19
Zeichnen 2 Stunden w. Im Sommer Herr Günther, im Winter Herr Kruspe. Genaues Copiren guter Vorlagen, namentlich von Ornamenten zuſammengeſetzter Art. Die Aus⸗ führung erfolgte bei Umrißzeichnungen meiſt mit der Feder, bei ſchattirten Blättern in Blei und Buntſtift.
Unter-Tertia b. Ordinarius Herr Nanke.
Es wird daſſelbe wie in Unter-Tertia a. gelehrt, nur mitunter in beſchränkterem Umfange.
Quarta a. Ordinarius Herr Pilling.
Evangeliſche Religionslehre 2 Stunden w. Herr Albold. Das 2. Hauptſtück des lutheriſchen Katechismus wurde erklärt und eingeprägt. Einige Gleichniſſe Jeſu wurden geleſen und zum Verſtändniß gebracht. Einige Kirchenlieder gelernt.
Katholiſche Religionslehre(3 Stunden w. Herr Pfarrer Witzel) mit dem Unterrichte in Ober- Tertia a. und Unter-Tertia a. combinirt.
Geſchichte 2 Stunden w. Herr Dr. Hoffmann. Im Sommer die griechiſche, im Winter die römiſche Geſchichte.
Geographie 2 Stunden w. Herr Günzel. Die Geographie des alten Italiens und Griechenlands. Die außereuropäiſchen Erdtheile. Die Breiten⸗ und Längengrade auf der Erdoberfläche nach ihrer Bedeutung.
Botanik 2 Stunden w. Herr Pilling.
Im Sommer wurde eine Anzahl der in der Umgegend wachſenden Pflanzen beſtimmt und zum Theil beſchrieben. Im Winter wurde eine Ueberſicht über die wichtigſten Pflanzenfamilien gegeben. Mathematik 6 Stunden w. Im Sommer Herr Pilling, im Winter Herr Schubring. In 3 Stunden Planimetrie: Die Anfangsgründe der Geometrie bis zur Congruenz der Dreiecke einſchließlich nach Hellwig's Schule der Geometrie 1 Kurſus§. 1— 60. In 3 Stunden Arithmetik: Einfache und zuſammengeſetzte Regeldetri nach der Schlußrechnung und nach Proportionen; im Winter außerdem die 4 Grundoperationen in der Buchſtabenrechnung. Deutſch 3 Stunden w. Im Sommer Herr Dr. Hoffmann, im Winter Herr Ranke. Leſen von proſaiſchen und poetiſchen Stücken aus dem Maſius'ſchen Leſebuch für mittlere Klaſſen. Dabei außer gelegentlichen ſachlichen und ſprachlichen Bemerkungen hauptſächlich das Aufſuchen der Haupttheile und Unterabtheilungen des Stückes. Interpunktionslehre. Memoriren von Gedichten. Orthographiſche Uebungen. Alle 3 Wochen ein Aufſatz meiſt beſchreibenden Inhalts oder proſaiſche Ausarbeitung von Gedichten. Lateiniſch 6 Stunden w. Herr Weberſtedt. Das Penſum von Quinta wiederholt und vervollſtändigt. Dazu: verba irregularia, defectiva, neutro-passiva, die wichtigſten Regeln über den Gebrauch des Aecc. c. Inf., des Partic., von ut, ne, quum etc., von der Uebereinſtimmung des Pronomens. Im Uebungsbuch von Spieß, Curſus II., wurden die geeigneten Stücke durchgenommen. Alle 2 Wochen ein Exercitium, oft Egxtemporalia. Franzöſiſch 5 Stunden w. Im Sommer Herr Ranke, im Winter Herr Pilling. Plötz' Elementarbuch, Lektion 60— 91. Die deutſchen Uebungsſtücke mündlich und ſchriftlich eingeübt; einige Abſchnitte des Leſebuchs wurden überſetzt. Dreiwöchentliche Exercitia. Zeichnen 2 Stunden w. Herr Kruspe. Die Uebungen im Zeichnen von Ornamenten, Pflanzen, Köpfen, alſo von Figuren aus mehrfach gekrümmten Linien, deren Reliefſchatten durch Anſchwellung des Striches angedeutet wird, gehören ſämmtlich dem Kreiſe der Umrißzeichnung an. 3*


