7
Lösungen. Kühn fand, dass ein Salz von der Formel 4 Cu O. SO.+ 4 HO niederfalle, wenn man eine Lösung von 4 Aequivalenten Kupfervitriol mit[genau 3 Aequivalenten Kali vermische. Diese Salze werden als leichte, blassblaue Niederschläge beschrieben, sollen erst bei 200⁰0 1 Aequivalent Wasser verlieren und sich dadurch grün färben. Ob die abweichenden Eigenschaften unseres Niederschlags in Farbe etc. von diesen Salzen ihren Grund in dem verschiedenen Wassergehalt oder vielleicht in dem geringen Gehalt an essigsaurem Natron haben, muss dahin gestellt bleiben.
Wie man sieht, war der Niederschlag, dessen Analyse eben beschrieben worden ist, beim Vermischen von Lösungen entstanden, in denen der Kupfervitriol vorwaltete. Es war nun die Frage, ob das Verhältniss, in welchem bei seiner Bildung essigsaures Natron und Kupferęvitriol zu einander stehen, sowie der Concentrationsgrad der Lösungen überhaupt einen Einfluss auf die Zusammensetzung desselben haben. Zu dem Zweck wurde von éinem Niederschlage, welcher durch Vermischen von 100 Grm. krystallisirtem essigsaurem Natron und 91,7 Grm. Kupfervitriol(1At: 1At), beide gelöst in ½ Liter Wasser, ent- standen war, eine Schwefelsäurebestimmung vorgenommen. Bei diesem Verhältniss war also das essigsaure Natron im Ueberschuss vorhanden, und das Concentrationsverhältniss das Vierfache von dem, bei welchem der Niederschlag entstand, dessen Analyse oben mitgetheilt worden ist.
1,07925 Grm. Substanz lieferten in salzsaurer Lösung mit Chlorbaryum 0,55075 Grm. schwefelsaure Baryterde, entsprechend 0,1891 Grm. d. h. 17,52 Proc. Schwefelsäure.
. 0,99375 Grm. ergaben bei gleicher Behandlung 0,49905 Grm. schwefelsaure Baryt- erde, entsprechend 0,1714 Grm. d. h. 17,25 Proc. Schwefelsäure.
Das Mittel aus beiden Bestimmungen beträgt 17,38 Proc. Schwefelsäure. Die oben mitgetheilte Berechnung erfordert nach der Formel 2(4 CuO. SO.)+ 7H0 17,36 Proc.
Man sieht also, dass weder der Concentrationsgrad der Lösungen, noch das Mengen- verhältniss, in welchem essigsaures Natron und Kupfervitriol zu einander stehen, auf die Zusammensetzung des Niederschlages von Einfluss sind.
Da bei der Bildung des in Rede stehenden Körpers, wie man auch durch den Geruch sehr deutlich überzeugt wird, freie Essigsäure in Lösung übergehen muss, letz- tere denselben aber zu lösen vermag, so folgt einerseits, dass nicht seine ganze Menge als Niederschlag auftreten kann, und andererseits, dass die sich wirklich abscheidende Quantität mit zunehmendem Concentrationsgrade der Flüssigkeit abnehmen muss, und in der That erscheint die über dem Niederschlage stehende Flüssigkeit in allen Fällen intensiv blau gefärbt. Als 100 Grm. krystallisirtes essigsaures Natron mit überschüssi- gem Kupfervitriol in einem Verdünnungszustande zusammengebracht wurden, dass eine Steigerung des letzteren, wie sogleich zu erwähnende, besondere Versuche darthaten, keine Vermehrung des Niederschlages hätte bewirken können, erhielt man davon im luft- trocknen Zustande gewogen 35,1 Grm., während 100 Grm. des Natronsalzes der Theorie nach wirklich 56 Grm. der Substanz erzeugen mussten. In einem anderen Falle wurden bei demselben Verhältniss der beiden Salze nur 33,61 Grm. und in einem dritten, wobei


