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als den Kindern während des weitaus längſten Theilesdes Jahres in nördlich gelegenen Schulſtuben den belebenden Einfluß der Sonne zu entziehen. Schließlich iſt noch beſonders hervorzuheben, daß die in ſtarkbeſuchten Schulen entſtehende Feuchtigkeit unter ſonſt gleichen Verhältniſſen innördlich gelegenen Localen am ſchwierigſten, oft gar nicht zu beſeitigen iſt.“
Haben wir in Vorſtehendem Anſichten von Zwez, Schraube, Pappenheim, Cohn zuſammengeſtellt, ſo möge noch folgende Aeußerung Wieſe's, welche mit denſelben übereinſtimmt, hier eine Stelle finden:„Die Stellung des Schulgebäudes richtet ſich weſentlich nach dem Lichtbedürfniß der Schulzimmer.“ Am Vortheilhafteſten iſt eine ganz freie Lage. Wenn möglich, thut man wohl, die Claſſenzimmer nach Oſten zu legen; die Morgenſonne iſt auch im Sommer weniger läſtig, und Fenſterrouleaux gewähren gegen ſie genügenden Schutz. Iſt die Lage nach Oſten nicht durchführbar, dann muß die Süd⸗ oder Weſtſeite gewählt, und der Einfluß der Nachmittagsſonne, ſowie des Windes und Regens ſo viel wie möglich unſchädlich gemacht werden. Die Lage nach Norden iſt nur für Zeichenſäle geeignet.“(Wieſe, das höhere Schulweſen in Preußen, Th. II, S. 716.)
Ich füge noch eine von Dr. Falk(die ſanitätspolizeiliche Ueberwachung höherer und niederer Schulen, S. 12) citirte ältere Verordnung hinzu:„Die Lage der Schulſtuben nach Abend oder Nitternacht iſt der Geſundheit der Kinder, welche ſechs Stunden des Tags in denſelben zubringen, inſofern ſchädlich, als die Sonnenſtrahlen nicht in dieſe Stuben dringen und die Feuchtigkeit, ſowie die Ausdünſtungen der Kinder aufzehren können, was auch dem Gebände ſelbſt zum Nach⸗ theil gereicht. Es iſt daher von Wichtigkeit, daß künftig bei der Anlage oder Einrichtung neuer Schulhäuſer darauf geſehen wird, daß die Schulſtuben entweder nach Morgen oder nach Mittag gelegt werden.“„Wir Aerzte“— ſo ſagt Dr. Falk weiter— kön⸗ nen nur den dringenden Wunſch wiederholen, daß die Schulſtuben nach Morgen gelegt werden.“
Prüfen wir nun nach den vorgetragenen Grundſätzen die Lage unſrer jetzigen Schul⸗ ſäle und diejenige der zukünftigen Schulzimmer, welche wir erhalten würden, wenn wir im alten Hauſe bleiben müßten, wenn das Pfandhaus zu unſrem Hauſe hinzugefügt würde und durch Umbauten oder Neubauten die alten Mißſtände weiter entwickelt und dann für ein halbes Jahrhundert conſervirt würden.
Ein Blick auf den am Ende dieſer Arbeit auf Beilage I mitgetheilten Situations⸗ plan, welchen ich von nun an fortwährend zur Hand zu nehmen bitte, zeigt, daß unſer jetziges Haus keinen einzigen Lehrſaal aufweiſt, welcher die günſtigſte Lage, die öſt⸗ liche, hätte. Nur im zweiten Stockwerke hat der Saal 0 zwei gegen Oſten, aber außer⸗ dem auch zwei gegen Süden und vier nach Norden gelegene Fenſter. Weil nun dieſer Saal, wenn wir uns definitiv in der alten Behauſung einrichten müßten, wegen ſeiner


