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ebensoviele wie in der Realschule und bilden im Progymnasium mehr als die Hälfte, in der Realschule noch nicht ein Viertel der betreffenden Anstalt; in den oberen Realklassen befinden sich gar keine Auswärtige; erst seit den letzten Jahren fangen diese an, die unteren und mittleren Klassen zu fre- quentiren; das Progymnasium hat 18, die Realschule nur 8 Auswärtige mehr als im Vorjahre.— Von den 69 Israeliten besuchen nur 4 das Progymnasium.
Diese Zahlen sprechen deutlich für die Nothwendigkeit der Aufrechterhaltung ebensowohl der Realschule II. Ordnung als des Progymnasium's und beweisen die Lebensfähigkeit beider Anstalten un- widerleglich. Die Aufnahme des Lateinischen in den Lektionsplan der Realschule und damit die Ver- wandlung derselben in eine höhere Bürgerschule oder Realschule I. Ordnung entspricht den Wünschen und Bedürfnissen hiesiger Einwohnerschaft nicht, wie wiederholentlich durch Beschlüsse der betr. Col- legien constatirt worden ist. Freilich ist durch den Ausschluss des Lateinischen in der Realschule der Uebergang von einer Anstalt zur andern sehr erschwert, und die Eltern haben sich dieserhalb schon bei der Aufnahme in die Sexta wohl zu überlegen, für welchen Lebensberuf sie ihren Sohn zu bestimmen gedenken. Im Allgemeinen ist es anzurathen, dass diejenigen Knaben, welche nicht einen solchen Be- ruf erwählen, für den Gymnasialbildung nothwendig ist, lieber die Realschule besuchen und durch- machen. Denn während die Realschule ihren Zöglingen in einem fjährigen Cursus eine vollständig abgeschlossene und für die industriellen Stände wohl geeignete Bildung vermittelt, kann der Gymna- siast in derselben Zeit nur bis Secunda aufrücken, d. h. eine nur relativ vollständige und für die prak- tischen Lebenssphären minder angemessene Ausbildung erwerben. Wer aber höheren wissenschaftlichen Trieb in sich fühlt oder zu einflussreichen Staatsämtern gelangen will, flindet zur Zeit nur im Gymnasium den Weg zu seinem Ziele. Jeder aber, der sein Kind lieb hat, wolle nicht zögern, es so bald als mög- lich der Anstalt zu übergeben, da jede Klasse organisch mit den andern zusammenhängt und erfahrungs- mässig viele Schüler, wenn sie, in schon vorgerücktem Alter in den unteren Klassen sitzend, sich neben viel jüngeren Mitschülern sehen, die Lust am Lernen verlieren, oder zu alt werden, ehe sie das Ziel der Anstalt oder auch nur die Berechtigung zum einjährigen Militärdienste erreichen können.
Die Aunstalt musste in diesem Jahre noch mit den ziemlich beschränkten Räumlichkeiten in den Gebäuden der Bürgerschule und der israelitischen Schule vorlieb nehmen, da die Verhandlungen über einen geeigneten Bauplatz für das neue Schulgebäude sich in die Länge zogen. Augenblicklich ist gegründete Aussicht vorhanden, dass in kürzester Frist der Bau auf dem Platze neben der Bürgerschule in Angriff genommen und wohl bis Michaelis nächsten Jahres zu Ende geführt wird.
Die Schul-Einnahme betrug im Jahre 1869(mit Ausschluss der Schulgelderhöhung für die Progymnasiasten) rund 3833 Thlr.(gegen 3056 Thlr. im Vorjahre), Inscriptionsgebühren 61 Thlr., Zu- schuss aus der Staatskasse 2450 Thlr., Beitrag aus städtischen Fonds 2375 Thlr.; Einnahme überhaupt 8719 Thlr.(gegen 7200 Thlr. im Vorjahre). Die Ausgaben für Lehrerbesoldungen betrugen 7450 Thlr. (1200, 3 à 800, 3 à 600, 2 à 500, 2 à 300, 250, 200 Thlr.). Der wissenschaftliche Hülfslehrer(400 Thlr.) wurde von der Schulgelderhöhung resp. dem Schulgelde der Progymnasial-Secundaner(c. 500 Thlr.) besoldet.
Am 10. und 11. Juni v. J. unterzog der Herr Provinzial-Schul-Rath Dr. Rumpel aus Cassel die Schule einer eingehenden Revision und fand den Zustand derselben im Ganzen befriedigend.
Am 4. September v. J. besuchte Herr Dr. Euler, Civillehrer an der Königl. Central-Turn-Anstalt zu Berlin, im Auftrage des Herrn Ministers die Anstalt, um die für das Turnen getroffenen Einrichtungen, die Qualiflkation der fungirenden Turnlehrer und die Leistungen der Schüler genau zu prüfen. Die Turnhalle erklärte derselbe so lange für ungeeignet zum Winterturnen der Schüler, als sie nicht gedielt und heizbar gemacht werde; im Uebrigen freute er sich über das schöne Lokal.


