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für eine beſondere Gymnaſialtertia, für den Zeichenunterricht, Geſangunterricht, die Lehrerconferenz, die phyſikaliſchen Apparate, die naturhiſtoriſchen Sammlungen— Be⸗ dürfniſſe, welche ſchon damals ſo gut wie heute vorlagen— wäre denn damit für unſre Anſtalt genug gethan worden? Bleiben Gymnaſium und Realſchule bei der Organiſation von je ſechs Klaſſen ſtehen? Kann unſre Anſtalt auf die räumliche Verbindung mit ihrer Vorbereitungsſchule verzichten? Man könnte zwar noch heute— doch halten wir dies nach geſchehener Darlegung der Bedürfniſſe für unmöglich— offenbaren Verlegen⸗ heiten gegenüber die Augen verſchließen; aber dadurch würden unſre gerechten Anſprüche nicht aus der Welt geſchafft, und ſie würden, wenn unſre Verlegenheiten noch viel drückender und hemmender geworden, und wenn inzwiſchen wiederholt an kleine, unge⸗ nügende Bauten in unnützer Weiſe Geld verſchleudert worden, endlich doch einmal zum Siege gelangen, denn die Familien vermehren ſich, ſchicken die Kinder zur Schule; Niemand kann dieſelben abweiſen, und die mächtig anſchwellenden Klaſſen ſprengen die Wände der engen Zimmer und des ärmlichen Schulhauſes. Das Bildungsbedürfniß dringt mehr und mehr auch in Familien hinein, welche der höheren Schule einſt fern ſtanden; und dieſe wird ſich vernünftiger Weiſe nicht dem Wahne hingeben, daß die engen Schul⸗ räume von heute in ſpäterer Zeit genügen ſollten. Ernſte Berückſichtigung verdient alſo die ſtetige Vergrößerung einer höheren Lehranſtalt, welche ſich vollzieht nach Maßgabe der Vermehrung der Be⸗ völkerung einer Stadt ſowie ihrer Umgegend und im Verhältniß zu den unaufhaltſam wachſenden Bildungsbedürfniſſen unſrer Zeit.
In der höheren Schule iſt die Bildung der Klaſſen in fortwährender Be⸗ wegung, und es ſpiegelt ſich in derſelben der Fortſchritt der allgemeinen Bildung. Dieſes Weiterſchreiten unſrer Schulen iſt nicht künſtlich gemacht, wie etwa die foreirte Vergrößerung einer Fabrikanlage, ſondern der unaufhaltſame, ſtill und ſtetig wirkende Lebensproceß unſres Volkes füllt die Räume unſrer Schulen und ſtellt die Forderung, daß wir zur rechten Zeit für ausreichende und geräumige Locale ſorgen, für Locale, welche ſo groß ſind, daß ſie auch noch Reſerveraum für ſpätere Eventualitäten bieten. Dieſe Forderung iſt für die höheren Schulen beſonders ſeit der Einführung des jetzigen deutſchen Wehrſyſtems zu ſtellen. Nur die Zertrümmerung des neuen deutſchen Reiches, lang dauernde Kriegszeit und eine entſprechende Rückwärtsbildung unſrer politiſchen und ſocialen Verhältniſſe vermöchten das Weiterſchreiten der allgemeinen Volksbildung und eine glückliche Entwickelung unſres höheren Unterrichtsweſens für vorübergehende Zeit aufzuhalten. Doch dies fürchten wir nicht. Wir müſſen uns deshalb darüber klar werden, was aus der mit Sicherheit zu erwartenden ſtetigen Weiterentwickelung unſrer Schule zu folgern iſt.
Zwez mahnt dazu, bei der Herſtellung von Schullocalen jedenfalls auf entſprechende Reſerveräume bedacht zu ſein.


