4
Da zu derselben Zeit Herr Prof. Stoll wieder in sein Amt eintrat, konnte der ur- sprüngliche Lehrplan ohne wesentliche Störung bis zu Ende des Schuljahrs 1880/81 durchge- führt werden. Aber zu Anfang des neuen Schuljahrs trat wieder die Notwendigkeit einer Veränderung ein, da Herr Gymnasiallehrer Gropius zu einer militärischen Uebung einbe- rufen und die ersten 5 Wochen des Wintersemesters seinem Dienste entzogen war. Seine Stunden wurden grösstenteils durch Kombination der beiden Secunda und Tertia gedeckt. Kaum hatte er vom 14. November an einen Monat seinen Unterricht wieder erteilt, als Herr Gymnasiallehrer Wöll erkrankte und zum Behuf seiner Wiederherstellung auf ein Vierteljahr beurlaubt werden musste. Zur Aushilfe konnte von Neujahr 1882 an Herr Kandidat Heyne*) herbeigezogen werden, der dem Gymnasium als Probandus zuge- wiesen wurde. Leider mussten auch ausserdem wegen Erkrankung einzelner Lehrer, be- sonders im Vorwinter 1880 und 81, öfter für ein oder mehrere Tage Vertretungen stattfinden.
Der gegenwürtige Bestand des Lehrer-Kollegiums ist folgender:
1) Direktor E. Bernhardt.
2) Oberlehrer Professor H. W. Stoll. 3)„ K. Ebhardt.
4)„ F. Leyendecker.
5) Gymnasiallehrer R. Gropius.
6)„ Lic. R. Oertel. 7)„ Fr. Wöll. 8)„ Dr. P. Primer. 9) Vacat. 10) w. Hilfslehrer Ad. Gundlach. 114)„„ Dr. Fr. Weis. 12) Elementarlehrer Ad. Brückel. 13)„ O. M auck.
14) Pfarrer und Schulinspektor J. Stein, kath. Religionslehrer. 15) Probekandidat M. Heyne.
Ausserdem erteilte Herr Stadtpfarrer Moser, wie in dem vorhergehenden Jahre, freiwillig 2 Stunden Religionsunterricht in Tertia, wofür ihm die Schule zu besonderem Danke verpflichtet ist.
*) Karl Ernst Max Heyne, geb. den 9. Juli 1853 in Kösen, Provinz Sachsen, erhielt seine Vor- bildung auf dem Gymnasium zu Naumburg a. d. S.(von Ostern 1864 bis Ostern 1872) und studierte sodann auf den Universitäten Jena, Leipzig und Berlin Geschichte und Philologie. Nachdem er mehrere Jahre als Hauslehrer thätig gewesen und längere Zeit von schwerer Krankheit heimgesucht war, bestand er Michaelis 1881 das Examen pro facultate docendi in Halle a. S., worauf er von Neujahr(Weihnachten) ab der hie- sigen Anstalt als Probandus überwiesen ward.


