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Werfen wir nun noch einen Blick auf die Vorgänge, welche bei der Darstellung des essigsauren Kupferoxyds nach der Methode von Re ynoso durch Vermischen con- centrirter Lösungen von essigsaurem Natron und schwefelsaurem Kupferoxyd, stattfinden, so ist es dabei natürlich am vortheilhaftesten, gleiche Aequivalente der beiden Salze an- zuwenden. Wie bereits erwähnt worden ist, habe ich bei diesem Versuche, wenn auch unbeträchtliche Mengen, doch stets etwas des basischen schwefelsauren Salzes er- halten. Dieser Niederschlag scheint darauf hinzudeuten, dass die Zersetzung nicht blos Folge eines einfachen Austausches zwischen Säuren und Basen ist, bedingt durch die geringere Löslichkeit des essigsauren Kupferoxyds, sondern dass die Vorgänge ganz so sind, wie bei der Einwirkung verdünnter Lösungen. Zuerst zersetzen sich 3(CH. NaO.) mit 4(CuOSO,), so dass entsteht: 4CuO. SO, und 30,H.O.. In dem concentrirten Zu- stande löst die freie Essigsäure das Salz fast vollständig auf, und wirkt ferner das 4. Aequivalent C. H. NaO. darauf gerade so ein, wie wenn beide mit Wasser eingedampft werden, so dass aus dem basischen Kupfersalz alles Kupferoxyd abgetrennt wird und sich mit der Essigsäure vereinigen kann. Die successive Abnahme der Menge des Nieder- schlags, welche mit der Zunahme der Concentration gleichen Schritt hält, könnte diese Hypothese als sachentsprechend erscheinen lassen.
2. Durch ameisensaures Natron erhalten.
Eine Jösung von am eis ensaurem*) Natron bringt mit einer solchen von schwefel- saurem Kupferoxyd ebenfalls einen Niederschlag hervor, wenn die Lösungen siedend heiss zusammengemischt werden; beim Vermischen kalter Lösungen konnte keine Reaction beobachtet werden. Der Niederschlag erscheint lufttrocken dem durch essig- saures Natron dargestellten vollkommen gleich, zeigt aber beim völligen Austrocknen im Wasserbade die auffallende Eigenschaft, seine Farbe in ein lebhaftes Gelbgrün umzuwandeln. 0,697 Grm. der Substanz verloren dabei nur 0,001 Grm. an Gewicht, ein Beweis, dass mit dieser Farbenveränderung eine Aenderung der Zusammensetzung nicht verbunden ist.
Zur Analyse wurde ein Produkt gewählt, welches bei einem Ueberschuss von Kupfervitriol dargestellt war.
0,9685 Grm. desselben ergaben in salzsaurer Lösung mit Chlorbaryum 0,5075 Grm. schwefelsaure Baryterde, welche enthalten 0,1742 Grm., entsprechend 17,98 Proc. Sechweſelsäure.
0,696 Grm. lieferten bei gleicher Behandlung 0,3615 Grm. schwefelsaure Baryterde, enthaltend 0,1241 Grm., entsprechend 17,83 Proc. Schwefelsäure.
Das Mittel beider Bestimmungen beträgt 17,91 Proc. Schwefelsäure.
*) Die Ameisensäure, welche zu den im Nachstehenden beschriebenen Versuchen benutzt wurde, war nach dem Verfahren von Berthelot durch Destillation von Oxalsäure mit Glycerin dargestellt.
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