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würde, als der im andren Falle nothwendige, aber an ſich principiell verfehlte Anbau an unſre alten Gebäude und der Umbau der letzteren.
Sollte der Staat nicht hinlänglich veranlaßt ſein, auch für unſre Anſtalt etwas zu thun, wenn er den Gymnaſien zu Darmſtadt, Gießen, Bensheim und Büdingen zu ausreichenden Localitäten verhilft und dem Gymnaſium zu Mainz ſogar faſt den ganzen dortigen Univerſitätsfonds überläßt? Ich würde für einen voll⸗ ſtändigen Neubau auch nicht ein einziges Wort ſprechen, wenn der Stadt Worms die ganze Laſt deſſelben zugeſchoben werden ſollte. Und wenn es ſich heraus⸗ ſtellen ſollte, daß der Staat zwar den andren Gymnaſien des Landes bereitwillig geeig⸗ nete Localitäten verſchafft, dagegen allein für unſre Anſtalt keinen Zuſchuß zu einem dringend nothwendigen Bau gewähren will: ſo bin ich der erſte, welcher ſofort einen vollſtändigen Neubau perhorrescirt. Allein ſo lange für alle andren Gymnaſien des Landes vom Staate Zuſchüſſe zu deren Bauten geleiſtet oder beanſprucht werden, würde ich als Director des hieſigen Gymnaſiums geradezu einer Pflicht⸗ verletzung mich ſchuldig machen, wenn ich für meine Anſtalt nicht den gleichen Anſpruch erheben würde, vielleicht aus bloßer Furcht, in dieſer Sache nichts zu erreichen. Ein Mißerfolg in guter Sache tritt meiner Ehre nicht zu nahe. Längere Zeit intereſſirte ſich der Staat, reſp. unſre Stände, vorwiegend nur für die Gymnaſien zu Darmſtadt, Gießen und Mainz. Und da das Gymnaſium zu Mainz lediglich aus dem dortigen „Univerſitätsfonds“ erhalten wurde, ſo geſchah es, daß ſich die Stände des Landes rechtlich nur zur Unterhaltung der Gymnaſien zu Darmſtadt und Gießen verpflichtet hielten, und zwar urſprünglich aus dem Grunde, weil der Staat Anſtalten ſchaffen mußte, in welchen ſeine zukünftigen Beamten heranzubilden waren. Die Gymnaſien zu Bensheim und Büdingen, welche locale Fonds beſitzen, bekamen eigentlich nur Sub⸗ ventionen, und oft war beim Landtage davon die Rede, daß in jeder Provinz des Landes nur ein Gymnaſium nöthig ſei. Das Gymnaſium zu Worms erhielt ſogar die erſte Staatsſubvention erſt dann, als es ſich darum handelte, parallele Realklaſſen mit demſelben zu verbinden.
Im Laufe der Zeit, je mehr die ſog. großen Gymnaſien an Schülern und Klaſſen zunahmen, und die Errichtung von Parallelklaſſen bei denſelben nöthig wurde, hat man ſich davon überzeugt, daß auch in den Städten Büdingen, Bensheim und Worms Gymnaſien nicht nur beſtehen können und, weil in den kleineren Städten das ſittliche Leben der Schüler beſſer controlirt werden kann, ſogar am rechten Orte ſind, ſondern auch ein wirkliches Bedürfniß für die umliegenden Landestheile ſind, und daß es vielmehr angezeigt iſt, an verſchiedenen Orten kleinere 8— gjährige und 6— 7klaſſige Gymnaſien zu erhalten, als durch deren Hintanſetzung dahin zu wirken, daß die Gym⸗ naſien der drei Provinzialhauptſtädte zu coloſſalen und dem Staate immer größere Ausgaben veranlaſſenden Anſtalten werden, welche überdies bei der Maſſe der Parallel⸗ klaſſen leicht die Einheit der Lehrercollegien und des Unterrichtsplanes einbüßen könnten.


