Aufsatz 
Aus der Geschichte der Selektenschule : der ältesten höheren Schule Frankfurts am Main / von Karl Breuer
Entstehung
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Nun fand in den Tagen vom 17.20. März 1925 die schriftliche und am Montag, den 23. März 1925 unter dem Vorsitze unseres Dezernenten, des Herrn Oberschufrates Geheimrat Dr. Gerstenberg als Kommissar des Provinzialschulkollegiums in Cassel die mündliche Reifeprüfung für die Obersekunda statt. Ihr unterzogen sich 16 Prüf- linge, die alle die Prüfung bestanden und die Reife für Obersekunda erhielten.

Die letzte Reifeprüfung für Obersekunda fand im Jahre 1883 statt, also vor 42 Jahren. Mit dem Jahre 1884 nahm man damals der Schule die Sekunda, die sie nun endlich wieder- erlangt hat.

Von den 16 Obersekundanern studieren 6 weiter; von diesen gingen 3 zum Reform- gymnasium und 3 zum Reform-Realgymnasium über.

Unter dem 4. Mai 1925 wurde die Selektenschule durch Erlaß des Herrn Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung U II, Nr. 6190 als Reform-Progymnasium anerkannt.

Hoffentlich wird die Hahlders Schüler, die aufder Obersekunda und Prrima ihrer geistige Ausbildung einen harmonischen Abschluß geben, mit d tets wachsenden Zahl unserer Schüler

er S un d mit der allgemeinen Be erung des wirtschafitlichen Lebens wesentlich zunehmen.

Die wissenschaftliche Arbeit der modernen Arbeitsschule ist durchdrungen und wird ergänzt durch die erzieherische Arbeit der Schule. Erzieherisch sucht sie durch Lehre und Beispiel den sittlichen Charakter des Kindes zu formen. Die um- fangreiche Tätigkeit an unserer Anstalt auf diesem Gebiet sei angedeutet durch Hinweis auf den religiösen Gemeinschaftsgeist von Lehrern und Eltern, auf den Religionsunterricht, auf den gemeinsamen Schulgottesdienst, die häufigen pädagogischen und wissenschaftlich angelegten Schulgemeinden, die Klassengemeinden, die Klassenelternabende, die allgemei- nen Elternabende, der rege persönliche Verkehr von Lehrern und Schülern, sowie von Eltern und Lehrern.

Fragt man nun, inwieweit die Arbeit im allgemeinen und die körper- liche Arbeit im besonderen zur Erziehung unserer Jugend heran- gezogen werden kann, so hängt die Beantwortung dieser Frage ab davon, ob man ein ferneres dealbild der modernen Schule ins Auge faßt oder ein nahes Ueber- gangsbild.

Das fernere Idealbild hat die geistige und körperliche Arbeit zur Grundlage. Der Verwirklichung streben am intensivsten die Landeserziehungsheime zu.

In dem näheren Uebergangsbild. das wir in der Gegenwart zu verwirk- lichen streben und das erreichbar vor uns liegt, durchdringen sich Unterricht und Arbeit: der Unterricht steht noch im Mittelpunkte der Bildungsarbeit; jedoch fügt sich schon das Beispiel überall ein. Die Arbeit sucht Fingang in den Unterricht. In allen Fächern, wo sich die Möglichkeit zeigt, durch freie Selbst- tätigkeit oder körperliche Arbeit Begriffe zu erarbeiten, zu vertiefen, da soll die eigene Arbeit den Pntefrieht beleben. Gleichberechtigt neben die geistige Arbeit mit Feder. Stift und Zirkel tritt die geistig-kör- perliche Arbeit mit Mes sser. Schere, Hammer, Zange. lHobel, Feile Säge u. S. w.

. 89 Diese letztgenannte Arbeit nennen wir Werkunterricht, von dem es im Artikel 148 der Reichsverfassung heißt:Staatsbürgerkunde und Werkunterricht sind Lehrfächer der Schule.