Aufsatz 
Über die nächsten Aufgaben des Gymnasiums und der Realschule zu Worms, nebst einem Anhange: Die Bedeutung und Stellung der Vorschule
Entstehung
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Zuſammenfaſſung der wichtigſten Sprachgeſetze hinſteuern. Solche Lehr⸗ und Leſebücher bieten häufigſt Unterrichtsſtoffe, welche, indem ſie jenem grammatiſchen Schneckengang dienſtbar ge⸗ macht werden, den Schüler lange Zeit nicht über das Niveau der alltäglichſten Vorſtellungen er⸗ heben. Und wenn dann in dieſer Weiſe eine gewiſſe Kenntniß der grammaticaliſchen Elemente gewonnen worden iſt, ſo wird alsbald von Vielen anſtatt eines den Verſtand übenden tieferen Ein⸗ dringens in den Geiſt der fremden Sprache und ihrer Literatur, anſtatt der Vertiefung in die charakteriſtiſchen Ideen der modernen Völker vorzeitige Sprechfertigkeit begehrt; und ſo kommt es nur zu häufig vor, daß der geiſtige Gewinn des Unterrichts in den neueren fremden Sprachen auch nicht annähernd zu vergleichen iſt mit einem richtigen Unterricht in den antiken Sprachen und Literaturen. Damit ſoll freilich weder geſagt ſein, daß heutzutage jeder Unterricht in den alten Sprachen fruchtbringender ſei, als derjenige der neueren Sprachen, noch daß der Inhalt der neueren Sprachen an ſich den alten an Ideenreichthum unbedingt nachſtehe. Freilich iſt's Thatſache, daß viele Erzeugniſſe der neueren Literaturen, welche den Vergleich mit gewiſſen claſſiſchen Schriften der Alten auszuhalten vermögen, in unſren Realſchulen, welche zu ſehr dem alltäglichen Bedürfniß zu huldigen gezwungen werden, theils keine Stelle gefunden haben, obwohl dies möglich wäre, theils ſchwerer zu verſtehen ſind, als die einfacheren Alten. Die oben angedeuteten Mißſtände des modernen Sprachunterrichts laſſen ſich nun aber vermeiden, wenn man dem Curſus der Realſchule eine angemeſſene Dauer verleiht, jedem Unterrichtsjahr einen entſprechenden Unterrichts⸗ ſtoff zuweiſt, welcher feſtgehalten werden muß, und wenn namentlich dafür Sorge getragen wird, daß das eigenthümliche Penſum einer höheren Stufe nicht in einer vorausgehenden Klaſſe verfrüht in Angriff genommen und deshalb in unangemeſſener Weiſe behandelt wird. Werden dieſe Grund⸗ ſätze befolgt, ſo zeigt es ſich, wie der Unterricht in den neueren Sprachen in erſter Linie der all⸗ gemein menſchlichen Erziehung des Schülers, ſodann aber auch einer beſſeren berufsmäßigen Vor⸗ bildung des künftigen Kaufmanns u. ſ. w. zu dienen vermag. Wie es unſre Abſicht iſt, gewiſſe franzöſiſche Unterrichtsbücher, d. h. den franzöſiſchen Lehrgang von Plötz in unſre Anſtalt ein⸗ zuführen, ſo ſchließen wir uns auch deſſen Anſichten über den mündlichen Gebrauch der franzöſiſchen Sprache an. Plötz erinnert ſelbſt daran, daß der Gebrauch der fremden Sprache, namentlich in den der Grammatik gewidmeten Stunden, entſchiedene Gegner unter den deutſchen Lehrern habe, doch glaubt er, daß dieſe Unrecht thun, wegen des Mißbrauchs, der mit dieſer Praxis getrieben werden kann und von franzöſiſchenmattres häufig bis zur Hervorbringung eines ganz leeren Scheinweſens wirklich getrieben worden iſt, die Sache ſelbſt zu verdammen.In der That traurig würde es ſtehen mit dem praktiſchen Reſultate des franzöſiſchen Studiums auf deutſchen Realſchulen, wenn nach fünfjährigem Unterrichte die Primaner derſelben nicht einmal befähigt ſein ſollten für das Verſtändniß eines ihnen mündlich überlieferten Gedankens in der fremden Sprache, einer Erklärung oder Auseinanderſetzung über etwas ihnen durchaus Neues. Plötz will ſonach die eigentliche franzöſiſche Converſation der zweijährigen Realſchulprima nach vorausgegangenem fünf⸗ jährigen Unterricht in der franzöſiſchen Sprache zuweiſen, indem er freilich auf den unteren und mittleren Unterrichtsſtufen dieſe Leiſtung der höheren Stufe vorbereitet und ermöglicht. Auch die ſiebenjährige Realſchule 2. Ordnung zu Eſſen, deren Einrichtungen ich in vorliegender Arbeit für die ähnlichen Verhältniſſe der Handels⸗ und Fabrikſtadt Worms mehrfach empfehle, überweiſt die eigentliche Converſation der zweijährigen Prima. Plötz will dieſe Uebung nach und nach anbahnen. Was in der Prima und Secunda geleiſtet werden ſoll, ſagt er,muß von Quinta(wir ſagen: