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zu einer Schule deutſcher Nationalität und induſtrieller Intelligenz gemacht werden; Humanität ſei der Zweck der Schule, ſie müſſe indeſſen, um nicht ein vages Phantom zu ſein, unter der Form der⸗ Nationalität hervortreten; die angemeſſene Form der Nationalität für den Deutſchen ſei nur die Deutſchheit, und darum müſſe der Geiſt der Schule ein deutſcher ſein. Jene Gründlichkeit, womit der Deutſche ſtets in die Tiefen der Wiſſenſchaft gedrungen, jene Treue gegen Fürſt und Vaterland, womit er immer den Völkern vorangeleuchtet hat, jene ſtrenge Sittlichkeit, jene Biederkeit und Wahrheit der Geſinnung, das ſei der deutſche Geiſt, der die Anſtalt zu einem wahrhaft nationalen Inſtitut mache. Das ganze Vaterland ſähe mit geſpannter Erwartung auf die Leiſtungen einer Anſtalt hin, die, während der Begriff Realſchule bisher ſo ſchwankend und von ſo vielen ſo wenig richtig gefaßt war, ſtreng nach national⸗ ökonomiſchen Grundſätzen berechnet ſei. Endlich erfleht er den Segen des Herrn, ohne welchen kein menſchliches Streben gelingen könne, mit den Worten auf ſie herab:„Gott möge über dieſe Anſtalt und ihren Lehrern gnadenvoll walten!“
Hierauf betrat der Director der neu errichteten Realſchule, Dr. Winterſtein, das Katheder und hielt eine Rede, aus welcher wir den Hauptgedankengang hervorheben wollen. Er begann mit einem Hinweis auf die landesväterliche Huld und Gnade, welche Se. Königliche Hoheit unſer allerdurchlauch⸗ tigſter Großherzog der hieſigen Stadt durch Eröffnung der Realſchule erwieſen habe, und ging hierauf zur Betrachtung der Bedeutſamkeit des Realſchulweſens für die Volksbildung über, was indeſſen für ihn ein ſchwieriges Problem ſei nach den trefflichen Worten, die Herr Oberſtudienrat Dr. Schmitthenner über denſelben Gegenſtand geſprochen habe. Feierlich ſei der Moment, in welchem er zu der Verſammlung rede, da es der Befähigung der neuen Generation gelte in rein menſchlicher, bürgerlicher und gewerblicher Hinſicht. Auf der Stufe der von uns erreichten Cultur ſei eine Lücke zwiſchen den Anſtalten für den erſten Elementarunterricht und den Gymnaſien vorhanden. Dieſe Lücke füllten die Realſchulen aus, ſie ſtünden indeſſen auf derſelben Stufe mit den Gymnaſien und ſeien in der That als techniſche Gymnaſien zu betrachten. Sie ſollten die Fortſetzung der religiöſen, ſittlichen und intellectuellen Erziehung bilden. Die mathematiſchen, naturwiſſenſchaftlichen und naturhiſtoriſchen Vorkenntniſſe ſollten in ihnen mit ſteter Rückſicht auf techniſche Anwendung gelehrt werden. Die Mathematik ſei unentbehrlich für verſchiedene Verrichtungen des gewerblichen Lebens. Hierauf erläuterte er die Anwendung der Mathematik und Phyſik durch die Betrachtung einiger Dampfapparate; des mechaniſchen Webſtuhls bei Hamilton in Schottland, deren zwei durch Einen Knaben bedient werden und täglich 40 bis 48 Ellen Tuch liefern; des Dampfwagens, deſſen Leiſtungsfähigkeit und Schnelligkeit beſonders hervorgehoben wird.„Der Dampfwagen zieht 2000 Centner ſo ſchnell wie der Vogel fliegt, er legt in der Sekunde 50 Fuß zu⸗ rück.“ Er prophezeit, daß eine Zeit kommen werde, in welcher jeder Frachtfuhrmann ſeinen Dampf⸗ wagen habe und mehr Reiſen mit demſelben machen werde, als mit 20 bis 30 Pferden. Die Pferde könnten vermindert und der Boden mehr zum Nutzen der Bevölkerung verwendet werden. Der Dampf⸗ wagen werde dereinſt gewiß zur Bebauung der Felder verwendet werden und die Ertragsfähigkeit er⸗ höhen. Auch für die Verrichtung der menſchlichen Werkthätigkeit ſind Mathematik und Phyſik notwendig; z. B. bei der Spinnerei, der Conſtruction der Ofen, der Herde, der Anwendung der hydrauliſchen Preſſe. Ebenſo wichtig ſeien die Grundlehren der Chemie. Sie vermehren die Exiſtenzmittel, ſie fördern die geiſtigen Anlagen der Schüler, üben deren Sinnesorgane und erzeugen Luſt an der Beobachtung. Er weiſt hierbei auf die Gährungsproducte, auf die Farbenbereitung, auf die Färberei, Druckerei, Schnellgerberei, Metallurgie hin, ſowie auf die großartigen Entdeckungen in der Chemie ſeit 1774 und prophezeit, daß die Chemie dereinſt gewiß Aufſchlüſſe geben werde über die innere Organiſation der Natur. Dieſe Kenntniſſe ſeien ſeither nur auf Gelehrtenſchulen erworben worden; jetzt ſollten ſie zum Gemeingut der productiven Klaſſe werden. Das ſei ein großer Sieg der Civiliſation, daß das Be⸗ dürfnis nach den Realſchulen allgemeiner gefühlt werde. Die Wiſſenſchaft ſelbſt aber ziehe den größten Vorteil daraus, denn talentvolle Arbeiter hätten ſchon oft dieſelbe erweitert, wobei er an Franklin, den Buch⸗ drucker erinnert, der 1775 den Blitzableiter erfunden. Die Ausbildung der productiven Klaſſen ver⸗ mindere ferner den Zudrang zum gelehrten Studium und zum Staatsdienſt, ſie habe den größten Ein⸗ fluß auf Entwicklung der rein menſchlichen, religiöſen und ſittlichen Bildung. Die Errichtung der Real⸗ ſchulen ſei daher ein erfreuliches Zeichen der fortſchreitenden Civiliſation; wir lebten in einer Zeit großer Kraftanſtrengung, in welcher es gelte, ſich dem Auslande gegenüber nicht an Productivität überflügeln zu laſſen. Endlich ſpricht er den Gründern der Anſtalt, Sr. Koͤniglichen Hoheit dem Großherzoge,


