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In einiger Mächtigkeit tritt das Rothtodtliegende wieder bei Ravolzhauſen und Nieder⸗Rodenbach im Kinzigthale auf, wo ſich bald der bunte Sandſtein des Speſſarts darauf lagert. Doch liegt in dieſem Gebirge, deſſen Grundlage der Glimmerſchiefer iſt, nicht überall der bunte Sandſtein direkt auf dem Todtliegenden; zwiſchen beiden tritt, wie z. B. zu Bieber, Kahl, Meerholz, Haingründau ꝛc., aus der Kupfer⸗ ſchieferformation der Zechſtein, Kupferletten ꝛc. auf, welche dadurch wichtig ſind, daß ſie Eiſen, Kupfer, Kobalt, Wismuth. und andere Erze führen.
Südlich von Frankfurt lagert eine gewaltige Maſſe des Todtliegenden und tritt an vielen Stellen in dem Dreieck zwiſchen Langen, Dietzenbach und Dieburg zu Tage. Auch da ſind die oberen Schichten gelbliche, bröckelige Sandſteine; tiefer wechſeln grob⸗ und feinkörnige rothe, feſte Lagen mit dünnen thonigen Schichten und ſchieferigem Sandſtein. Doch iſt hier der ganz feinkörnige, gleichmäßig rothe Stein ſeltener, der meiſte beſteht aus Körnern etwas kleiner als Erbſen, etwa von der Dicke einer mittleren Schrotſorte. Dieſer wird nicht nur zum Häuſerbau, ſondern auch zum Chauſſieren und Pflaſtern gebraucht.
Die Bildung dieſes Todtliegenden erklärt man ſich folgenderweiſe. Man kann hier oft eingeſchloſſene Rollſtücke von Granit und Gneuß deutlich beobachten, welcher Umſtand einen Beweis liefert, daß dieſes Todtliegende dadurch ent⸗ ſtanden ſein muß, daß die Gewäſſer des Odenwaldes große Maſſen des Geſteins(das dort eben dieſer Granit und Gneuß iſt) abgebröckelt und fortgerollt haben, dieſelben dabei abrundeten und beim Einfluß in ein ruhiges Seemaſſer, welches das ganze Mainzer Becken ausfüllte, dieſes Gerölle fallen ließen, wobei der thonige Schlamm alsbald das Binde⸗ mittel für die niederfallenden Steine abgab.


