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ſchlag mit Hochſtand, Flankenſprung mit Wende und Kehre.) Bock: Seitſprünge: Hocke u. Grätſche an ſchulterhoch geſtelltem Geräthe. Hinterſprünge mit Auſſetzen der r. u. l. Hand; rückwärts darüber, an 1—2 Mtr. abgeſtelltem Geräthe. Pferd: Seitſprünge: Hocke, Grätſche, Wende, Kehre(deren Auffitzen), mit Wendevorſchwung die verſchiedenen Aufſitzen: Hinterſprünge. Springel: Hochſprung mit Anlauf bis Schulterhöhe; ohne Anl. Bruſthöhe; Weitſprung 4—5 Mtr.; Weitſprung an 2 Springel; Fenſterſprung, Sturmſpringel. Ring: Hang(Freiübungen); Aufzüge; Stemmen; Schwingen. Dieſe Abtheilung turnte 30mal in Riegen. In den übrigen Stunden wurden die Stufen an den obenangeführten Geräthen geturnt. Ballſpiel.
I. Abtheilung(Gymn. I. u. II.) w. 2 St. Dieſe Abtheilung turnte auf der näm⸗ lichen Stufe wie Abtheil. II., hier fand kein Riegenturnen ſtatt.
B. Getrennter Unterricht des Gymnuſiums und der Veulſchule.
I. Gymnaſium. Prima.(Zweijähriger Curſus. Ordinarius: Director Dr. Becker.)
Religionslehre, ſiehe oben S. 3.— Deutſch, w. 3 St., Soldan: Lectüre: Der größte Theil von Göthes„Dichtung und Wahrheit“, Göthes Iphigenie. Literaturgeſchichte: Leben Göthes und Beſprechung der Hauptwerke deſſelben(meiſt auf Grund häusl. Lectüre). Aufſätze: 1. Gedankengang der Glocke. Vergleichung des Grafen von Habsburg von Schiller mit dem Sänger von Göthe(nach freier Wahl). 2. Was ge⸗ fällt uns an der Perſönlichkeit des Götz v. Berl.? Der Character Weislingens. 3. Was erfahren wir aus den zwei erſten Scenen des Egmont über die da⸗ maligen Verhältniſſe in den Niederlanden und über die Hauptperſonen des Stückes? 4. Die Rheinfahrt von Bingen bis Oberlahnſtein(Schilderung nach dem Schulausflug). 5. Das Weſen der Idylle und ihr Verhältniß zum Epos.(Maturitäts⸗ aufſatz.) 6. Egmont. 7. Beſſer redlicher Krieg, denn elender Friede. 8. Dorothea. Der Apotheker(nach freier Wahl). 9. Mit des Geſchickes Mächten iſt kein ewiger Bund zu flechten ꝛc. 10) Steter Tropfen höhlt den Stein aus. 11. Oreſt und Pylades nach dem Geſpräche zwiſchen beiden.— Latein, 8 St. w.— 2 St. Becker: Hor. carm. lib. I. 1— 38, II. 3. 6. 10. 12, III. 1—4, IV. 7; epod. 13; sat. IX.— 6 St. Höbel: im Sommerhalbjahr. a) Lectüre: Cic. de orat. I. 1— 38; Tacit. ann. II. 1— 70. b) Stilübungen nach Seiffert. Wöchentlich ein exerc. dom. und Auſſätze über folgende Themata: 1. Praeclare Socrates hanc viam ad gloriam proximam et quasi compendiariam dicebat esse, si quis id ageret, ut, qualis haberi vellet, talis esset(cf. Cic. Off. II. 12.). 2. Lycurgus cum Solone comparatur. 3. Quibus potis- simum causis bellum Peloponn. ortum sit, et quisnam hujus belli fuerit exitus (Maturitäts⸗Aufſatz). Stiliſtik nach Berger. Im Winterhalbjahr: a) Lectüre: Cic. de orat. I. 38— 62 und II. 1—50; Tacit. ann. II. 70—88 und III. mit Aus⸗


