Aufsatz 
Über die nächsten Aufgaben des Gymnasiums und der Realschule zu Worms, nebst einem Anhange: Die Bedeutung und Stellung der Vorschule
Entstehung
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vergenz der Reihen. Anwendung der Algebra und Trigonometrie zur Auflöſung planimetriſcher und ſtereometriſcher Aufgaben.(1872). Linealzeichnen, 2 St. w. Zeichnen von Maſchinen⸗ theilen in Grund⸗ und Aufriß, von Schraubenlinien, flachen und ſcharfen Schrauben. Perſpectiviſche Anſichten von Treppen, Säulengängen und Gewölben. Freihandzeichnen, 2 St. w. Combinirt mit Oberſecunda.

Ich glaube nicht zu irren, wenn ich annehme, daß eine ſiebenjährige Realſchule 2. Ordn. von der Art der im Vorſtehenden charakteriſirten Realſchule zu Eſſen in mancher Stadt unſres Landes, insbeſondere in der Handels⸗ und Fabrikſtadt Worms, welche gewiſſe Aehnlichkeit mit Eſſen hat, ſich Freunde erwerben wird. Den Abiturienten der Realſchule zu Eſſen iſt bekanntlich die Be⸗ rechtigung geworden, daß ſie ohne Aufnahmsprüfung in die polytechniſche Schule zu Aachen auf⸗ genommen werden. Dieſelbe Berechtigung wird das Polytechnikum zu Darmſtadt ſiebenjährigen Realſchulen 2. Ordn. unſres Landes gewähren, vorausgeſetzt, daß ſie in jeder Beziehung den ent⸗ ſprechenden Anforderungen genügen. Mir kam es nun an dieſer Stelle vor Allem darauf an, nachzuweiſen, daß die Vorbereitung für das Polytechnikum von ſiebenjährigen Realſchulen übernommen werden kann, welche nur ſechs Klaſſen, aber zweijährige Prima haben. Wohl alle Realſchulen unſrer klei⸗ neren Städte vermögen dieſe einfachere Form der Organiſation anzuſtreben.

Wenn wir für Worms zunächſt dieſe Form der Organiſation annehmen, gleichwohl aber dem facultativen Latein ein Plätzchen ſichern, ſo ermöglichen wir unſrer Realſchule den Proceß naturgemäßer Entwicklung. Warten wir nun ruhig ab, ob das Latein, eine Eigen⸗ thümlichkeit des Realgymnaſiums, als facultativer Lehrgegenſtand der Realſchule zu Worms zu proſperiren vermag. In dem zu Oſtern 1871 erſchienenen Programm der Realſchule zu Alzey ſchrieb ich(S. 44):So lange man in den beiden größten Städten unſres Landes noch nicht daran denkt, ſelbſtändige Realſchulen 1. Kategorie zu gründen, kann nach den jetzigen Verhältniſſen unſres Realſchulweſens, in denen die Erweiterung unſrer Realſchulen ſucceſſive herbeigeführt werden muß, die wahrhaft nützliche Organiſation unſres Realſchulweſens durch dieſe Formel bezeichnet werden: ſiebenjährige Realſchule 2. Ordnung mit organiſch damit ver⸗ bundener achtjähriger Realgymnaſtaleinrichtung. An dieſer Formel halte ich nach den vorangehenden Ausführungen, welche nichts Anderes als eine Entwicklung derſelben ſind, auch heute

feſt. Ich habe ſie für die hieſigen Verhältniſſe bearbeitet.

E. Aeber einige beſondere Vedingungen einer erkolgreichen Llleiterentwirtlung unſrer Anstalt. Ich muß offen ſein. Während ich in den Annalen der Anſtalt blättere und an dieſer Arbeit ſchreibe, erfaßt mich oft das peinlichſte Gefühl; ich möcht' es Entſetzen nennen! Kein Wort nöcht' ich ſchreiben; denn ich weiß, daß unſre Schule nur ein in ſich gekehrter, jahrelanger, ſtiller Fleiß, gerechtes Verſtändniß der verſchiedenartigen modernen Bildungsrichtungen und Friede unter allen ihren Freunden, thatkräftige und bereitwillige Unterſtützung der Regierung und der Stadt Worms, aus einer Lage retten kann, die für einen Director um ſo peinlicher iſt, als er, wenn er mehr zu ſehen und tiefer zu ſehen vermag, als die ferner ſtehenden, noch dazu in der Lage iſt, auch ſchweigend