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des Winterſemeſters zur Beſtehung ſeines Probejahres an dem Hersfelder Gymnaſium zugelaſſen, von wo er an die hieſige Anſtalt überging.
Am 20. Mai nahm der Oberpräſident unſerer Provinz, Herr von Möller, bei einem Beſuche der Grafſchaft Schaumburg das Gymnaſium mit ſeinen Localitäten und Einrichtungen in Augenſchein.
Vom 30. Mai bis zum 3. Juni einſchl. blieb die Schule wegen des Pfingſtfeſtes geſchloſſen.
Am 1. Juli ging der beauftragte Lehrer Berlit in gleicher Eigenſchaft von dem hieſigen Gymnaſium an das zu Hanau über. Dagegen gingen an demſelben Tage unſerer Schule zwei neue Lehrer zu: der ordentliche Gymnaſiallehrer Dr. Stacke(vergl. das vorjährige Programm S. 33) wurde von dem Gymnaſium zu Fulda, das er 1864 mit dem hieſigen vertauſcht hatte, und der ordentliche Gymnaſiallehrer Dr. Krauſe von dem Gymnaſium zu Hanau hierher verſetzt. Dr. Karl Krauſe iſt geboren am 24. September 1835 zu Sontra in Niederheſſen. Nach dem Be⸗ ſuche der Gymnaſien in Marburg und Hersfeld ſtudierte er von Oſtern 1853 an in Marburg und Bonn 3 Jahre lang Theologie und Philologie. Im Winter 185%, beſtand er die theologiſche und ein Jahr ſpäter die philologiſche Prüfung. Nach Ablauf ſeines Probejahres, das er in Mar⸗ burg ablegte, wurde er 1859 beauftragter Lehrer am Hanauer Gymnaſium. 1863 wurde er zum Hülfslehrer, 1867 zum ordentlichen Lehrer daſelbſt ernannt. Er verfaßte zum Hanauer Programm des Jahres 1863 die wiſſenſchaftliche Abhandlung über Euricius Cordus, nach deren Einreichung er von der Univerſität zu Marbnurg die philoſophiſche Doctorwürde erhielt.
Die Sommerferien begannen am 6. Juli und währten 3 Wochen.
Am 21. und 22. September wurden die nicht öffentlichen Herbſtprüfungen gehalten. An dieſelben ſchloſſen ſich die Michaelisferien, die am 10. Oktober zu Ende gingen.
Nit dem 1. Oktober trat das hieſige Gymnaſium, wie die übrigen gleichen Anſtalten unſerer Provinz unter die Leitung des Königl. Provinzial⸗Schulcollegiums zu Kaſſel.
Vom Oktober an war Dr. Krauſe von hier abweſend, weil er in Folge hoher Miniſte⸗ rialgeſtattung während des Winterſemeſters an einem Curſus der Centralturnanſtalt zu Berlin An⸗ theil nahm. Für die Dauer dieſes Curſus war ihm eine monatliche Unterſtützung von 16 Thalern bewilligt worden.
Durch Verfügung des Königl. Provinzial⸗Schulcollegiums vom 4. Oktober wurden die beiden Realklaſſen, welche bis dahin mit dem Gymnaſium verbunden waren, aufgehoben.
Am 12. Oktober nahm der Wintercurſus ſeinen Anfang. An demſelben Tage trat der Can⸗ didat des Gymnaſiallehramts Auguſt Fauſt zur Beſtehung ſeines Probejahres hier ein. Er iſt geboren in Homberg am 28. März 1843 der Sohn des Metropolitans Fauſt zu Großenwieden. Seine Schulbildung erhielt er theils im elterlichen Hauſe, theils im hieſigen Gymnaſium, von dem er Oſtern 1862 mit einem Zeugniß der Reife zur Univerſität Marburg abging. Dort ſtudierte er 5 Jahre lang Mathematik und Naturwiſſenſchaft. Nachdem er darauf einige Zeit Lehrer an einer Erziehungsanſtalt in Weinheim geweſen war, beſtand er in Marburg die Prüfung für Bewerber um ein Gymnaſiallehramt und trat bald darauf hier ſeinen Vorbereitungsdienſt an.
Am 20. und 21. Oktober wohnte Herr Provinzial⸗Schulrath Dr. Rumpel aus Kaſſel zum Zweck der Inſpection des Gymnaſiums dem Unterricht in den verſchiedenen Klaſſen bei.
Durch Beſchluß des Herrn Miniſters der geiſtlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegen⸗


