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3. Der Kantor Herr Karl Friedrich Luia ward am 16ten Jänner 1763 zu Wiesba⸗ den gebohren. Sein Vater, Herr Bernhard Gottfried Luia verwechſelte zehn Jahre ſpaͤ⸗ ter das dortige Kantorat mit dem vom Gymnaſi⸗ um zu Weilburg. An dem lezten Orte beſuchte er neun Jahre lang unter dem Herrn Rektor Schel⸗ lenberg, Herrn Prorektor Kek und dem Kolla⸗ borator Herrn K d bler die lateiniſche Schule. Im Jahr 1782 bezog er die Univerſitäͤt Leipzig, unterm Rektorate eines Erne ſti, um da die Rech⸗ te zu ſtudiren. Allein der Hang zur Muſik gewann die Oberhand. Im Jahr 1784 that er ſeine erſte muſikaliſche Reiſe in die Schweiz, und Schmid⸗ bauer in Karlsruhe, Fraͤnzel in Mannheim und Richter in Strasburg feuerten ihn zu wei⸗ tern Unternehmungen an. Er kehrte alſo nach ei⸗ nem Jahre zuerſt in ſein Vaterland zuruͤk, und eil⸗ te von da von der Hochſeligen Fuͤrſtin zu Naſſau⸗ Weilburg unterſtuͤzt, nach Frankreich und ſeiner Hauptſtadt. In Paris nahm ſich ſeiner der Herr Kapellmeiſter Kraus, aus Stockholm, vorzuͤg⸗ lich an und fuͤhrte denſelben in die Kenntniſſe der Kompoſition ein. Im Jahr 1786 kehrte er aus Frankreich ins Vaterland zuruͤk, blos um ſich dem Dienſte Seiner Fürſtin zu widmen. Aber ſie ent⸗ lies ihn gnaͤdigſt, als er den Ruf hieher bekam, noch kurz vor ihrem Tode.
V. Au⸗


