Aufsatz 
Über die Notwendigkeit und Möglichkeit der Errichtung eines neuen Gebäudes für das Gymnasium und die Realschule zu Worms
Entstehung
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ſo würde auch das Dach weggenommen, und von den Umfaſſungsmauern bliebe nur ſehr wenig ſtehen. Und weil das neue Haus dicht an das jetzige Gebäude anzurücken und jenem eine ganz andere innere Einrichtung zu geben wäre: ſo würden ſelbſt die alten Fundamente entfernt werden müſſen, da die Benutzung derſelben neben den neuen nur zur Folge hätte, daß dieſe ſich ſetzen würden, während die alten unbeweglich ſtehen blieben, und ganz gewiß Riſſe in den Wänden des neuen Hauſes entſtänden, wie wir ſolche heute an den Grenzen unſerer Häuſer aus den Jahren 1863 und 1869 wahr⸗ nehmen. Es würde alſo von dem Pfandhauſe nur der Bauplatz übrig bleiben; und dieſer iſt nicht beſonders geeignet, weil er 25 Schritte von einer Fabrik liegt und zwiſchen derſelben und dem neu entſtehenden Hauſe nur dieſer gar zu geringe Zwiſchenraum vorhanden iſt, welcher nicht einmal als geeigneter Spiel⸗ und Turnplatz angeſehen werden kann. Wie ſchon oben(S. 43— 45) die nördliche und weſtliche Lage des eventuell entſtehenden Hauſes wegen des Mangels an Wärme beanſtandet wurde, ſo wird in den folgenden Abſchnitten nachgewieſen, daß ſeine Lage an engen und unruhigen Straßen und inmitten einer nicht beſonders geſunden Luft, ſowie der Mangel an gutem Lichte das hier zu erbauende Haus nicht als ein gutes, nach den neneren Anforderungen eingerichtetes Schulgebäude würden erſcheinen laſſen.

e. Lüftung, Ventilation und Heizung.

Ich habe nun zunächſt zu conſtatiren: 1. daß die Luft, welche unſre Anſtalt in der unteren Wollgaſſe umgibt, oft recht übelriechend und ſchlecht iſt, 2. daß der Mehrzahl unſrer Schulzimmer während der Schulzeit nicht die erforderliche friſche Luft zugeführt werden kann, 3. daß die Luft vieler Schulſäle in Folge ihrer nördlichen Lage während des größten Theils des Jahres feucht und moderig iſt, 4. daß in unſerem Hauſe fort⸗ während eine der Geſundheit ſehr ſchädliche Zugluft herrſcht. Damit es nun nicht ſcheint, als ob mein Verlangen nach beſſerer Luft unmotivirt ſei, berufe ich mich auf die Forderungen, welche von Anderen erhoben worden ſind. Herr Oberſchulrath Th. Becker in Darmſtadt hat in dem Schriftchen:„Luft und Bewegung, zur Geſundheitspflege in den Schulen“, auf welches ich diejenigen, welche der Bedeutung der Sache näher treten wollen, verweiſe, die Anſichten von Aerzten, und zwar von Autoritäten erſten Ranges, zuſammengeſtellt, aus welchen hervorgeht, wie ernſt man es nehmen ſoll mit der Be⸗ ſchaffung geſunder Luft für das in der Entwickelung begriffene Kind. Indem ich nun einige Stellen der erwähnten Abhandlung citire, laſſe ich unſre Sache von einem Mit⸗ gliede unſrer Schulbehörde vertreten. 1

An der Spitze der gedachten Arbeit ſteht das Wort Pappenheim's:„Die Luft des geſchloſſenen Raums ſſt es, die wahrſcheinlich den größ⸗ ten Theil alles menſchlichen Elends, ſoweit dasſelbe in Krank⸗ heiten gegeben iſt, bezeichnet“.„Sollte die ſchlechte Luft der Schulzimmer und der Schulſtaub weniger verderblich wirken? Wir antworten: Nein! Wenn es feſt⸗