7. Die Feier des Sedantages wurde am 2. September in der üblichen Weiſe in der Aula be— gangen. Die Rede hielt Herr Oberlehrer Vollmer. Der Unterricht fiel aus.
8. Zur Feier des Allerhöchſten Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers fand am 27. Januar Feſtgottesdienſt für die katholiſchen Schüler und darauf ein Schulaktus in der Aula der Anſtalt ſtatt. Die Feſtrede hielt der Direktor. Leider mußte wegen der unzulänglichen Raumverhältniſſe der
Aula und der Erfolgloſigkeit der Bemühungen des Berichterſtatters, einen größeren und würdigeren Saal zu der Feier zu erhalten, das vaterländiſche Feſt auf die Lehrer und Schüler beſchränkt werden.
9. Am 4. und 5. Auguſt fiel der Nachmittagsunterricht der großen Hitze wegen aus. Am 16. September wurde der Unterricht ausgeſetzt, um den Schülern Gelegenheit zu geben, den in der Nähe Fuldas ſtattfindenden Diviſionsmanövern beizuwohnen.
10. Im Laufe des Winters bot ſich den Schülern unſerer Anſtalt die günſtige Gelegenheit, eine Reihe von Vorträgen in franzöſiſcher Sprache zu hören. Herr Contou, licencié ès lettres, Officier d'Académie, hielt in der Aula der Oberrealſchule 5 conférences über Corneille, Racine, La⸗ fontaine, Molière und Verlaine, von denen die erſten vier vorzugsweiſe auf Schüler und Schüle⸗ rinnen berechnet waren und dementſprechend reichliche Rezitationen aus den Werken der vier Klaſſi⸗ ker brachten. Das große Intereſſe, das auch aus dem Publikum dieſen Darbietungen entgegenge⸗ bracht wurde, läßt hoffen, daß im Laufe des nächſten Schuljahres es gelingen wird, die eine oder an— dere Rezitation in franzöſiſcher oder engliſcher Sprache bei uns zu veranſtalten.
11. Am 29. März fand unter dem Vorſitz des Herrn Oberregierungsrats Dr. Paehler- die mündliche Prüfung von 2 der Oberrealſchule überwieſenen auswärtigen Reifeaſpiranten ſtatt. Tags darauf unterzogen ſich die 6 Oberprimaner der Anſtalt der mündlichen Prüfung, worüber ſ. u. IV, C.
Der Geſundheitszuſtand der Schüler iſt im Berichtsjahre recht befriedigend geweſen. Von den Mitgliedern des Kollegiums ſah Herr Ehringhausd. J. ſich genötigt, ſich die Herbſt⸗ ferien um 14 Tage verlängern zu laſſen, um ſeine geſchwächte Geſundheit zu kräftigen; auch Herr— Ehringhaus d. A. wurde während 14 Tage und Herr Dr. Beyerzweimal je ein paar Tage durch Krankheit dem Unterrichte entzogen.


