Aufsatz 
Quaestiones in Aelii Donati in Terentium commentariis : p. 1 / instituit Iacobus Aloysius Becker
Entstehung
Einzelbild herunterladen

31

2) Im Zeichenunterricht iſt für die drei oberſten Klaſſen, für welche er nicht obligatoriſch iſt, eine Selecta eingerichtet,

woorin, außer der Weiterbildung im Zeichnen, zugleich kunſtgeſchichtliche Belehrungen von Dr. Lindenſchmit ertheilt werden(wöchentlich 1 ½ Stunden).

3) Der Geſangunterricht wird als obligatoriſch in drei Abtheilungen gehalten, für die drei oberſten, die drei mittleren und die zwei unterſten Klaſſen(wöchentlich je 1 St.). Außerdem Einübung von vierſtimmigen Geſängen für ausgewählte Schüler aus allen Klaſſen, wöchentlich je 12 Stunden.

4) Der Turnunterricht(12 St.) wird während des ganzen Jahres, je nach den Witterungsverhältniſſen im Turnſaale oder im Turngarten, nach dem Syſteme von A. Spieß in Ordnungsübungen, Freiübungen und an den Geräthen ertheilt, für die drei oberſten Klaſſen wöchentlich je 1 St., für die fünf andern wöchentlich je 2 St., und zwar ohne Combination der Klaſſen, ſo daß jede Klaſſe nach der angemeſſenen Stufe ihre beſonderen Unterrichtsſtunden erhält; nur IIb und III in einer der beiden Stunden mit Combination oder Wochenwechſel.

5) An den freien Nachmittagen, Dinstags und Donnerstags, werden von 14 Uhr unter Aufſicht und Leitung des Re⸗ petitors für die dazu beſtimmten Schüler Repetitions⸗ und Arbeitsſtunden gehalten.

6) Für Privatcurſe in der Stenographie iſt durch den Schreiblehrer Werner Gelegenheit gegeben.

7) Die Gymnaſialbibliothek ſteht Dinstags und Donnerstags von 35 Uhr den Schülern zur Benutzung offen.

8) Auch das chemiſche Laboratorium kann in beſonderen Stunden für geeignete Schüler zu praktiſchen Arbeiten unter Anleitung des naturwiſſenſchaftlichen Lehrers geöffnet werden.

9) Während des Sommers haben die Schüler viermal wöchentlich(Dinstags und Donnerstags von 35, Montags und Freitags von 46 Uhr) unentgeltlichen Zutritt zu der Badeanſtalt des Herrn Ohaus, woſelbſt ſie auch im Schwimmen unterrichtet werden.

II. Das Amtsperſonal.

a. Perſonalbeſtand am Ende des Schuljahres.

(Die wiederholte Angabe der Lehrfächer und wöchentlichen Stundenzahl iſt höheren Orts vorgeſchrieben. Hier zunächſt für das Sommerſemeſter.)

Director Prof. Bone: in Ia Rhetorik und Propädeutik(1 St.), Homer und Sophokles(2); in Ib Poetik(I), Horaz(2); in IIa Altdeutſch(1). Prof. Dr. Klein: in Ib Latein(6), Griechiſch(6). Prof. Dr. Becker: in Ia Latein (8), Griechiſch(4). Prof. Dr. Hennes: in Ia Deutſch(2), Geſchichte(3); in Ib Deutſch(2), Geſchichte(2); in IIa Ge⸗ ſchichte(3) Prof. Dr. Vogel: in IIb Latein(8), Griechiſch(6). Dr. Killian: in IIa Latein(8), Griechiſch(6). Dr. Keller: in IV. Latein(6), Griechiſch(5), Deutſch(3), Geſchichte und Geographie(3). Dr. Noiré: Franzöſiſch in Iz, Ib, IIa, IIb(je 2); Deutſch in IIa und IIb(je 2); Italieniſch in la und Ib(je 1); Latein in IV(2). Dr. Stigell: Engliſch in Ia, Ib, IIa, IIb(je 2); Franzöſiſch in III(2). Dr. Reis: Mathematik in Ja, 1, Ila, IIb(je 3); Natur⸗ wiſſenſchaft in Ia, Ib, IIa, IIb, III(je 2). Dr. Hattemer: in III Latein(6), Griechiſch(5), Deutſch(2), Geſchichte und Geographie(a). Dr. Schall: in VI Latein(10), Deutſch(2), Geſchichte und Geographie(3); in IIb Geſchichte(3). Schlenger: in V Latein(10), Deutſch(2), Geſchichte und Geographie(4); in III Latein(2). Kempf; kath. Religionslehre in allen 8 Klaſſen(je 2); Hebräiſch in la und Ib(je 2). Dr. Diehl: in VI Franzöſiſch(3), Rechnen(4); in V Fran⸗ zöſiſch(3), Rechnen(3); in IV Franzöſiſch(2), Mathematik(3); in III Engliſch(2). Pfarrer Bauer: evangeliſcher Religionsunterricht in 3 Abtheilungen(je 2); desgleichen der israelitiſche Religionsunterricht beim israel. Religionslehrer Schauer. Dr. Lindenſchmit(definitiv) Zeichenunterricht in IV, III, IIb(je 2) in der Selecta aus den obern Klaſſen (1 ½). Hom: Geſang(41²2). Vey: Turnen(12). Werner: Schreibunterricht(8). Dr. Bone, Ropetitor: Mathematik in III(3); Repetitionen und Stellvertretungen. Urmetzer(Optiker und Mechaniker), Conſervator des phyſikaliſchen Cabinets. Sommer: Pedell. Den Dienſt des Rechners verſieht die Generalreceptur des Mainzer Univerſitäts⸗ und Stipendienfonds.

b. Beſondere Nachrichten.

1) Das Schuljahr, beſonders das Winterſemeſter, war von manchfachen Störungen in Folge von Erkrankungen begleitet. Vor allem aber bleibt in Andenken der große Verluſt, den das Gymnaſium durch den Tod des Mathematiklehrers Wilhelm Kiefer erlitten hat. Nach längerem, ſtill verhaltenem und bei ſeinem rüſtigen Mannesalter kaum bemerkbarem Unwohlſein, erkrankte derſelbe am 15. Dezember, anfangs unter wechſelnden Zeichen baldiger Geneſung, alsdann aber mit raſch zu⸗ nehmender Ermattung in Folge eines ſchwindſüchtigen Bruſtleidens, dem er am 25. März durch ein ruhiges Hinſcheiden erlag. Er war geboren zu Mainz am 30. Auguſt 1823, beſtand ſeine Facultätsprüfung zu Gießen 1848, wurde durch Hohe Verfügung vom 10. Januar 1849 am hieſigen Gymnaſium proviſoriſcher Lehrer der Mathematik und erhielt durch