Aufsatz 
Kaiser Otto der Große. Vortrag beim Schlußakt 1879 / Maximilian Josef Hoefner
Entstehung
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2. Sprachen. Latein: Grammatik bei Gelegenheit der Lektüre. Exerc. dom. und extemp. Ovid, Livius

oder Salluſt, Cicero; Vergil oder poetiſche Chreſtomathie. Leichteres von Horaz. Extemporalia. 3 St.(Denk.)

Deutſch: Geſchichte der deutſchen Literatur, beſonders ſeit 1720. Lektüre ausgewählter Dramen und Proſa von

Schiller, Leſſing und Göthe; Durcharbeiten von Muſterſtücken zum Zwecke ſtiliſtiſcher Erläuterung und Erörterungen über Bedeutung und Gebrauch der Wörter; dabei grammatiſche Wiederholungen, Leſen und Erklären proſaiſcher Ab⸗ ſchnitte, ſowie größerer Dichtungen und ſchwierigerer Dramen von Schiller, Leſſing, Herder und Göthe. Definitionen und Dispoſitionen. Aufſätze; freie Vorträge. 3 St.(Denk.)

Franzöſiſch: Lektüre in Plötz: Manuel de la littérature française, Muſterſtücke des 17., 18. und 19. Jahr⸗ zuunderts mit literariſchen Erläuterungen; Ueberſetzung deutſcher Leſeſtücke in's Franzöſiſche; monatlich ein Exercitium; rtemporalien. Anleitung zur Privatlektüre. 4 St.(Simon.)

Engliſch: Grammatiſche Repetitionen auf Grund der Lektüre eines Schriftſtellers(W. Irving, Goldſmith,

Shakſpeare). Curſoriſch größere beſchreibende Gedichte, wie Goldsmith's Traveller oder Deserted village. Engliſches Dictat. Ueberſetzungen aus dem Deutſchen. Leichte Aufſätze. Anleitung zur Privatlektüre. 3 St.(Manefeld.)

3. Geſchichte und Geographie. Geſchichte: Neuere Geſchichte von der Reformation bis 1815; Berückſichtigung der außerdeutſchen Kulturvölker. Wiederholung und überſichtliche Betrachtung der wichtigſten Perioden der Weltgeſchichte mit vorwiegender Rückſichtnahme auf die Kultur und den Fortſchritt der Menſchheit. Ueberblick über den Verlauf der deutſchen Geſchichte bis auf unſere Tage. 2 St.(Höfner.)

Geographie: Geographie von Amerika, insbeſondere der Vereinigten Staaten. Mathematiſche Geographie. 1 St.(Heinrichs.)

4. Mathemotiſche Fücher. Algebra: Repetition der Gleichungen vom erſten und zweiten Grade; diophantiſche Gleichungen, Auflöſung der letzteren durch Congruenzen, kubiſche und biquadratiſche Gleichungen, das Auffinden der rationalen Wurzeln numeriſcher Gleichungen, ſowie der irrationalen Wurzeln derſelben nach der Newton'ſchen Näherungs⸗ methode und mittelſt der Regula falsi. Analyſis: Der binomiſche Lehrſatz, unendliche Reihen und deren Convergenz, Methode der unbeſtimmten Coefficienten, angewendet auf Reihenentwicklung und Zerlegung gebrochener Funktionen in Partialbrüche, Kettenbrüche, Exponentialreihe, logarithmiſche Reihe, trigonometriſche Reihen, die Moivre'ſche Formel; Determinanten. Elemente der Differenzialrechnung. Zuſammen 3 St.(v. Gall.)

Geometrie: Wiederholung aus der ebenen und körperlichen Geometrie und der ebenen Trigonometrie; ſphä⸗ riſche Trigonometrie; neuere Geometrie; analytiſche Geometrie. Löſung von Aufgaben ausMartus, mathematiſche Auf⸗ gaben. 2 St. Darſtellende Geometrie: Aufgaben über Graden und Ebenen, Durchſchnitts⸗Conſtructionen der Körper mit Ebenen, Entwicklung von Oberflächen, Conſtructionen von Körperdurchdringungen. 2 St.(v. Gall.)

5, Naturwiſſenſchaften. Phyſik: Wärme, Akuſtik, Optik. Statik und Dynamik der feſten und flüſſigen Körper in mathematiſcher Behandlung. Phyſikaliſche Aufgaben. Wiederholung aus allen Abſchnitten der Phyſik. Der Unterricht durchgehend erläutert durch Verſuche. 2 St.(v. Gall.)

(Erſtes Jahr): Chemie: Die organiſche Chemie. Eingehende Begründung der chemiſchen Theorie; bezügliche Berechnung mit ſchwierigeren Aufgaben. Die Chemie in ihren Beziehungen zur Phyſiologie des Pflanzen⸗ und Thier⸗ lebens, zur Ernährung und Geſundheitslehre. Der Unterricht durchgehend erläutert durch Verſuche. 2 St.(Zweites Jahr): Mineralogie: Einleitung in die Mineralogie. Kennzeichenlehre. Grundzüge der Kryſtallographie. Die Lehre von den einfachen Mineralen und Felsarten. Die Grundzüge der geologiſchen Formationen mit Benutzung der geologi⸗ ſhen Karpen. Der Unterrich durchgehend erläutert durch Demonſtration an Modellen und Handſtücken der Sammlung. 2 St. irektor..

6. Turnen. 2 St.(Gehry.)

Vehrplan der Venlachule sweiter Orunung

nach Verfügung Großh. Miniſteriums vom 11. Oktober 1379.

1. Die Großherzoglich Heſſiſchen Realſchulen II. Ordnung beſitzen 6 von einander geſchiedene Klaſſen mit je ein⸗ jährigem Kurs. Der Regel nach nehmen ſie in die unterſte Klaſſe Knaben auf, welche das zehnte Lebensjahr zurück⸗ gelegt haben. Bei genügender leiblicher und geiſtiger Reife können auch ſolche Knaben aufgenommen werden, welche bis zum nächſten 30. September und beziehungsweiſe 31. März das zehnte Lebensjahr vollenden.

Bei der Eintrittsprüfung ſind folgende Kenntniſſe nachzuweiſen: a. Fähigkeit, deutſche und lateiniſche Schrift ſchreiben und mit richtiger Betonung leſen zu können; b. ziemliche Sicherheit in der Rechtſchreibung der in der gewöhn⸗ lichen Sprache des täglichen Lebens vorkommenden deutſchen Wörter; c. Kenntniß der Begriffswörter, ihrer Eintheilung und weaun ſowie des einfachen Satzes; d. Kenntniß der 4 Grundrechnungsarten in unbenannten und benannten ganzen Zahlen.