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körperlichen Ausbildung der Jugend und der hierzu erforderlichen Einrichtungen des Schulhauſes ge⸗ ſammelt haben, das Wichtigſte zuſammen.
Als erſte Forderung an Schulgebäude für höhere Schulen bezeichnet er das Vorhandenſein der notwendigſten Räume in genügender Ausdehnung. Die Zahl der Räume richtet ſich nach dem Charakter der Schnle. Da die hieſige Realſchule nach Erteilung der Berechtigung für den einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt mindeſtens öklaſſig ſein ſoll, ſo ſind erforderlich:
6 Schulklaſſen.
3 Zimmer zu Sammlungen: 1. Phyſikaliſches Cabinet. 2. chemiſches Cabinet. 3. Naturhiſtoriſche und geographiſche Sammlung.
2 Zimmer für Lehrer: 1. Directionszimmer, Conferenzzimmer und Lehrer⸗ bibliothek. 2. Lehrerzimmer.
1 Turn⸗ und Feſtſaal.
1 Raum für Schulutenſilien, Reißbretter ꝛc.
Eine hinreichende Anzahl von Abtritten in richtiger Lage.
Die Beſtimmung der Größe der Schulzimmer entnimmt er dem„Gutachten des ärztlichen Ver⸗ eins zu Frankfurt a. M.,“ der Schrift Dr. Varrentrapps„der heutige Standpunkt der hygieniſchen Forderungen an Schulbauten, Braunſchweig 1869,„Pappenheims Handbuch der Sanitätspolizei, Berlin 1869“, wonach in runder Zahl auf ein Kind durchſchnittlich etwa 1 Quadratmeter Fläche und 5 Cubik⸗ meter Luftraum kommen ſollen, und vergleicht damit die hieſigen Schulräume in Zahl und Größe. Um die Notwendigkeit des erforderlichen Luftraums darzuthun, betrachtet er einige phyſiologiſche Proceſſe unter Benutzung von Ranke's„Grundzüge der Phyſiologie“, Moleſchott, Vierordt, Quetelet„Uber den Menſchen,“ Falk's„ſanitätspolizeiliche Uberwachung der Schulen“,„Luft und Bewegung zur Geſund⸗ heitspflege in den Schulen“ im Programm des Gymnaſiums zu Darmſtadt 1867. In allen dieſen Be⸗ ziehungen fand ſich das Lokal unzureichend, ſowohl, was die Zahl an erforderlichen Räumen, als insbe⸗ ſondere die Größe des Flächen⸗ und Luftraumes anging. Ganz beſonders zeigte ſich ein Mangel in der Anlage und Zahl der Abtritte. Wir hatten für 140—150 Menſchen nur 2 Abtritte, kein Piſſoir, und dieſe Abtritte lagen mitten im Schulraum. Ein weiterer Mangel aber beſtand darin, daß keine bedeckte Turnhalle vorhanden war, weshalb die Schüler nur im Sommer turnen konnten. In Bezug auf die Wichtigkeit turneriſcher Ubungen ſagt er:„Unſerer Zeit und beſonders dem deutſchen Volke war es vorbehalten, in dem Schulturnen, wie es nach Baſedow, Salzmann, Gutsmuths, Jahn, Spieß u. A. gefordert wird, das helleniſche Bildungsideal der harmoniſchen Entwicklung aller Anlagen und Kräfte des Menſchen zur Geltung zu bringen. Durch dasſelbe ſoll der einſeitigen Vergeiſtigung auf Koſten der körperlichen Entwicklung des Kindes begegnet und dem natürlichen Trieb desſelben zu körperlichen Übungen, der ſich im Laufen und Springen, Hüpfen, Drehen und Wenden von ſelbſt in der Jugend äußert, die rechte Richtung und ein humanes Ziel gegeben werden, ſodaß die Übung und Kräftigung aller Muskellagen erreicht und unter geiſtige und ſittliche Geſichtspunkte geſtellt werde. Man wird ein⸗ ſehen, daß dies nicht durch die gebräuchlichen Knabenſpiele, ſelbſt unter Aufſicht des Lehrers, erreicht wird, wiewohl auch ſolche Spiele, namentlich die erſt durch das Turnen richtig geleiteten Turnſpiele, ihren großen Wert haben. Ebenſowenig reichen einige Turnſtunden wöchentlich, wohl gar nur im Sommer, hierzu hin, ſondern es iſt ein täglicher Unterricht und namentlich im Winter, da die Kinder in dieſer Jahreszeit den ſchädlichen Einflüſſen der verdorbenen Stubenluft beſonders ausgeſetzt ſind, not⸗ wendig. Nach dem Unterricht ſollte an jedem Wochentage mindeſtens eine Stunde geturnt werden, im Sommer im Freien, im Winter und an regneriſchen Sommertagen in der bedeckten Halle. Bei dem Mangel einer bedeckten Halle können wir hier nur im Sommer turnen laſſen, und da bei der allzu ge⸗ ringen Zahl von Lehrkräften die Lehrſtunden auf den größten Teil des Tages zu verteilen ſind, ſo bleiben auch für den Sommer nur einige Tage für das Turnen übrig, die noch durch ſchlechte Witterung be⸗ ſchränkt werden; hierzu kommt überdies, daß die herrlichen turneriſchen Übungen, das Schwimmen und das Schlittſchuhlaufen, hierorts ungünſtiger Verhältniſſe wegen auch nicht vorgenommen werden können. Er ſchloß dieſe Betrachtungen über die Bedeutung des Schulturnens mit anregenden Worten einiger Au⸗ toritäten auf dieſem Gebiete: 3
„Die Turnkunſt ſoll die verloren gegangene Gleichheit der menſchlichen Bildung wieder her⸗ ſtellen, der blos einſeitigen Vergeiſtigung die wahre Leibhaftigkeit zuordnen, der Überfeinerung in der


