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Klaſſen und Abtheilungen wurden in den heutigen Sälen f, g, h, i, k, l, m und in einem Zimmer des oberen Stockwerks untergebracht: das ganze Haus wurde 1841 im Innern umgebaut. Die Einrichtung des Jahres 1842 konnte natürlich den Forderungen realiſtiſcher Ausbildung nicht genügen.„Die Realiſten waren genöthigt, zwei Jahre lang in wöchentlich 8 oder 7 Stunden Latein zu lernen. Sie brachten es, zumal ſie meiſtens ohne Luſt und inneren Beruf dafür waren, in dieſer Zeit kaum über die Ele⸗ mente, von denen ſie weder Genuß, noch ſonderlichen Vortheil hatten, und blieben dabei in der Mutterſprache, der Mathematik und den übrigen Realfächern ſehr vernachläſſigt.“ Die Mangelhaftigkeit dieſer Einrichtung veranlaßte eine ganz neue Geſtaltung der Anſtalt, ſo daß im Jahre 1852 neben vier zweijährigen Gymnaſialklaſſen vier ſelbſtändige, je einjährige Realklaſſen errichtet wurden, deren Schüler nur im Religions⸗, Geſang⸗ und Turnunterrichte zugleich mit den Schülern des Gymnaſiums unterrichtet wurden. Die beiden Schulen des Jahres 1852 richteten ſich nun im Weſentlichen in den acht Räumen der einzigen Schule des Jahres 1842 ein. Schon 1852 hätte man genügende Bauten aufführen müſſen, wenn man wirklich zwei Schulen haben wollte: man hätte einen großen Neubau in der ſüdlichen Richtung des heutigen Hofes an den alten Bau anfügen müſſen! War nun auch endlich eine ſelbſtändige Realſchule geſchaffen und den realiſtiſchen Bildungsbedürfniſſen der Stadt Worms wenigſtens theilweiſe in einer Zeit Genüge geleiſtet, als ſogar kleine Kreis⸗ ſtädte unſres Landes längſt ihre Realſchulen beſaßen, ſo konnte dennoch auch die neue Organiſation des Jahres 1852 beiden Anſtalten für die Dauer nicht genügen. Die vierklaſſige Realſchule machte berechtigten Anſpruch auf eine weitergehende, ſelbſtändige Entwickelung, und auch das vierklaſſige(I) und achtjährige Gymnaſium konnte bei dieſer beſchränkten Organiſation nicht ſtehen bleiben. Als in ſolcher Lage nur eine gründliche Finanzreform beider Schulen, d. h. die Gewährung aus⸗ reichender Mittel von Seiten des Staats und der Stadt Worms,(und dazu rechnen wir auch die Beſchaffung ausreichender Räumlichkeiten) entſcheidende Hülfe bringen konnte, traten gar zwei extreme Parteien einander entgegen, von welchen die eine das Gymnaſium zu Gunſten eines Realſchulfonds, die andre die Realſchule zu Gunſten des Gymnaſial⸗ fonds ſchienen aufgehoben wiſſen zu wollen.
Bei dieſer Lähmung der Kräfte und der ſich ergebenden Hülfloſigkeit Aller konnten natürlich nicht die richtigen Pläne verfolgt werden. Man begnügte ſich(vgl. oben S. 40) damit, im Jahre 1863 einen Zeichenſaal(o) und ein paar Zimmer für die Herſtellung eines chemiſchen Laboratoriums(d), die phyſ. Apparate(b) und für den Unterricht in der Naturkunde() herzuſtellen, obwohl man damals hätte beachten müſſen, daß ſowohl das Gymnaſium als auch die Realſchule einmal zu vollſtändiger Entwickelung gelangen würden. Denn alle größeren Städte beſaßen ja damals bereits vollſtändige Gym⸗ naſien und Realſchulen. Wenn man heute auf die Geſchichte unſrer Bauten zurückblickt, kann man ſich einer peinlichen Verwunderung nicht erwehren; man gewinnt den Eindruck,
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