Aufsatz 
Glaziale Erscheinungen im Odenwald
Entstehung
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zusetzen wäre. Chelius hält diese Bildung, sie mit andern vergleichend, für eine glaziale und den Blocklehm für Grundmoräne, fügt aber hinzu, dass die Verbältnisse hier allein nicht beweisend sind.

Für Bildungen durch glazialen Transport spricht Chelius weiter an Felsenmeere an einigen Stellen der Tromm und des Wagenberges, im Schannenbachtal, im Märker- wald, bei Dorf Seidenbuch und Scheuerberg, im Tal von Schlierbach nach Seiden- bach.? In dem grösseren Teile des Hornblendegranitgebietes lassen sich solche Bewegungen auf grössere Entfernungen nur in den Talrinnen bei Walderlenbach nachweisen, im übrigen aber treten die gerundeten Blöcke nur da an die Oberfläche und häufen sich auch felsenmeer- artig an, wo der sie umhüllende Verwitterungsgrus weggewaschen ist.

14. Gebiet der Neunkircher Höhe, Talbildungen undEndmoränen. Wenden wir uns von dem Quellgebiet der Weschnitz und ihrer Nebenbäche zur Wasserscheide zwischen Weschnitz, Gersprenz, Modau und den übrigen Bächen nach der Rheinebene, zur Neunkircher Höhe. An vielen Stellen glaubt Chelius lglaziale Erscheinungen gefunden zu haben. Die diluvialen Ablagerungen in den Talern bestehen hauptsächlich in einem mehr oder weniger zähen, dunkel- gelben, kalkarmen Lehm, der von Gesteinsschutt und runden wie eckigen Gesteinsstücken mehr oder weniger erfüllt und durchspickt ist. Teilweise stellt dieser mit Lösslehm ver- mischten Abhangs- und lalten Talschutt dar, zum grösseren Teil jedoch ist er nach Chelius Ansicht glazialer Entstehung.

Ausserdem hält dieser im Anschluss an diese grundmoränenartigen Lehmgebilde die merkwürdigen PTalbildungen der hochgelegenen Gebiete für Reste und Merkmale glazialer Tätigkeit.

Dort beginnen die Täler mit weiten, schüsselförmigen Vertiefungen und Buchten an den Berggehängen, fallen unterhalb dieser plötzlich steil ab, verflachen sich ein- oder zweimal, um in weiterem steilen Absturz in den ebenfalls flachen unteren Talteil überzugehen. Man beobachtet diese Reihenfolge am besten bei Neutsch, Frankenhausen, Hoxhohl, Lützelbach, Messbach, Billings, Nonrod, Laudenau, Winterkasten, Gadern- heim und an den Gehängen südlich Reichenbach gegen Knoden. Die engen Talschwellen sind mit Felsblöcken erfüllt oder verlaufen in anstehenden Felsen. Mit den Steilabstürzen in den oberen Talstrecken fällt also oft eine Art Felsenmeerbildung zusammen, und zwar stets in einer Meereshöhe von 300 400 m an. Es finden sich solche Felsenmeere bei Linden- fels, Kolmbach, Knoden, südlich Reichenbach, Nonrod(Wasserloch), Lützelbach (Lochwiese), Neunkirchen, Winterkasten, Laudenau und sogar vereinzolt im Böll. steiner Gebiet bei Bockenrod. Alle liegen in derselben Meereshöhe; wenn auch Schwankungen von 20 m nach oben oder nach unten je nach der limmelsrichtung stattfinden, so wurde dieselbe Erscheinung doch nicht unter 300 m oder über 400 m beobachtet. Ueber jedem Steilabsturz mit Felsblöcken befinden sich flachere Talstrecken mit nassen Stellen oder feuchten, moorigen Wiesen, in welchen bisweilen kleine Teiche angelegt sind. Enter dem Moorboden lagert grauer bis rostiger, feiner, toniger Schlick oder Lehm. Unterhalb der Felsenmeere zeigen die Täler meist ganz gleichmässiges geringes Gefälle. Die Namen, wie Wasserloch, Lochwiese und ähnliche, sind bezeichnend für die flachen, oberen Talstrecken über den Felsenmeeren.

Das vorzüglichste Beispiel derartiger Felsenmeere bietet ein Tälchen, welches von der Burg Rodenstein nach der Freiheit und nach Laudenau zieht. Dasselbe ist ein Längstal und folgt dem Streichen der Neunkircher Scholle von S W nach N O. Quer zum