Aufsatz 
Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens der Großherzoglichen Realschule zu Wimpfen a. Neckar am 2. und 3. April 1897
Entstehung
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bauende Turnhalle des hiesigen Turnvereins zur Verfügung stehen wird. Dieser sehr rührige Verein sammelt schon seit einer Reihe von Jahren das nötige Kapital zur Er- richtung eines würdigen Baus, und das Lehrerkollegium der Realschule hat zur Sammlung des Grundstocks dieses Kapitals erfolgreich beigetragen, indem es sich in verschiedenen Jahrgängen hervorragend an der Abhaltung von populär-wissenschaftlichen Vorträgen be- teiligte, deren. Erlös dem genannten Fonds zufloss.

Eine letzte bauliche Veränderung fand im Herbst 1891 statt. Die vorhandenen Aborte wurden entfernt und in einen neuen Anbau, im Stile des alten Klosters, verlegt und zeitgemäss eingerichtet.

Die feierliche Einführung des zum Direktor der Grossh. Realschule ernannten früheren Rektors Landgraf, sowie des neu zusammengesetzten Lebrerkollegiums fand am 19. Mai 1885 statt.Zu dieser Feier waren(nach einem Bericht der Darmstädter Zeitung, vergleiche das Programm von 1885/6, S. 15) als Vertreter der Regierung die Herren Geh. Staatsrat Dr. v. Knorr und Geh. Oberschulrat Becker erschienen. Auch beehrte Herr Kreisrat Gräff von Heppenheim das Fest mit seiner Anwesenheit. Ausserdem hatte sich der hiesige Stadtvorstand, die Mitglieder des frülieren Kuratoriums der Anstalt, der grössere Teil der hiesigen städtischen Lehrer und sonst viele Freunde der Schule zu dieser Feier eingefunden. Die Feier wurde eröffnet durch einen vierstimmigen Gesang der Schüler. Hierauf ergriff Herr Staatsrat Dr. v. Knorr das Wort, um den Direktor in seinen Dienst ein- zuweisen. In beredten Worten wies er darauf hin, dass es Grossh. Regierung zur Freude gereiche, hiermit öffentlich verkündigen zu können, dass das vom teueren Hessenlande abgelegene Wimpfen durch die Gnade S. K. Hoheit des Grossherzogs eine Bildungsstätte erhalten hätte, auf welche es mit Stolz blicken könne. Nachdem Herr Direktor Landgruf in seinen Dienst eingewiesen war und den Amtseid in die Hände des Grossh. Regierungskommissärs abgelegt hatte, ergriff derselbe das Wort, um dem Stadtvorstand und dem seitherigen Kuratorium für ihre stete Fürsorge, dem bisherigen Kollegium für den Eifer, mit welchem es seither an der Schule wirkte, Dank zu sagen, dann derer zu gedenken, die hauptsächlich zur kräftigen Entwicklung der jetzigen Realschule beigetragen haben und besonders der Schulabteilung des Grossh. Ministeriums für stete, unermüdliche Fürsorge geziemenden Dank zu sagen. Hierauf richtete Herr Geh. Oberschulrat Becker, anknüpfend an die Rede des Direktors, treffende Worte an das neu zusammengesetzte Lehrerkollegium, ausführend, dass nur durch Einigkeit des Lehrerkollegiums sich Erspriessliches für die Jugend leisten lasse. Herr Ensgraber, als ältester der seitherigen Lehrer, sprach im Namen seiner Kollegen einige Worte, in denen er die Pflichten der Lehrer gegen ihren Direktor, gegen einander und gegen Schüler und Eltern betonte. Herr Kreisrat Gräff von Heppenheim, der seit dem Bestehen der Anstalt derselben stets ein warmes Interesse entgegenbrachte, wünschte der Anstalt ferneres Gedeihen und versprach auch für die Zukunft ein eifriger Förderer der Schule zu sein. Zum Schluss der Feier sangen die Schüler das Lied: Heil unserm Fürsten Heil! Ein Festessen im Badhotel zum Ritter schloss sich an die Feier an.

Leider war es Landgraf nicht vergönnt, das erstrebte Amt als Grossh. Direktor lange zu verwalten und die Früchte seiner Arbeit zu geniessen.

Die grosse Last, die auf seinen Schultern ruhte, und die unausgesetzten Anstreng- ungen zur Förderung der Schule und zur Hebung der Schülerzahl hatten sein Nerven- system stark angegriffen. Dazu kam jetzt die vermehrte und ungewohnte Arbeit, die mit der Erhebung der Schule zur Staatsschule fürs erste verbunden war. Er bedurfte dringend