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als ob Worms mit ſeinen höheren Schulen von allem Verkehr mit der Außenwelt ab⸗ geſchloſſen geweſen ſei: unſre Schule, von der Staatskaſſe ſtiefmütterlich unterſtützt, an Ort und Stelle nicht mit freiem Blicke und muthiger Zuverſicht in ihren äußeren, finanziellen Angelegenheiten verwaltet, ging ihre eignen Wege durch Kummer und unſäg⸗ liche Verlegenheiten hindurch, von Hand zu Mund lebend, immer nur für die aller⸗ dringendſten Bedürfniſſe erſt dann ſorgend, wenn lange Verzögerung des richtigen Handelns bereits unberechenbaren, kaum mehr gut zu machenden Schaden gebracht. Und was endlich nach Jahre lang andauernden Verhandlungen geſchah, genügte in jedem Falle nicht einmal den Bedürfniſſen des Augenblicks, geſchweige denn der Weiterentwicklung der Anſtalt in den allernächſten Jahren. So konnte z. B. der im Jahre 1863 erbante Saal ausſchließlich als Zeichenſaal, wozu er beſtimmt war, niemals verwendet werden; denn die Ausdehnung des Gymnaſiums und der Realſchule nöthigten dazu, denſelben als Klaſſenzimmer zu verwenden; dann führte man eine Scheidewand in demſelben auf und machte zwei Klaſſenzimmer aus demſelben; ſpäter nahm man dieſelbe wieder heraus; vor zwei Jahren, kurz bevor ich mein hieſiges Amt antrat, war wieder die Rede davon, abermals eine Scheidewand in dieſem Saale aufzuführen, damit man ein weiteres Zim⸗ mer gewinne. Man ſieht, wie der Bau des Jahres 1863 nicht genügte. Die Schlacht von Königgrätz ward geſchlagen, und es erfolgte zu beiden Anſtalten ein größerer Zu⸗ drang von Schülern. Jetzt ward durch die entſcheidende Macht der Thatſachen die lang umſtrittene Organiſationsfrage unſrer Anſtalt gelöſt: ein ſechsklaſſiges Gymnaſium und eine von demſelben getrennte, mindeſtens ſechsjährige Realſchule mit facultativem Latein erſchienen als unbezweifeltes Bedürfniß, als das Ziel der Entwickelung unſrer Doppel⸗ lehranſtalt: im Schuljahr 1868/69 erhielten beide Anſtalten zunächſt je fünf Klaſſen, indem die beiden oberſten Klaſſen der Realſchule und ebenſo die Tertia und Quarta des Gymnaſiums combinirt blieben. Als nun(i. J. 1869) wiederum gebaut werden mußte, hätte man doch füglich beachten müſſen, daß die Stadt Worms und ihre Umgegend ſicher ſo viele Gymnaſiaſten und Realſchüler liefern werde, daß die bezeichneten Klaſſen des Gymnaſiums und der Realſchule nicht auf die Dauer combinirt bleiben könnten; und außerdem mußte auch darauf gedrungen werden, daß beiden Anſtalten eine nor⸗ male Organiſation in Bezug auf Abtheilungen, Klaſſen und Lehrplan gegeben werde namentlich nachdem Preußen die Führung in Deutſchland erhalten und mit Sicherheit zu erwarten ſtand, daß der Bund von unſrer Anſtalt vollſtändige Organiſationen verlangen werde. Allein was geſchah? Man baute 1869 nur die zwei Säle a und n des ſüdöſtlichen Flügels unſres Gebäudes, obwohl eine Reihe von neuen Sälen noth⸗ wendig geweſen wäre. Und obwohl das alte Haus vorwiegend ſchachtelförmige Zimmer beſaß, wurden dieſen zwei neuen Zimmern doch wieder ſo kleine Verhältniſſe gegeben, daß man 60 Schüler in denſelben nicht unterbringen kann.
Aber angenommen, man hätte im Jahre 1869 größere und mehr Säle gebaut, man hätte Räunlichkeiten hergeſtellt für den oberſten Curſus der ſechsjährigen Realſchule,


