Aufsatz 
Zur Geschichte und Literatur der Samaritaner
Entstehung
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in Aegypten, wodurch viele Schwierigkeiten und Unwahrſcheinlichkeiten in der Chronologie behoben werden.

Obwohl es über allen Zweifel erhaben iſt, daß die Samaritaner an dem urſprünglichen Texte des Pentateuches viele tendenziöſe Aenderungen und Fälſchungen vorgenommen haben, um ihre dogmatiſchen Anſchauungen darin begründet zu finden, ſo ſind doch manche Varianten als kritiſche Behelfe von Werth und Bedeutung).

Zu den hervorſtechendſten Fälſchungen ſind die Zuſätze nach Exodus 20, 17. zu betrachten, welche eigentlich erſt das zehnte Gebot bilden ſollen ²).

Viele Aenderungen ſind aus dem Beſtreben hervorgegangen, den Text möglich genau nach den Regeln der hebräiſchen Grammatik einzurichten ³).

Die an dem Pentateuche vorgenommenen Fälſchungen wurden den Samaritanern von jü⸗ diſchen Schrifterklärern zum Vorwurfe gemacht. So bezeichnet R. Eleaſar, Sohn R. Joſes, einen von ihnen(Deut. 11, 30.) angebrachten Zuſatz als unnöthig, da auch ohne ihn ganz derſelbe Sinn der Stelle klar läge und die Auffaſſung gar nicht ſtreitig ſein könnte ¹).

Es war den Samaritanern ſehr darum zu thun, die Heiligkeit des Berges Garizim, der durch den auf demſelben erbauten Tempel der Mittelpunkt ihres religiöſen Lebens geworden, als ſchon in alter Zeit anerkannt hinzuſtellen, was ſie durch die Weglaſſung des Buchſtaben win den Worten i Gen. 49, 26., wodurch In„mein Berg“ daraus geworden, bewerkſtelligten ⁵). Jede über den Pentateuch hinausgehende Entwicklung leugnend, mußten ſie auch alle ihre religiöſen Anſchauungen und Bräuche als in dieſem Buche ſchon enthalten bezeichnen können.

Durch Verſchiebung der Buchſtaben an dem einen und durch unbedeutenden Buchſtabenzuſatz an dem andern Worte haben ſie das Geſetz, die Thiere zu ſchlachten, das ſich ſonſt in dem Pentateuche nicht nachweiſen ließe, und auf das ſie mit peinlicher Strenge halten, ſo daß ſie von Juden Geſchlachtetes nicht genießen dürfen, in denſelben hineingetragen, indem ſie Numeri 11, 12. für r di r die Lesart Mrw derd wre haben.

Wenn die Samaritaner auch nicht an die Auferſtehung der Todten glaubten, ſo haben ſie doch die Lehre der Vergeltung feſtgehalten und durch Zufügung der Silbe dy Deut. 32, 35, wo ſie doen 8P 88. für dde 85 o leſen, dieſelbe als pentateuchiſch begründet hingeſtellt.

4 ¹) So z. B. Gen. 47, 21. im Hebräo⸗Sam.: d*dyd NR apn. für deo yn. Auch Onke⸗

los, der Joydt überſetzt hat eyn geleſen, wie auch die LXX.: al ⁴ν adeν αredοᷣdaro aurc eis niada u. m. A.

²) An dieſem Zuſatze aus Deuteronomium 27, 2—8 und ibidem 11, 29. 30 entnommen, iſt nur p 2 Deut. 27, 4 in dea n umgeändert worden.

³) So ſteht häufig Wmf für RW, Nya für Sp), drbN für dDd Die paragogiſchen Buchſtaben werden weggelaſſen, z. B. yr für—n, ſor für Hor,'R für d. Exod. 20, 15 lautet im Hebräo⸗Sam.:

deb D dRN SwW d D Den R ypr, dpn d

Hier hat den Samaritanern das Verbum 8 zu beln Nomen 5p nicht gepaßt. Ausführliches über den Hebräo⸗Samaritaner findet man in den Studien von Geſenius, Geiger, Kirchheim und Kohn.

*) Sotah 33b. Sifre zu Deuk. 11, 30. mit Vezug auf den Zuſat dor⸗ vid. Jer. Sotah V. 3 ſteht für obigen Namen, R. Eleaſar, Sohn Simeons.

) Nur der weiter erwähnte Codex C. des ſamaritantſchen Targums überſetzt dieſes Wort mit S do als von n abſtammend, während alle anderen Codices tendenziös mdo oder Hod haben.

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