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12. Trommrücken. Während die rechte Talseite der Weschnitz in dem unreinen Lehm Ge- schiebe von Quarzit, Quarz. Hornfels, Hornstein, Graphitquarz, metamorphen Schiefern, Dioriten und Graniten enthält, führt der Lehm der linken Talseite bis hoch hinauf an den Trommrücken 150— 200 m über dem Weschnitztal zahlreiche Bundsandsteinstücke und abgerollte Geschiebe desselben, deren Höhenlage, Grösse und geringe Rundung kaum zulässt, anzunehmen, dass die diluviale Weschnitz diesen Sandstein von Hammelbach hierher geschleppt habe. Es ist des- halb nach Chelius ein Transport derselben zur Eiszeit über den Trommkamm wahrscheinlich.
13. Felsenmeerbildungen, insbesondere„am Buch“ bei Lindenfels. Von dem Weschnitztale aus gehen wir in die Quellgebiete seiner Nebenbäche. Dort treften wir an der Mehrzahl der höheren Berge grössere Anhäufungen von Gesteinsblöcken an Bergabhängen, sogenannte„Felsen- meere“. In seiner Arbeit über die Bildung der Felsenmeere hält Chelius einige für Glazial- erscheinungen. Als eine solche erklärt er z. B. das Felsenmeer am Buch bei Lindenfels. Es ist dieser Berg ein 530 m hoher, breiter Dioritrücken. Den Südostabhang des Berges bedecken dicht grosse Felsblöcke, welche eckig und scharfkantig oder kantengerundet, selten rund sind, wie die Blöcke am Felsberg und bei Schlierbach. Ein Aufschluss unter dem Diorit- bruch von Kreuzer und Böhringer gibt ein Bild davon, dass diese Felsstücke an der Ober- fläche des Berges aus einem zähen Lehm freigewaschen sind, welcher zahllose kleinere und grössere Blöcke verkittet. Die Felsstücke in dem Lehm sind oft auf eine Kante oder Spitze gestellt, also wohl nicht durch Rollen und ihr eigenes Gewicht dahingekommen. Die grösseren Blöcke des Felsenmeeres lassen sich dadurch von hervorstehenden Felsen des anstebenden Gesteins unterscheiden, dass sie keine regelmässige Zerklüftung zeigen. In dem Blocklehm sind ausser Diorit auch Blöcke von Aplit und Pegmatit eingebettet, wie sie nur weit entfernt auf dem Gipfel des Berges, sowohl nach Grösse als Beschaffenheit, anstehend gefunden werden. Der Lehm ist aus Zerreibungsprodukten der Gesteine gebildet; er enthält neben den grossen Blöcken viele kleine Gesteinssplitter fest eingekittet und manchmal auch Spitzen von ge- schichtetem Gesteinsgrus und Sand eingelagert. Uberall mussten die Gesteinsblöcke aus dem Lehm da freigelegt werden, wo eine stärkere Abwaschung stattfand. Die Menge und Grösse der Blöcke rufen den Eindruck hervor, als bestehe der ganze Berg aus festem Gestein. Unternehmer, welche Gesteine zum Schleifen und Polieren suchten, wurden nicht selten enttäuscht, wenn sie sahen, dass die frischen und schönen Blöcke an der Oberfläche nach Durcharbeitung des Blocklehms keineswegs in der Tieſe gesunde und brauchbare Materialien oder überhaupt festen Fels voraussetzen lassen.
Ein Steinbruch, nördlich von Kreuzer und Böhringer zeigt, dass der Diorit bis auf 15 m Tiefe zu feinem Mehl, welches nur wenige feste Blöcke enthält, zersetzt ist. Der mürbe Diorit weist eine starke Parallelstruktur dadurch auf, dass ihn Granitadern und grobkörnige Hornblendebänder durchziehen. Die parallelen Gesteinsstreifen fallen nach S W steil ein, sind gegen den auf ihnen liegenden Blocklehm nach oben hin wellig zusammengepresst und in spitzem Winkel in der Richtung des Abhangs umgebogen; weiterhin ist ihr Material mit dem Blocklehm verschleppt und vermischt. Nur eine schwere, den Berg herunter sich be- wegende Masse kann die Dioritlamellen so gepresst, gebogen und mitgeschleift haben. Mit dem Hakenwerfen von Schichten, mit Abhangsschutt ist die beschriebene Er- scheinung nicht zu verwechseln; hier müssen andere Verhältnisse vorliegen. Der Diorit war vermutlich zur Zeit der Umbiegung seiner Lagen schon fast ebenso stark zersetzt, wie heute seine festen Kernstücke schützten ihn aber manchmal vor weiterer Abtragung, die sonst voraus-


