem Stehen noch stark trübe erscheint und nur ein Theil des Niederschlags zu Boden sinkt. Filter verstopft er in diesem Zustande so vollständig, dass gar nichts mehr durchläuft. Durch Salzlösungen(Kochsalz und Salmiak) erhält er die Eigenschaft sich wieder zu einer leicht sich absetzenden Masse zu vereinigen, sobald dieselben aber abgewaschen werden, geht er wieder in den fein vertheilten Zustand über. Nur wenn er durch eine schwache Glaubersalzlösung zum Absetzen gebracht worden ist, verliert er diese Eigenschaft und er senkt sich dann beim Auswaschen jedesmal ziemlich rasch und vollständig zu Boden. Versucht man den Niederschlag dadurch zu reinigen, dass man zuerst durch Aussüssen mit einer Kochsalzlösung das gelöste Kupfersalz entfernt, hierauf schwefelsaures Natron zufügt und nun das Auswaschen mit reinem Wasser fort- setzt, so zeigt sich das Waschwasser zwar bald frei von Kupfer, allein ein Punkt, an welchem dasselbe frei von Chlor erschien, konnte nicht erreicht werden. Ich unterstelle daher, dass die Verbindung durch Wasser zersetzt wird, und dies um so mehr, als sie bei nur kurzem Kochen mit Wasser die schwarze Farbe des Kupferoxyds annimmt. Da nun überdies ein so behandelter Niederschlag stets einen Gehalt an Schwefelsäure zeigt, so konnte eine Analyse desselben keinen Zweck haben.

Es liess sich jedoch die Zusammensetzung der Chlorverbindung nach dem oben bereits mehrfach erwähnten Verfahren indirekt ausmitteln. Kam derselben nämlich, wie die Analogie mit dem schwefelsauren und dem salpetersauren Salz erwarten liess, die Formel 2(3CuO. CuCl)+ 7 f0 zu, so mussten 4 Aeq. essigsaures Kupferoxyd sich gerade auf mit 1 Aeq. Chlornatrium zersetzen und den Wassergehalt musste das Gewicht der entstandenen Verbindung ergeben. Es wurde daher eine Kochsalzlösung bereitet, welche in 500 CCM. 1,4287 Grm. enthielt; 10 CCM. davon wurden mit 30 CCM. der Lösung von essigsaurem Kupferoxyd vermischt, welche im Liter 6,4932 Grm. desselben enthielt, so dass 0,028574 Grm.(1 Aeq.) Natron- mit 0,1948 Grm,(4 Aeq.) Kupfersalz zusammen- kamen. Um alles lösliche Kupfersalz zu zersetzen war ein mehrmaliges Abdampfen erfor- derlich. Ging die Zersetzung dabei der Formel 2(3 CuO. CuCl)+ 7 HfO entsprechend vor sich, Sso musste der Rückstand aus 0,1064 Grm. dieser Verbindung und 0,0400 Grm. essigsaurem Natron bestehen, also 0,1464 Grm. wiegen. Er hatte in der That genau dies Gewicht. Diese geringe Menge liess sich nach dem Behandeln mit Wasser leicht klar abfiltriren, und die Flüssigkeit zeigte sich vollkommen frei von Kupfer, gab aber, wie zu erwarten stand, mit Silbersalz eine schwache Trübung. Der Niederschlag selbst wog 0,10375 Grm. In verdünnter Salpetersäure gelöst gab er mit salpetersaurem Silberoxyd 0,0430 Grm. Chlorsilber und 0,0170 Grm. Silber, entsprechend 0,01621 6rm. d. h. 15,62 Proc. Chlor. Die obige Formel verlangt 16,29 Proc.