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schaftlichen Befähigung für den einjährig-freiwilligen Militärdienst erforderlich ist(B, b, V des Verzeichnisses; Bekanntmachung in Nr. 47 des Centralblattes vom 13. November 1885 und im Amtsblatt Grossh. Ministeriums des Innern Abteilung für Schulangelegen- heiten vom 14. Dezember 1885).
Diese Bestimmung ist im Sommer 1894 wieder geändert worden. Als Folge der Berliner Schulkonferenz vom Dezember 1890 ist in allen Schulen Hessens oine Abgangs- prüfung eingeführt worden. Eine Erschwerung der Erwerbung des Abgangszeugnisses ist damit nicht eingetreten. Dagegen ist die Beurteilung der Schüler auf eine breitere Grundlage gestellt, indem jedes Mitglied der Prüfungskommission in die Lage versetzt ist, über die Leistungen eines Schülers in allen Fächern ein Urteil abzugeben.
Waren die Schulräume schon seit mehreren Jahren zu klein und ungenügend, so trat dieser UÜbelstand jetazt um so deutlicher hervor, da die Schülerzahl abermals ge- stiegen war und eine Vereinigung von Klassen in dem seitherigen Umfange nicht mehr stattfand. Auch musste für den Schuldiener eine Wohnung im Hause beschafft werden. Daher wurde wieder einem der im Kloster wohnenden Lehrer gekündigt, zwei neue grosse Klassenzimmer und eine Pedellenwohnung hergestellt, das zu eng gewordene Lehrerzimmer vergrössert und ein besonderes chemisches Laboratorium eingerichtet. Das sogenannte Pförtnerhäuschen, das seither cine Realschulklasse beherbergt hatte, wurde für eine neu errichtete Volksschulklasse verwendet. Die Realschule nahm nunmehr den ganzen west- lichen und südlichen Flügel im Obergeschoss des Klosters ein und verfügte ausserdem (zunächst nur an zwei Nachmittagen, später ganz ausschliesslich) über den grössten Saal im Untergeschoss— ursprünglich das Refektorium— der als Zeichen- und Festsaal dient.
An dieser Stelle sei zugleich erwähnt, dass im Jahre 1887 unter der Direktion Münch eine abermalige Erweiterung der Schulräume stattfand. Durch weitere Steigerung der Sehülerzahl waren z. T. grössere Klassenzimmer erforderlich geworden; ausserdem bedurfte dus rasch sich mehrende physikalische Kabinett eines bedeutend grösseren Zimmers, die reiche naturgeschichtliche Sammlung, die Lehrer- und Schülerbibliothek verlangten ebenfalls nach geeigneten Räumen zur Aufstellung und leichteren Benutzung. Daher musste der letzte evangelische Lehrer an der Volksschule, der noch im Kloster wohnte, ebenfalls ausziehen, und die dadurch frei gewordenen Räume wurden der Realschule über- wiesen und nach den Angaben von Direktor Münch zweckentsprechend verwendet. Das seitherige Direktorzimmer wurde mit einem Klassenzimmer vereinigt, zwei andere Klassen- zimmer wurden unter Abtrennung eines kleinen Raumes zur Aufbewahrung eines Teiles der physikalischen Apparato in eins zusammengelegt und dies zugleich als Physiksaal ein- gerichtet; für Klasse VII wurde ein neues Zimmer hergerichtet, das Direktorzimmer in das Zimmer in der Südostecke des Klosters, das ehemalige Zimmer des Priors, verlegt und je ein besonderes Zimmer für die Lehrerbibliothek, die Schülerbibliothek, die naturhistorischen Samm- lungen und das physikalische Kabinett geschaffen. Gleichzeitig fiel uns der grosse Gang im Ostflügel bis zur Treppe zu, der bei schlechtem Wetter mit den übrigen Gängen ein geeigneter Aufenthaltsort für die Schüler während der Pausen ist. Neuerdings haben auch eine Reihe von Sammlungsschränken darauf Platz finden müssen(sie sind als eine Art Schaus ummlang eingerichtet). Endlich wird er noch im Winter und bei schlechtem Wetter während der Turnstunden zu geeigneten Freiübungen benutzt, da uns eine ge- nügend grosse und den Anforderungen der Neuzeit entsprechende Turnhalle bis jetzt noch fehlt. Doch wir hoffen auch in dieser Beziehung bald auf Abhäülfe, sei es, dass uns von Seiten der Stadt eine besondere Turnhalle errichtet wird, oder dass uns die zu er-


