Aufsatz 
Über die nächsten Aufgaben des Gymnasiums und der Realschule zu Worms, nebst einem Anhange: Die Bedeutung und Stellung der Vorschule
Entstehung
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nämliche Princip, wie die Elementargeometrie, nämlich auf das der Anſchauung ſich gründet, wodurch der Uebergang zu der neuen Disciplin weſentlich erleichtert iſt, ganz abgeſehen davon, daß dieſem Princip eine größere bildende Kraft zugeſchrieben werden muß, als dem der analytiſchen Geometrie, deren Reſultate zwar dem Schüler oft überraſchend, aber weil er den mit den Prämiſſen verbindenden Faden nicht unmittelbar, ſondern nur an der Hand der abſtracten Rechnung zu verfolgen vermag, iſolirt und zuſammenhanglos erſcheinen. Dr. Stoll's Werkchen iſt ſelbſt dazu beſtimmt,Schülern der oberen Klaſſen von Gymnaſien und Realſchulen die Möglichkeit zu bieten, die Methoden der neueren Geometrie kennen zu lernen, ohne mit einem Sprung den Standpunkt verlaſſen zu müſſen, den ſie bei ihrem ſeitherigen Studium der Elementargeometrie eingenommen haben; es ſoll gewiſſer⸗ maßen eine Brücke ſein, die ihnen dieſen Uebergang von der älteren zur neueren Behandlungsweiſe der ſynthetiſchen Geometrie erleichtert. Die deſcriptive Geometrie wird von der ſiebenjährigen Realſchule in enger Beziehung zur Mathematik und für die geförderten Schüler eventuell unter Bezugnahme auf den Unterricht in der neueren ſynthetiſchen Geometrie gelehrt werden können.

b. Die entſprechende Förderung unſres Zeichenunterrichts.

Diejenigen Schüler, welche demnächſt in die Bau⸗, Ingenieur⸗ oder Maſchinenbauſchule ein⸗ treten ſollen, müſſen in der Realſchule eine bedeutende Sicherheit im Freihand⸗ und Linearzeichnen gewonnen haben. Sie müſſen in der Handhabung der Reißfeder und des Pinſels, in der Anfertigung von Situationsplänen, Maſchinenzeichnungen u. dgl. eine gewiſſe Sicherheit ſich angeeignet haben. Im Freihandzeichnen ſollen ſie mindeſtens ſoweit geführt ſein, daß ſie einfache Körper, Gyps⸗ ornamente u. A. richtig aufzufaſſen, in ihren Formen und weſſentlichſten Licht⸗ und Schatten⸗ verhältniſſen zweckentſprechend und beſtimmt, wenn auch nicht in künſtleriſcher Vollendung darzuſtellen im Stande ſind. Der Unterricht im Freihandzeichnen muß alſo darauf ausgehen, in einem auf's Ziel direct und unverwandt hinſchreitenden Lehrgang der Schüler zum Zeichnen nach der Natur zu befähigen. Dies ermöglichen viele treffliche Unterrichtsmittel der Gegenwart, z. B. die Wandtafel⸗ Vorlagenwerke von Troſchel, Kumpa, Herdtle, an welche ſich z. B. das Vorlagenwerk für ausgeführtes Ornamentzeichnen von Carot anreihen kann. Und wenn in dieſer Weiſe die erforderliche Technik erworben iſt, ſo iſt es eine Freude, ganze Klaſſen nach den unter der Leitung der Königl. Württembergiſchen Centralſtelle für die Förderung der Gewerbe ꝛc. angefertigten Gyps⸗ modellen zeichnen zu laſſen, welche die genannte Centralſtelle mit höchſt anerkennenswerther Liberalität auch an außerwürttembergiſche Lehranſtalten zu billigſten Preiſen abgibt.

Die vorſtehenden Bemerkungen ſollten nur dazu dienen, ganz kurz anzudeuten, auf welchem Wege der Zeichenunterricht einer Realſchule zukünftige Techniker erziehen kann. Soll aber dieſer Weg betreten werden, ſo müſſen unſrer an allen Unterrichtsmitteln ſo ſehr armen Anſtalt zunächſt außerordentliche und ſpäter regelmäßig in jedem Voranſchlag wiederkehrende Fonds zur Anſchaffung von bedeutenderen Zeichenvorlagen, Gypsmodellen, Büſten u. dgl. dargeboten werden. Wir bedürfen außerdem einen mit dem richtigen Lichte verſehenen und zweckmäßig eingerichteten Zeichen⸗ ſaal. Sogar Anſtalten kleinerer Städte unſres Landes erfreuen ſich längſt ſolcher Ausſtattung.

c. Die Erweiterung des Unterrichts in der Chemie. An mehreren ſechsjährigen Realſchulen unſres Landes hat man kein Bedenken getragen, in den drei oberen Jahrescurſen die anorganiſche Chemie in der Ausführlichkeit des bekannten Lehrbuchs von Arendt zu lehren, ja dieſes Buch in die Hand der Schüler zu geben und dasſelbe vollſtändig