erfahren. Dieselbe bezweckt im Allgemeinen: die im Gymnasialwesen bis- her gemachten Fortschritte, nach den verschiedenen Beziehungen desselben, für die inländischen Anstalten zu verwerthen, und, ohne Beeinträchtigung der nach den Forderungen der Zeit zu fassenden Gesammtaufgaben und des zu erreichenden Gesammtzieles, durch Erweiterung der Unterrichtszeit und durch Vereinfachung und Gliederung des Stoffes die intensive Aneignung der Unterrichtsobjecte, neben genügender Berücksichtigung der körperlichen Entwickelung und Ausbildung der Jugend, zu ermöglichen.
So wurde vorerst ein neunjähriger„Gymnasialkursus statt des bis- herigen achtjährigen festgestellt, indem die I. Klasse, mit bisher einjährigem Kurse, nun 2 Jahre umfasst und im letzten Stadium der Gymnasialbildung eine Selecta den Uebergang zur Universität zweckmässiger vermittelt. Da- bei blieb die unterste oder VIII. Klasse in ihren Forderungen für Alter und Vorkenntnisse unverändert. Diese neunjährige Bildungsperiode wurde, an- statt dass bisher das Lehrpensum einer jeden Klasse genau abgegrenzt war, in drei grössere, mehrere Klassen umfassende, einjährige Kurse ab- geiheilt, wobei„vorzugsweise die Zielpunkte ins Auge zu fassen sind, welche durch den Gymnasialunterricht erreicht werden sollen, während der bei dem Unmterrichte einzuhaltende Stufengang einer weiteren Entwickelung an der Hand der Erfahrung, und unter fortgesetztem lebendigen Verkehre der Lehrer, ohne zu grosse Beschränkung der Individualität, unterliegt.“
In dem I. Kurse, welcher die drei untersten Klassen, VIII—VI, um- fasst, ist die Zahl der wöchentlichen Lehrstunden auf 32 erhöhl, jedoch so, dass hinfort für diese Klassen eine Beschränkung der häuslichen Arbeiten einzutreten hat, welche grösstentheils innerhalb dieses Zeitraums unter Leitung eines Lehrers, zunächst des Klassenlehrers, Statt haben sollen, so dass sie den sogenannten Silentien von andern Gelehrtenschulen entsprechen, aber unentgeltlich geleitet werden. Die drei mittleren Lehrjahre des II. Kurses nehmen des Schülers Thätigkeit für die Schule am meisten in An- spruch, damit er hier lerne, seine Arbeitskraft zu gebrauchen und sich ans Arbeiten zu gewohnen. Für den III. Kursus oder die drei oberen Klassen ist die Stundenzahl verringert(II. 30., I. 25— 27.), um der Selbstthätigkeit


