Aufsatz 
Glaziale Erscheinungen im Odenwald
Entstehung
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derjenigen Eiszeit gebildet worden sind, in welcher in den Alpen und anderen Gebirgen die Gletscher ihre grösste Ausdehnung erlangten, in der Haupteiszeit.

Wir wenden uns jetzt zu den Glazialerscheinungen, die in den Tälern und an den Ab- hängen derjenigen Odenwaldbäche aufgefunden worden sind, welche die Höhenrücken der Bergstrasse durchschneidend in die Rheinebene gelangen.

8. Gesundbrunnen am Auerbacher Forsthaus. In dem sogenanntenHochstädter Tal, gebildet durch den Ziegelbach, der bei Auerbach in die Rheinebene hinaustritt, sind am Gesundbrunnen beim Auerbacher Forsthaus grundmoränenartige Massen aufge- schlossen worden, die den oben beschriebenen ziemlich gleich sind. Das Gebilde bedeckt den Granit, ist aber ziemlich stark umgelagert. Die Oberfläche des Granites ist hier ganz eben, ähnlich wie bei dem Aufschluss am Eschenberge bei Laudenbach.

9. Abhänge des östlichen Melibokus und der Bangertshöhe bei Hochstädten. In demselben Tale ist der Ostabhang des Melibokus und auf der anderen Seite der Abhang der Bangerts- höhe bei Hochstädten mit Bruchstücken und Blöcken der Aplit- und Quarzitgänge stark über- schüttet. Chelius führt diese Anhäufungen, analog deutlicheren, später zu beschreibenden, auf glazialen Transport zurück.

10. Hambacher Tal, insbesondereHubenhecke. Die nächsten Gebilde befinden sich am Tale des Hambaches, eines Nebenbaches der Weschnitz, welcher nördlich von Heppenheim in die Rheinebene hinausfliesst. Das rechte Gehänge des Hambaches breitet sich zu einer in der Richtung von SW nach NO etwa 2 km, in der Breite aber nur 200 300 m messenden Hochfläche von etwa 220 m Höhe über NN aus. Auf dieser erhebt sich eine kleine, bis 266,5 m über NN aufragende Kuppe, die Hubenhecke, welche also eine ganz isolierte Lage besitzt. Diese Kuppe besteht aus Diorit, welche.von zahllosen Adern kleinkörnigen Granits injiziert wird. Mittelkörniger Granit kommt auf der Hubenhecke und in ihrer Nähe überhaupt nicht vor, sondern erst 6 7 km weiter nach NO in der Gegend von Knoden und Schannenbach. Auf dem festen Gestein und unter einer Lössdecke liegt nun aber, wie mehrere Schürfe zeigen, eine bis über metermächtige Bildung von echt moränenartiger Struktur. In derselben finden sich hauptsächlich Stücke von Diorit und kleinkörnigem Granit, fast sämtlich scharfeckig, aber auch vereinzelte stark abgerollte Stücke des mittelkörnigen. In Anbetracht der lokalen Verhältnisse und der Struktur der Ablagerung, innerhalb deren sie auftreten, beweisen diese ganz zweifellos einen glazialen Transport von Osten nach Westen. Auch an mehreren anderen Stellen des Hambacher Tales sind grundmoränenartige Gebilde aufgefunden worden.

11. Weschnitz-Tal. Der bedeutendste der Odenwaldbäche, welche die Bergstrasse nach der Rheinebene hin durchbrechen, ist die Weschnitz. Im oberen und mittleren Weschnitztal liegt Löss und Löss-Lehm auf einem von Gesteinstrümmern und Geröllen durchspickten schweren Lehm, der auch grosse stark zersetzte Gesteinsschollen und graue Tonschmitzen enthält. Chelius hielt diesen Lehm für Geschiebelehm glazialen Ursprungs. Besonders deutlich findet sich der- selbe in der Umgebung von Fürth, Rimbach und Zotzenbach. Sehr gut ist der Lehm zu sehen südlich von Hammelbach über dem Granitgrus am Abhange des Wagenberges. An den unreinen Lehm schliessen sich die mit Quarzit stark versetzten Lehme der Hornblende- Granitvorberge an. Wenn manchmal unter diesem Material auch Abhangschutt enthalten ist, so müsste dieser jedenfalls älter als der Löss sein. Südlich Fahrenbach gegen Rimbach stehen unter Lösslehm noch deutlich geschichtete diluviale Kiese mit Schottern an, die dem unreinen Lehm gleichaltrig sein dürften.