——
S1nC, f0, anthn t 1 em ſtn mut, coutnn Von der Munificenz der Stadt Worms gegenüber ihren ſtädtiſchen Schulen brauche ich nicht zu ſprechen in dem Augenblicke, in welchem in der neuen Siegfriedſtraße ein wahrer Palaſt für dieſe Schulen erbaut wird. Gießen erhält vortreffliche neue Locale für Gymnaſium, Realſchule, höhere Töchterſchule; Offenbach hat eine brillante Real⸗ ſchule; Darmſtadt beſitzt demnächſt ein neues, wenn auch in Folge ſeiner ſtückweiſen Ausführung vielleicht nicht ganz zweckmäßig angelegtes Gymnaſium. Daß Darmſtadt, wie es ein ſtattliches Mittelſchulgebäude errichtet hat, auch ein neues Realſchulgebäude erhält, wenn der Realſchule nicht das Gebäude des Polytechnicums zur Verfügung geſtellt wird, iſt gewiß außer Zweifel. Das Mainzer Gymnaſium iſt mit Schullocalitäten reichlich ausgeſtattet, eingeengt iſt die dortige Realſchule. Keinem Zweifel kann es unterzogen werden, daß unter allen höheren Lehranſtalten der fünf größeren Städte unſres Landes das Gymnaſium und die Realſchule unſrer Stadt am ſchlechteſten mit Localen für den Unterricht ausgeſtattet ſind. Sogar die Schulhäuſer der kleineren Städte Alzey, Büdingen, Friedberg, Bensheim, Alsfeld ſind Häuſer ange⸗ meſſner oder gar neuerer Bauart, und, abgeſehen von dem gar zu eng gewordenen Gebäude der Büdinger Anſtalt, nach den Verhältniſſen geräumig, geſund, geſchmackvoll. Das Bingener Realſchulgebäude kenne ich nicht. Abgeſehen von dieſem hat in Heſſen nur die Realſchule zu Michelſtadt ein ſchlechteres Haus als unſre Anſtalt. Aber die dortigen Verhältniſſe ſpotten auch jeder Be⸗ ſchreibung; jene Schule hätte aus ſanitätspolizeilichen Rückſichten ſchon lange ge⸗ ſchloſſen werden können. Aber ein Neubau iſt auch dort beſchloſſen. Es fragt ſich nur, wo die Stadt Michelſtadt(Einwohnerzahl: 3247) das für die Erbauung des neuen Real⸗ ſchulgebäudes beſchloſſene Anlehen von 60,000 fl. aufnimmt. Eine Commiſſion des Ge⸗ meinderaths der Stadt Michelſtadt und der dortige Realſchuldirector begeben ſich bereits in den erſten Tagen des März auf Reiſen, um ſich verſchiedene Schulhäuſer anzuſehen. So wären alſo Gymnaſium und Realſchule zu Worms gegenwärtig unter allen höheren Schulen unſeres Landes, ſowohl der größeren als der kleinſten Städte, bezüglich ihrer Räumlichkeiten in der dürftigſten Lage.
Die in unſrer Anſtalt herrſchenden Mißſtände wird man freilich keinem der Zeit⸗ genoſſen zum Vorwurfe machen wollen. Und ich verwahre mich in dieſer Beziehung bei der Veröffentlichung dieſer Blätter auf das Beſtimmteſte. Denn als der ältere(weſtliche) Theil. unſres jetzigen Schulhauſes erbaut wurde, konnte Niemand ahnen, daß einſt eine Schule in dieſes Haus werde verlegt werden, daſſelbe war nicht für die Zwecke einer Schule erbaut; aber alle Fehler, welche es deßhalb hatte, mußten durch die An⸗ bauten vervielfältigt werden. Unſer Schulhaus war einſt ein pfälziſches Adminiſtrationsgebäude, die ſog.„Amtskellerei“. Eine Zeit lang befand ſich in demſelben eine Militärbäckerei. Als im Jahre 1824 die Wormſer Communalſchule eingerichtet wurde, ward das hinter der Dreifaltigkeitskirche gelegene Haus des ehemaligen prote⸗


