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und der Umbau unſrerdreialten Häuſer koſten würde, und dann zu fragen, ob Angeſichts dieſer Koſten und der vielen Mängel, welche das in der gedachten Weiſe herzuſtellende Haus immer noch behalten würde, es nicht doch vorzuziehen ſei, von der Stätte der alten Qual wegzuziehen und unſrer Anſtalt ein neues Heim, eine beſſere Zukunft zu gründen. Um im Bilde zu reden: all mein Bemühen, aus dem Flickwerk der Vergangenheit etwas Ganzes, Einheitliches, Gutes zu formen, gleicht doch faſt dem Bemühen des denkenden Dogmatikers, welcher ſeines Geiſtes Kraft in dem Bemühen aufreibt, widerſpruchsvolle Gebilde verſchiedenſter Zeiten und Beſtre⸗ bungen, wie man ſagt, zu vermitteln. Ach! wie viel heilſamer und fruchtbarer wäre es oft, wenn die Menſchen rechtzeitig erkennen wollten, wann der Augenblick gekommen iſt, um herzhaft und über kleinliche Bedenken ſich hinwegſetzend ein gutes Werk ohne Flick⸗ arbeit aus einem Guß von vorne anzufangen! Die Zukunft wird mir recht geben, wenn mein Beſtreben in der Gegenwart auch ſcheitern ſollte. Aber gleichwohl! Das einzige Richtige muß geſagt, gewagt werden! Dann iſt das Gewiſſen wenigſtens frei von der Selbſtanklage!
Man wird vielleicht fragen:„Aber wie kommt's denn, daß plötzlich ſo maßloſe Forderungen in Bezug auf die Beſchaffung von neuen Räunlichkeiten geſtellt werden?“ Da bitten wir denn zu bedenken: 1. daß es ſich um zwei Anſtalten handelt, 2. daß beide Anſtalten ſchon ſeit Jahren wahrhaft eingezwängt waren. Wenn nun für beide Anſtalten Luft und freie Entwickelung mit Recht verlangt wird, ſo darf man ſich nicht über die Folgen dieſes Beſtrebens verwundern. Ich bitte nur auf die Gießener Verhältniſſe zu blicken. Die ſeitherigen Gebäude des Gymnaſiums und der Realſchule zu Gießen waren beſſer, als unſre ſeitherigen Localitäten. Gleichwohl ge⸗ nügen ſie nicht. Der Staat baut deshalb dort ein neues Gymnaſialgebäude, und die Stadt Gießen erbaut ihrer Realſchule ebenfalls ein beſſeres, größeres Haus. In Worms iſt nun aber die Noth des Gymnaſiums und der Realſchule viel dringender, als in Gießen. Sollte Jemand dieſe Behauptung widerlegen können, ſo bitten wir darum.
Bevor wir die nachſtehende Tabelle zum Abdrucke bringen, machen wir noch darauf aufmerkſam, daß auf derſelben unter Ordn.⸗Nr. 19— 32 eine Räunlichkeit fehlt, welche einer höheren Lehranſtalt nicht fehlen ſollte: nämlich eine Aula. Es ſtellen ſich im Schulleben ſehr viele Gelegenheiten ein, bei welchen es erwünſcht iſt, alle Schüler und auch Angehörige derſelben zu verſammeln; allein es iſt nicht möglich, 500— 600 Schüler (Gymnaſium, Realſchule, Vorbereitungsklaſſen) in einem gewöhnlichen Lehrſale unter⸗ zubringen. Darum wäre es wünſchenswerth, entweder eine beſondere Aula vorzuſehen, oder wenigſtens dem für den Geſangunterricht beſtimmten Saale ſo große Dimenſionen zu geben, daß man in demſelben die ganze Schule verſammeln kann. Solche Verſammlungen aller Schüler können an feſtlichen Tagen des Schullebens nicht umgangen werden, und ſie wirken heilſam ein auf den Geiſt einer Schule. Man gibt uns dies gewiß gern zu; allein— werden wir auch erhalten, was andre Schulen haben?


