Aufsatz 
Über den Gebrauch der Brillen, mit besonderer Rücksicht auf die studierende Jugend
Entstehung
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trafen, hatten wir von Seiten der Lehrer und Schüler in keinem der vorhergehenden Jahre ein günstigeres Ergebniss. Ausser den im Eingange vermerkten Lehrern Becker und Meister, die als krank in das neue Schuljahr eintraten, und längere Zeit ihrem Dionste entzogen waren, fchlte nur der Director gegen Ende des Sommersemesters 4 Wochen, die er zum Gebrauche der Kreuznacher Heilquellen benutzen musste. Von den übrigen Lehrern fehlten nur Wenige, einzelne und einige Tage, wegen Unwohlseins. Auch die Schülerbänke waren nicht so gelichtet wie vordem, und können es nicht sein, wo kein Missbrauch mit dieser Schuldispens getrieben wird, was mit dem sittlichen Geiste der Anstalt zusammen- hängt. Hoffen wir, dass auch in den noch übrigen Wochen des Semesters, über welche sich dieser Bericht nicht erstrecken kann, das belobte Verhältniss kein ungünstigeres werde.

II b Chronik des Gymnasiums.

Zur Aufnahme in das Gymnasium hatten sich 20 Schüler gemeldet, worunter 3 für die Oberklassen. Mit deren Prüfung und Aufnahme wurde das Sommersemester eröffnet den 11. April 1853, und den 13. April begann der regelmuässige Klassenunterricht, dem ein Gottesdienst für die katholischen Schüler voranging; die Pfingstferien dauerten vom 14. bis 23. Mai; die gewöhnliche Ierbstprüfung schloss am 12. September den Unterricht

des Sommersemesters. Das Wintersemester hatte seinen Anfang mit dem 11. October, an welehem Tage 4

neu aufzunchmende Schüler geprüft wurden, und dauerte, nur durch die achttägigen Christtagsferien unterbrochen, bis zum 7. April 1854.

Den 6. Mai war die feierliche Vorstellung und Diensteinführung der beiden zur Aus- hilfe hierher gewiesenen Herrn Candidaten Schmidtborn und Biehl.

Das hohe Geburtsfest Seiner Hoheit unseres Herzogs wurde den 24. Juli begangen, und wie alljährlich, die Stiftungsfeier der Schule damit verbunden. Die Festrede hielt der Director, und behandelte darin die Frage,wie die Jugend zum wahren Patriotismus er- zogen werde.

Sonntag den 18. Dezember wurde das Concert der Gymnasiasten zum Jahresschlusse gehalten, worüber ein Programm erschienen ist.

Das Resultat der Maturitätsprüfung von Ostern 1853, das im vorigjährigen Programm noch nicht gemeldet werden konnte, ist nachträglich folgendes: Von 13 Oberprimanern, die sich zur Reifeprüfung gemeldet hatten, haben 9 dieselbe bestanden und sind mit den

Reifenummern II. und III. zu dem Studium der Theologie und Jurisprudenz übergegangen.

Die 4 übrigen Abiturienten machten ihre Prüfung wiederholt im Herbste, und zwar vom 11. bis zum 20. Juli in dem schriftlichen Theile, und am 29. Juli im mündlichen. Alle vier bestanden dieselbe und gingen mit dem Prädicate Nro. III. zum Studium der Theo- logie und Mediein über.