— 47— Bezüglich dieſes Maximums gelangen alſo Zwez und Flaminius zu einem Reſultate: demnach wäre die normale Form des Schulzimmers: ein längliches Viereck, die Fenſter auf der langen Seite, die Maximal⸗Länge c. 37 heſſ. Fuß, die äußerſte Tiefe(Breite) c. 28 heſſ. Fuß.
Prüfen wir nun nach dieſen Beſtimmungen unſere ſeitherigen Schulzimmer.
Sogar die im Jahre 1869 erbauten Säle a und n haben falſche Verhältniſſe. Es iſt nicht möglich, 60 Schüler in einen dieſer Säle zu ſetzen, wenn ein Zwiſchenraum zwiſchen Katheder und Bänken und ein ſchmaler freier Raum ſowohl zwiſchen den zwei Gruppen der Bänke, welche rechts und links aufzuſtellen ſind, als auch zwiſchen denſelben und den drei an ſie anſtoßenden Wänden vorhanden ſein ſoll. Die beiden Säle haben ohne Zweifel zu geringe Tiefe(22,8 heſſ. Fuß) und Länge (30,5 heſſ. Fuß). Man vergleiche dieſe Maße mit den obigen Zahlen von Zwez und Flaminius. Da die Schüler in dieſen Zimmern das Licht von der linken Hand haben ſollen, ſehen ſie natürlich gegen die kurze Wand, in welcher die Thüre angebracht iſt. Hier ſoll nun auch der Lehrerſitz angebracht ſein und die Schultafel hängen. So iſt es natürlich, daß für Karten u. dgl. an der kurzen Seite kein Platz iſt. Die beiden Säle ſind alſo nicht ſo gebaut, daß verſchiedenartige Unterrichtsmittel aufgehängt und dem Auge des Schülers fortwährend ausgeſetzt werden können. Ebenſo verhält es ſich nun aber faſt in allen andren Klaſſenzimmern, und dies iſt ein Mißſtand, welcher der Ausbildung der Schüler in hohem Grade hinderlich iſt. Die Lehrzimmer f, h und k haben eine Tiefe von nur 18 heſſ. Fuß, die Zimmer g, i, l. m. r, s ſind 19 heſſ. Fuß breit. In allen dieſen Zimmern müſſen Lehrerſitz und Wand⸗ tafel an der kurzen Seite von 18— 19 Fuß angebracht werden. Darum findet man in keinem dieſer Zimmer an der kurzen Seite Raum für eine Karte oder ein anderes An⸗ ſchauungsunterrichtsmittel. Das iſt ſehr ſchlimm. Nun ſtellen fich aber noch andere Fehler heraus. Da die bezeichneten Säle zu ſchmal ſind, ſo können, wenn der Länge nach auch nur ein ſchmaler Gang frei gelaſſen werden ſoll, in die Breite nur Bänke aufgeſtellt werden, auf welchen mit der erforderlichen Bequemlichkeit höchſtens je fünf, in den oberſten Klaſſen nur jevier Schüler ſitzen können. Allein die Bänke müßten doch, damit die Lehrer von allen Seiten an die Schüler herantreten können, ringsum frei ſtehen: an jeder Wand müßte ſich ein Gang befinden; ja man empfiehlt ſogar mit Recht heute kürzere zweiſitzige Bänke, welche ſo geſtellt werden, daß immer zwiſchen zwei in einer Linie ſtehenden Bänken dieſer Art ein Zwiſchenraum vorhanden iſt. So viel Raum bieten unſre ſchmalen Zimmer nicht. Da unſre jetzigen Bänke bei der geringen Tiefe der Zimmer kurz ſein müſſen und nur je fünf Schüler aufnehmen können, ſo müſſen für zahlreiche Klaſſen deſto mehr Bänke hinter einander geſtellt werden, wodurch den Schülern ebenſo das Auffaſſen, wie dem Lehrer das Unterrichten und Beaufſichtigen erſchwert wird. Ich will nun conſtatiren, daß unter den heutigen Schulbänken die zweiſitzige, mit Lehnen für die einzelnen Kinder und verſchiebbarer Pult⸗


