Aufsatz 
Über die Notwendigkeit und Möglichkeit der Errichtung eines neuen Gebäudes für das Gymnasium und die Realschule zu Worms
Entstehung
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Es iſt nun erfreulich, daß bereits von Seiten des neuen Herrn Bürgermeiſters der Stadt Worms, wie auch von der oberen Schulbehörde und der Verwaltungscommiſſion des hieſigen Gymnaſialfonds die Beſchränktheit und Unzweckmäßigkeit unſrer Räunlichkeiten anerkannt worden iſt. Nur über den Umfang, die Art und den Ort der für uns zu beſchaffenden neuen Räumlichkeiten beſteht zur Zeit noch keine abgeſchloſſene Anſicht. Allein gewiß wird die Gr. Regierung und die Stadt Worms, wie beide beſonders in den letzten zwei Jahren unſrer Anſtalt alle Wünſche erfüllt und jeden irgendwie möglichen Vorſchub geleiſtet haben, ſo auch in der vorliegenden Angelegenheit mit weitſehendem Blicke die allein zum rechten Ziele hinführenden Wege zu finden wiſſen. Meine Aufgabe beſteht nun offenbar nur darin, die Bedürfniſſe der Anſtalt nach allen Seiten hin klar darzulegen, damit nicht demnächſt gewiſſe weſentliche Geſichtspuncte, an welche naturgemäß die Schule ſelbſt zu allererſt denkt, außer Acht gelaſſen werden.

Die vorliegende Arbeit vertritt ſonach zugleich die Stelle umfangreicher Berichte,

welche in der in Rede ſtehenden Angelegenheit erſtattet werden müßten; und es iſt vielleicht anzunehmen, daß das gedruckte Wort geneigtere Aufnahme findet, als voluminöſe Mannſcripte. Vom größten Werthe aber iſt es für unſere Anſtalt, wenn man ſich be⸗ züglich der vorliegenden Angelegenheit in weiteſten Kreiſen unſrer Stadt eine richtige An⸗ ſicht bildet. Ich vertraue dem öffentlichen Urtheile ganz beſonders. Und ſo ſoll unſer Programm noch einmal für die äußeren Intereſſen unſrer Anſtalt eintreten.

Ich habe oftmals während des Schreibens dieſe Arbeit verſtimmt zur Seite gelegt, weil ich ſchmerzlich empfand, daß man einen beſſeren Gegenſtand, der Geiſt und Herz er⸗ hebt, in der Beilage des Programms behandeln ſollte, daß dagegen dieſe Zeilen viel⸗ leicht keine Wirkung, wohl gar nur dies zur Folge haben, daß man mir nachſagt, ich er⸗ ſtrebe Verkehrtes, Unmögliches, ich jage müßigen Phantomen nach. Dabei wird man die vorliegende Arbeit natürlich für trocken halten: und ſie wird unintereſſant ſein nicht nur für ferner Stehende. Aber immer wieder mußte ich mich fragen: Wie ſoll denn das Publi⸗ kum von dem Elend unfrer Häuslichkeit Kenntniß erhalten, wenn ich das⸗ ſelbe nicht in unſere inneren Calamitäten hineinſehen laſſe? Und ſollte es möglich ſein, daß unſre Schule jemals ein ordentliches Haus erhält, wenn nicht das Bedürfniß von Allen erkannt und anerkannt worden iſt, und die Stimme der Oeffentlich⸗ keit den entſcheidenden Ausſchlag in dieſer Sache gibte Deshalb überwinde ich mein inneres Widerſtreben und trete mit dieſer Arbeit hervor. Aerzte, Schulmänner, Architecten haben eine ganze Literatur geſchaffen, welche die Zweckmäßig⸗ keit und Geſundheit der Schulbauten und des Schullebens behandelt. So wage ich

denn wenn auch nicht des Erſolges gewiß anerkannte Theorieen und Normen auf unſre Verhältniſſe anzuwenden. Wenn jetzt für unſre Anſtalt wie in den Jahren 1824, 1841, 1863, 1869 wiederum das Verkehrte geſchähe, wenn unſre Schule wiederum mit

einem Flickwerke dabgefunden würde, ſo ſollen diejenißen, welche ſon ce fünf Jahre 121 01 gtire eeee oni e on me.