Aufsatz 
Geschichte des Progymnasiums und der Realschule zu Michelstadt während der ersten 50 Jahre ihres Bestehens von 1834-1884
Entstehung
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Die ordentlichen Lehrer der Anſtalt waren:

1. Wilhelm Curtmann, cand. theol., geboren zu Eudorf, erſter Hauptlehrer bis Herbſt 1826, dann Lehrer an der Realſchule zu Offenbach, ſpäter Director des Großherzoglichen Schullehrerſeminars zu Friedberg, geſtorben 1871.

2. Friedrich Haupt, cand. theol., geboren 3. October 1805 zu König, erſter Hauptlehrer von Herbſt 1826 bis Herbſt 1830; dann Vicar zu Queck, 1832 Rector zu Schlitz und Pfarrer in Frau⸗ rombach, 1836 Lehrer an der Cantonſchule zu Aarau, 1837 Seminarlehrer in Küßnacht, 1840 Oberlehrer an der Cantonſchule zu Zürich, 1840 Pfarrer in Rimhorn, 1856 Pfarrer in Gronau, 1881 in den Nuheſtand verſetzt, lebt jetzt zu Gießen.

3. Karl Daudt, geboren zu Schaafheim, erſter Lehrer von Herbſt 1830, ſpäter Pfarrer in Kirch⸗ Brombach, Köngernheim und Wörrſtadt, geſtorben 1871.

4. Jakob Friedrich Böhler, cand. theol, geboren 22. April 1801 zu Neuſtadt. 1827 Vicar in Sandbach, 1832 Pfarrer in Rimhorn, 1844 in Seckmauern, 1857 in König, geſtorben am 22. April 1878.

5. Kredel, cand. theol., geboren zu Unter⸗Moſſau, ſpäter Vicar in Beerfelden, Pfarrer und Lehrer zu Wilsbach, wanderte nach Amerika aus, wo er auf der Eiſenbahn verunglückte.

6. Friedrich Heſſig, geboren 22. Januar 1793. Mitprediger zu Michelſtadt 1816, Stadtpfarrer da⸗ ſelbſt 1821, geſtorben am 9. Februar 1855.

7. Ludwig Albrecht Braun. Mitprediger und Rector in Michelſtadt 1821, zweiter Pfarrer in Beer⸗ felden 1828, dann 1843 erſter Pfarrer daſelbſt, 1854 Pfarrer in Rüßelsheim, 1859 Kirchen⸗ rat, geſtorben 1863.

8. Guſtav Schneider, geboren 22. Juni 1804 zu Michelſtadt, 1828 Mitprediger und Rector zu Michelſtadt, 1839 Pfarrer in Biedenkopf, 1850 in Schaafheim, 1860 zu Ueberau, 1864 Kirchen⸗ rat, geſtorben 1878.

Außerordentliche Lehrer der Anſtalt waren:

Karl v. Touſſaint, franzöſiſcher Sprachlehrer, ſpäter Lehrer an der Realſchule.

Adolf v. Touſſaint, Zeichenlehrer, Maler zu Erbach.

Wilhelm Maul, Schreib⸗ und Turnlehrer, Regiſtraturgehilfe an der Gräflichen Kammer, ſpäter Gräflicher Kammerrat.

Daniel Wagner, geboren 27. Juni 1790. Lehrer an der Stadtſchule, geſtorben 1842.

Wilhelm Steinhäuſer, geboren 1785 zu Eiſenberg in Thüringen, Lehrer an der Stadtſchule, geſtorben 1849.

Das Schullokal wechſelte mehrmal. Zuerſt befand ſich dasſelbe im Schmucker'ſchen Hauſe, dann bei Spiegel, bei Seip und endlich ſeit 1828 in dem hierzu erbauten Hauſe, worin ſich jetzt die Gräfliche Rentkammer beſindet.

Werfen wir zum Schluß noch einen beurteilenden Rückblick auf die Einrichtung und die Wirk⸗ ſamkeit des hieſigen Progymnaſiums, ſo ſcheint uns nicht nur die Mathematik und Geſchichte, wie Se. Erl. der Graf Albert zu Erbach⸗Fürſtenau in ſeiner Kritik des Lehrplans ſagt, ſondern auch die Geographie und beſonders die Naturwiſſenſchaften und endlich auch die franzöſiſche Sprache ſelbſt zur Erreichung des Hauptzweckes, nämlich zur Vorbereitung der Schüler für die Prima eines Landesgymnaſiums allzu⸗ ſehr beſchränkt. Freilich waren die Forderungen dieſer Gymnaſien, wie ſie uns aus den bei den Acten liegenden Lehrplänen der Gymnaſien zu Darmſtadt, Gießen, Büdingen und Wertheim vorliegen und oben kurz dargelegt ſind, keine ſo ausgedehnten, wie heutzutage, und es verlohnt ſich ſehr, dieſelben mit den heutigen Forderungen zu vergleichen, die mit Recht zu Klagen über Überbürdung der Schüler geführt haben, weil die Gymnaſien mit den Realſchulen 1. Ordnung auch in ihren Leiſtungen in den Realien und neueren Sprachen zu wetteifern ſuchen.

Aus dieſen geringeren Anforderungen rechtfertigt ſich allerdings, daß man das Hauptgewicht auf die Sprachen, insbeſondere auf die alten Sprachen, legte, daß man die Naturwiſſenſchaften nur be⸗ rührte; wie man jedoch die immerhin nicht unbedeutenden Forderungen in der Geſchichte und Geographie, ſowie in der franzöſiſchen Sprache bewältigen konnte, iſt nicht wohl denkbar, da ſowohl der Geſchichte und Geographie, als auch der franzöſiſchen Sprache in der ganzen Anſtalt nur 5 Stunden gewidmet wurden. Wenn es übrigens damals mit dem franzöſiſchen Sprachunterricht in den höheren Schulen, auf welche 9*½

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