Aufsatz 
Über die Notwendigkeit und Möglichkeit der Errichtung eines neuen Gebäudes für das Gymnasium und die Realschule zu Worms
Entstehung
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niſſen mit Bänken und Schülern überfüllt. Würde man aber durch bloßes Einreißen etlicher Zwiſchenwände aus unſren Schachtelſtuben größere Zimmer von riemenförmiger Grundfläche machen, ſo müßten die Bänke doch allezeit an die eine Seitenwand dicht angerückt werden, wie es jetzt in dem läng⸗ ſten Saale(k) und in dem breiteſten Zimmer(e) der Fall iſt.

Zwez hängt auf der dem Geſicht der Schüler gegenüber befindlichen Wand über dem von Flaminius empfohlenen Podium ſogar zwei Tafeln auf, eine für den Lehrer über ſeinem auf dem Podium ſtehenden einfachen Tiſchchen hinter ſeinem Stuhle, und eine zweite zur Seite, auf welcher die Schüler, auf dem Podium ſtehend, vor der Klaſſe ſchreiben, rechnen, zeichnen können. Außerdem bringt er, wie es dringendes Bedürfniß iſt, an dieſer kurzen Wand geographiſche Karten und dergl. an. Von allen dieſen Einrichtungen kann bei uns zur Zeit nicht die Rede ſein. Wer ſich die Mühe nehmen will, in unſer Haus zu gehen, und es ſteht zu Jedermanns Einſicht offen kann ſehen, daß die den Schülern gegenüber ſtehende Wand meiſtens ſchon an ſich zu ſchmal iſt und daß außerdem ſogar ein Theil des Raumes derſelben von einer Thür, einem Ofen, oder dem Ka⸗ theder ſo ſehr in Anſpruch genommen iſt, daß zwar für eine Wand⸗ tafel, aber für Anderes kein Raum mehr iſt. Man muß in's Innere des Hauſes treten und Sinn und Verſtändniß mitbringen für die unentbehrlichſten Bedürfniſſe eines erfolgreichen Schullebens und Schulunterrichts, und man wird ſich überzeugen, daß unſer ſogenanntes Schulhaus nur das Zerrbild eines Schulhauſes iſt, un⸗ tauglich im Ganzen und in ſeinen Theilen. Es würde ſich bitter rächen, wenn man alle dieſe Nachweiſungen einfach zur Seite ſchöbe, wenn das Ergebniß der⸗ ſelben wäre:Es mag auch ferner ſo bleiben! Die Zukunft zeigt vielleicht einen Aus⸗ weg, den wir jetzt noch nicht finden oder einſchlagen können.

Was iſt nun von den Veränderungen zu erwarten, welche im ſeitherigen Hauſe etwa vorgenommen werden könnten? Wenn es ſich dabei zunächſt darum handeln würde, die Schachteln zu entfernen, welche ich charakteriſirt, ſo vermöchte man, wenn man nicht was in der That geſchehen müßte das ganze innere Haus umbauen wollte, nur Säle zu ſchaffen, welche den Zimmern e oder k gleichen, d. h. nach der obigen BezeichnungRiemen herzuſtellen, welche im Hauſe entweder nach der Länge deſſelben oder quer durch die ganze Breite deſſelben gelegt würden, d. h. aus der einen Verkehrtheit verfiele man in die andre. Darüber einige Worte. Ich ſagte oben(S. 48), daß die Zimmerchen f, g, r, s, welche nur je zwei Fenſter und eine Tiefe von 1819 Fuß haben, unbrauchbar ſind. Sie müſſen beſeitigt werden. Aber wie? Man könnte die Scheidwand zwiſchen f und g entfernen; allein über den dadurch herzuſtellenden Raum muß alles dasjenige geſagt werden, was ich über das ſeitherige Zimmer e(vgl. S. 49) ſagte. DerQuerriemen, welcher entſtände, wäre eine verfehlte Anlage. Es müßte in dieſem Zimmer eine Säule angebracht werden,