Aufsatz 
Über die Notwendigkeit und Möglichkeit der Errichtung eines neuen Gebäudes für das Gymnasium und die Realschule zu Worms
Entstehung
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verringert. Da aber innerhalb unſrer Stadt faſt keine Bauplätze mehr vorhanden ſind, ſo kann es gar nicht fehlen, daß im genannten Garten über kurz oder lang ein Gebäude entſteht, welches, auch wenn in dieſem Falle die Pankratiusgaſſe breiter gemacht würde, dem an der Stelle des Pfandhauſes ſtehenden Schulgebäude das Weſtlicht erheblich vermindern würde. Die Sonnenſtrahlen würden uns in den zwei unteren Stockwerken jedenfalls genommen werden, und dadurch würden die Mängel eines nördlich gelegenen Hauſes eintreten. Auf jeden Fall würde ſich eine Lage ergeben, die Cohn bekämpft. Derſelbe weiſt, indem er die Kurzſichtigkeit in ihrem Verhältniß zu der Lage verſchiedener Schulhäuſer S. 107110 tabellariſch darſtellt, nach, daß, je freier das Schulhaus liegt, je breiter die Straße, in der es ſteht, je niedriger die gegenüberliegenden Gebäude, in je höherem Stockwerke die Klaſſen ſelbſt gelegen, um ſo weniger Myopen (Kurzſichtige) in der Schule exiſtiren.Je enger aber die Gaſſe, in der das Schulhaus erbaut, je höher die vis-à-vis liegenden Häuſer, in einem je niedrigeren Stockwerke die Klaſſe ſelbſt befindlich, um ſo mehr ſteigt die Zahlder kurzſichtigen Schüler.Das iſt ein unum⸗ ſtößliches Geſetz, ſagt Cohn,das ſich in ganz auffallender Weiſe von ſelbſt ergibt: es iſt nichts Gemachtes.Denn bei 2 oder 3 Schulen führt Cohn weiter ausdie gleiche Anſprüche an die Kinder ſtellen, könnte ein Zufall ſo eigenthümlich wirken. Allein wenn 20 CElementarſchulen gleichen Ranges(je nach der Lage ihrer Schulhäuſer) Differenzen von 1,8 bis 15,1 Procent Myopen zeigen, und zwar eine Zunahme der Myopenmenge, die entſpricht der Enge der Straßen, ſo daß die neuen, vor den Thoren in breiten Straßen gelegenen Schulen 1,8 6,6 Procent Myopen, die mehr im Herzen der alten Stadt,in den Straßen quetſchender Enge begrabenen Schulen aber 7,4 15,1 Procent Myopen enthalten, ſo verdient dieſer Befund wohl die größte Aufmerkſankeit aller Aerzte, Schul⸗ männer und Behörden, und geſtattet den Schluß, den ich aus keiner meiner übrigen Beobachtungen zu ziehen gewagt, daß die durch die Lage des Schul⸗ locals bedingte Dunkelheit der Zimmer zur Erzeugung und Ver⸗ mehrung der Myopen unter den Kindern nicht blos beitragen kann, ſondern hier entſchieden beigetragen haben muß. Man kann ja gewiſſermaßen aus der Anzahl der myopiſchen Schüler einer Schule die Breite der Straße, in welcher die Anſialt liegt, berechnen. Wenn Dr. Cohn unſre Wollgaſſe und die nur 3 ½ Meter breite Pankratius⸗ gaſſe ſähe, er würde ſagen: Fort mit eurem Gymnaſium und eurer Real⸗ ſchuleaus den Straßen quetſchender Enge, in welchen ſiebe⸗ graben ſind! Sucht euch jetzt, wo ihr ja doch jedenfalls mit neuen Bauten beginnen müßt, vor Allem vor der Stadt Worms einen frei gelegenen billigen Bauplatz, laßt Luft und Licht den Kindern der Stadt Worms reichlich zufließen! Und wenn für eure ſtädtiſchen