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Tal findet daher ein Gesteinswechsel nicht statt, und verschiedenartige Widerstandsfähigkeit der Gesteine gegen die Erosion kann den Wechsel des Talgefälles nicht verursacht haben. Das Tal ist gegen NO geöffnet, biegt im flacheren Gelände, aber unterhalb der Burg Roden- stein, nach SO um. Die Talwände sind links sehr schroff, steil und frei von losen, zer- streuten Blöcken, obschon weitaufragende Felsen vielfach dort anstehen. Das obere Talende wird durch eine Mulde mit mässigem Gefälle gebildet. Zwischen ihm und dem Laudenauer Tal liegt ein schmaler Sattel von 411 m Höhe, im Norden und Westen steigt der mächtige und breite bis 605 m hohe Neunkirchener Höhenrücken empor; gegen Süden beschattet das Tal ein Vorberg von 428 m Höhe, der Ehrenberg. Geht man vom Rodenstein aufwärts, so sperrt am Anfang des Waldes bei 320 m ein Querriegel von Felsblöcken das Tal vollständig ab, der sich rechts und links an den Talwänden noch 10 m höher hinaufzieht als in der Mitte. Der heutige Bach arbeitet sich mühsam durch die Felsblöcke, den Lehm, welcher zwischen diesen lagert, fortspülend; er hat manchmal eine kleine Bresche in die Felsenmauer gerissen und einige Blöcke weggerollt. Vor dem Querriegel finden sich auf 100 m Länge kleine Haufwerke von Blöcken, Schutt und Lehm, durchfurcht von Gräben und Rinnen. Uber dem Felsenmeer wird das Tal plötzlich flach, feucht und sumpfig; Erlen und saure Gräser wachsen dort. Nach weiteren 100 Schritten folgt bei 340 m Höhe ein zweiter Steinwall, dann dieselbe Verflachung des Tals mit sumpfigem Boden, bei 360 m Höhe schliesslich ein dritter Querriegel von Felsblöcken, der ganz unversehrt erscheint; dahinter eine moorige, flache Wiese und dann das Talende. Die einzelnen Felsdämme sind an 5m hoch; sie bilden 3 vollständige Talsperren. Ihr regelmässiger Bau, ihre Wiederholung bestimmten Chelius zur Ansicht, dass wir es hier mit Endmoränen eines in drei kurzen Zeiträumen sich zurückziehenden, lokalen Gletschers zu tun haben, dessen Eis in den drei flachen Mulden sich sammelte und an seinem jemaligen unteren Ende die Schuttmassen erzeugte. Lepsius, Fraas und Klemm bestätigten gelegentlich einer Exkursion die überraschende Ahnlichkeit der Erscheinungen mit Endmoränen anderer Gegenden. Liegt hier eine glaziale Erscheinung vor, so sind die analogen, wenn auch minder gut erhaltenen Erscheinungen an den oben genannten Orten des krystallinen Odenwaldes ebenso zu erklären.
15. Rossberg. Ein dem oben geschilderten grundmoränenartigen Material ähnliches Gebilde, das zum Vergleich auch hier angeführt werden muss, hat E. Becker in einer Abhand- handlung„der Rossbergbasalt bei Darmstadt“ beschrieben. Unter einer Schicht Löss befinden sich lehmige, hell- bis rotbraune Massen mit Geschiebeblöcken von Basalt bis zu 0,5 m Durchmesser in einer Mächtigkeit von 3 m. Die geschiebeähnlichen gerundeten Blöcke, welche eine von Löss überlagerte Zone erfüllen, sind nicht mit den runden Fragmenten des ver- witterten Basaltes zu verwechseln. Das Vorhandensein jenes Geschiebematerials gibt zur Vermutung Anlass, dass wir hier eine Erscheinung haben möchten, die Ahnlichkeit mit einer glazialen aufweist. Der Gedanke liegt nahe, dass die grosse Eiszeit unserer Gegend mächtige Schneefälle gebracht habe. Die Schneemassen mussten unter dem beständig wechselnden Ein- fluss der Sonne und erneuter Schneefälle schliesslich zu einer festen Masse werden, wie das in den Alpen sich heute noch ereignet. Beim Abschmelzen dieser kompakten Schneemassen, welche nun die unter ihnen gelegenen Gerölle in sich eingedrückt hatten, ist es wohl denkbar, dass an einem Bergabhange eine Bewegung stattgefunden habe, durch welche die einge- schlossenen Gesteine von ihrer ursprünglichen Lagerstätte nach einer Mulde bezw. an den Fuss des Berges konnten transportiert werden. Nach völliger Abschmelzung des Schnees bilden nun jene Gerölle eine Schuttmasse, welche älter als Löss, fast mit einer Grundmoräne


