Aufsatz 
Über die Notwendigkeit und Möglichkeit der Errichtung eines neuen Gebäudes für das Gymnasium und die Realschule zu Worms
Entstehung
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61 7 Jahr 8 J. 9 J. 10 J. 11 J. 12 J. 13 J. 14 J. 15 16 J. 17 18 J.

Elementarkl.: 2,9 Proc. 4,1 Proc. 9,8 Proc. 9,8 Proc. Gymnaſialkl.: 12,5% 18,2% 23,7% 31,0% 41,3% 55,8% . in in in in in in

Sexta. Quint. Quart. Tertia. U.. O.⸗Sec. U. u. O.⸗Pr.

Demnach befinden ſich unter den Kindern, wenn ſie zur Schule kommen, 2,9 Procent Kurzſichtige, unter den Gymnaſialabiturienten 55,8 Procent.

Man kann, ſagt Virchow,das ungünſtige Urtheil des Dr. Cohn leider nicht antaſten, und zwar um ſo weniger, als er durch umfangreiche tabellariſche Nachweiſe darthut, daß nicht nur die Zahl der Kurzſichtigen von Klaſſe zu Klaſſe zunimmt, ſondern auch der Grad der Kurziichtigkeit ſteigt. Nur die Töchter⸗ und Mittelſchulen machen in letzterer Beziehung eine Ausnahme. Die Myopie(Kurzſichtigkeit) in dieſen Schulen iſt alſo im Ganzen progreſſiv'; ſie hat jenen gefährlichen Gang, der nach und nach zur wirklichen Schwachſichtigkeit führt. Mit Recht verwahrt ſich Dr. Cohn dagegen erklärt Virchow daß man ihm die Meinung zuſchreibe, die enorme Verbreitung der Kurzſichtigkeit unter den Schulkindern ſei lediglich und ausſchließlich der Schule zuzuſchreiben. Offenbar wirken auch außerhalb der Schule, ſelbſt im elterlichen Hauſe, viele ungünſtige Umſtände ein.

Wenn uun aber nach dem Urtheil eines Mannes von der Autorität Virchow's ſo betrübende Thatſachen bezüglich der Kurzſichtigkeit der Schüler vorliegen, ſo haben Schule, Regierung und Gemeinde die heilige Pflicht, mit allen ihnen zu Gebote ſtehenden Mitteln der Kurzſichtigkeit, der Schwachſichtigkeit und den in ihrem Ge⸗ folge auftretenden Augenkrankheiten gewiſſenhaft entgegenzuwirken. Wenn nun die obigen Procentſätze beweiſen, daß Gymnaſiaſten und Realſchüler weit größeren Gefahren ausgeſetzt ſind, als die ſtädtiſchen Elementarſchüler, ſo folgt daraus, daß man die höheren Schüler mit peinlicher Gewiſſenhaftigkeit vor Schaden bewahren und ihnen Hülfe bringen muß. Wie kann dies geſchehen?

Ich vermag den Fachmännern Cohn, Virchow und Donders, auf welchen Virchow hinweiſt, auf das mediciniſche Gebiet nicht zu folgen, wenn von denſelben die Entſtehung der Kurzſichtigkeit in den Schulen theilweiſe aus dem Ueberneigen des Kopfes zum Schultiſch in verſchiedener Weiſe erklärt wird. Donders erklärt nach Virchow's Angabe die Kurzſichtigkeit aus folgenden Urſachen: 1) aus dem Druck der äußeren Augenmuskeln auf den Augapfel bei ſtarker Convergenz der Sehaxen; 2) aus dem er⸗ höhten Druck der Flüſſigkeiten in Folge der Anhäufung von Blut im Auge bei gebeugter Stellung; 3) aus congeſtiven Zuſtänden im Augenhintergrunde.Je ſchlechter die Beleuchtung, um ſo ſtärker träten dieſe Urſachen in Kraft, denn um ſo mehr müſſe der Gegenſtand dem Auge genähert werden, und daraus folgt ſowohl die ſtärkere Convergenz, als die Zunahme