Aufsatz 
Zur Geschichte und Literatur der Samaritaner
Entstehung
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das Verbot der Verbindung mit Söhnen und Töchtern der fremden Völker ausgeſprochen. Im Innern der Gemeinde ſteuerte Nehemia dem Wucher und der Erpreſſung, und mit voller Befrie⸗ digung, die aus dem Bewußtſein erfüllter Pflicht erwächſt, konnte er auf ſeine heilſame Wirk⸗ ſamkeit zurückblicken, als er wieder nach Perſien zog, begleitet von den Dankes⸗ und Segens⸗ worten eines ganzen Volkes. Doch kaum hatte Nehemia Paläſtina verlaſſen, da erhob die Gegen⸗ partei mächtig ihr Haupt. Eljaſchib der Prieſter hatte ſogar dem Tobia, jenem erbitterten Feinde der Juden, eine Wohnung im Vorgebäude des Gotteshauſes eingeräumt. Eine ſolche Führung und Haltung der Prieſter war durchaus nicht dazu angethan, das Volk in ſeinen guten Vorſätzen und Plänen zu beſtärken. Läſſigkeit in der Leiſtung der nöthigen Tempelbeiträge, Schlaffheit in der Erfüllung der übernommenen Pflichten war die Folge davon. Unter Nehemia gelöſte Familien⸗ bande wurden gewiß wieder geknüpft, Miſchehen waren nach wie vor an der Tagesordnung. Nehemia von einem Theile des Volkes ſehnlichſt herbeigewünſcht, kam wieder nach Jeruſalem. Er verfuhr mit äußerſter Strenge und ſuchte durch Herſtellung einer neuen Ordnung jede Ver⸗ bindung der Juden mit den Heiden in Sitte, Sprache und Ehe unmöglich zumachen und, wo ſie ſich bereits vollzogen, durch ſchwer durchführbare Maßregeln zu löſen. Sowohl Prieſter wie Laien, die ſich nicht fügten, ſollten unnachſichtig aus dem Verbande der Gemeinde gewieſen werden, und dieſe ſchroffe, nicht durch das Geſetz, nur durch die Zeitverhältniſſe gebotene Härte trug am meiſten zur eigentlichen Entſtehung und Feſtigung des Samaritanismus bei. Einen ganz beſonderen Anlaß hiezu bot die Thatſache, daß Manaſſe, der Sohn des Hohenprieſters Jojada, mit Nikaſo, der Tochter Sanballats, vermählt, ſich widerſetzte der Anordnung zu folgen und ſich von ihr zu trennen. Nehemia ſchrak vor den Conſequenzen ſeines Principes nicht zurück, er beſaß vielmehr genug Entſchloſſenheit, auf Fortführung des einmal Begonnenen zu beharren. Er blieb jetzt nicht auf halben Wege ſtehen, ſondern wagte das Aeußerſte, glaubte er ja gerade an einem angeſehenen Prieſter ein Beiſpiel äußerſter Strenge ſtatuiren zu müſſen, ſollte nicht der Willkür und Geſetzloſigkeit Thür und Thor geöffnet werden. Der renitente Prieſterſohn wurde von den ihm zukommenden Tempelfunctionen ausgeſchloſſen und da er in ſeinem Widerſtande beharrte, zum Abzuge von Jeruſalem gezwungen. Unter Führung des geächteten Prieſterſohnes verließen jetzt viele Unzufriedene, die mit einer ſolch ſtrengen Handhabung des Geſetzes nicht übereinſtimmten, die heilige Stadt, unter ihnen Männer von Anſehen und Bedeutung und wiederum viele Andere, durch Geſchenke und Verſprechungen, ſowie durch günſtige Ausſichten für die Zukunft gewonnen und angelockt. Die Samaritaner, welche jetzt jede Hoffnung auf Vereinigung mit den Juden auf⸗ geben mußten, hatten durch den Abfall Manaſſes ſich von denſelben gänzlich losgeſagt, doch konnte man, da die Ausgewanderten Juden ihrem Glauben und Stamme nach die Bräuche, Sitten und Anſchauungen der Väter beibehielten, denſelben mit ſtolzem Siegesbewußtſein, mit ſorgloſer Freude folgen, denn dieſe Colonie hatte in Samaria den letzten Reſt des Heidenthums erdrückt und gab dem Judenthume daſelbſt, wenn auch in einer anderen, durch die geſchichtlichen Ereigniſſe bedingten Auffaſſung, bleibende Dauer und allgemeine Anerkennung. Manaſſe und Sanballat haben gewiß ſogleich den Plan gefaßt, an einem durch Herkommen geheiligten Orte einen Tempel zu erbauen und ihn ganz nach dem Muſter des jeruſalemiſchen einzurichten. Wahrſcheinlich auf An⸗ rathen und Vorſchlag des mit der Geſchichte ſeines Volkes vertrauten Manaſſe, wurde Sichem,