Aufsatz 
Betrachtungen über Organisation und die staatliche Stellung der Realschulen des Großherzogtums Hessen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

40

Georg Weihrich wurde im Jahre 1843 zu Bensheim an der Bergſtraße geboren. Er beſuchte zuerſt die Elementarſchule, dann ſeit Oſtern 1854 das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt, welches er Herbſt 1861 verließ, um ſich auf der Univerſität Gießen vorzugsweiſe mathematiſchen und phyſikaliſchen Stu⸗ dien zu widmen. Eine von der philoſophiſchen Facultät geſtellte und von ihm bearbeitete Preisfrage über die Vertheilung des Magnetismus in weichen Eiſenſtäben, welche als Anker an Magnete ange⸗ legt ſind wurde des Preiſes für würdig erachtet. Ein Auszug hiervon erſchien in Poggendorff's An⸗ nalen der Phyſik. Nachdem er der Prüfungscommiſſion für die Gymnaſiallehramtsacceſſiſten vom ma⸗ themat. Standpunkt eine Abhandlungüber die Naumcurve 3. Ordn. und die abwickelbare Fläche 3. Klaſſe vorgelegt, beſtand er das Examen im Auguſt 1864. Den vorgeſchriebenen Acceß machte er am Gymnaſium zu Bensheim vom Herbſt 1864 bis Herbſt 1865. Hierauf wirkte er zwei Jahre lang an der Erziehungsanſtalt des Herrn Bender zu Weinheim a. d. Bergſtraße, wo er eine kleine Arbeit über den Unterricht in Chemie und Phyſik zu dem Programm von 1866 ſchrieb. Von da ſiedelte er nach Alzey über.

Dr. Karl Oſann, geb. 1833 in Gießen, beſuchte daſelbſt und in Kaſſel das Gymnaſium und ſtudirte von 1852 55 in Gießen und Bonn Philologie und Jurisprudenz. Nachdem er in letzterer Wiſſenſchaft ſein Examen beſtanden hatte, unterzog er ſich dem vorgeſchriebenen Acceß bei dem Hofgericht in Gießen u. ſ. w. Aus Neigung widmete er ſich dann einige Jahre der Erlernung des Buchhandels in Frankfurt a. M. und Lyon. Da er jedoch auch hierin die gehoffte innere Befriedigung nicht fand, ſo kehrte er zu ſeiner Jugendncigung, der Philologie und Pädagogik, zurück. Zu dem Zwecke ſtudirte er in Gießen von 186366. Darauf begann er nach gemachtem Examen den Acceß am Gymnaſium zu Darmſtadt und ſetzte denſelben, indem er zugleich eine erledigte Lehrerſtelle vicarirte, am Gymnaſium zu Gießen fort. Durch Verfügung Großh. Oberſtudiendirection vom 15. Nov. v. J. wurde derſelbe zum prov. Lehrer an unſerer Anſtalt ernannt.

4. Am 4. September machten die Schüler unſerer Anſtalt, am frühen Morgen aufbrechend, in Begleitung der Collegen Dr. Diehl, Heiß, Dr. Haupt und Pabſt, ſowie des Unterzeichneten, einen fröhlichen Ausflug in das Vorholz bei Offenheim. Nachdem wir daſelbſt geraſtet, wanderten wir über Niederwieſen nach Wendelsheim und gelangten mit einbrechender Nacht in Alzey an.

5. Durch Allerhöchſtes Decret vom 23. Nov. v. J. wurde der Gymn.⸗Acceſſiſt Joſeph Pabſt, bis dahin proviſoriſcher Lehrer an der hieſigen Realſchule, zum ordentlichen Lehrer an unſerer Anſtalternannt.

Joſeph Pabſt wurde im Jahre 1841 zu Darmſtadt geboren. Er beſuchte daſelbſt die Privat⸗ lehranſtalt des Herrn Schmitz, bis er Oſtern 1852 in das Gymnaſium zu Darmſtadt überging. Nachdem er im Herbſte 1858 das Maturitätsexamen beſtanden, bezog er die Univerſität Gießen. Dort abſolvirte er im Herbſte 1862 das Examen für die Gymnaſial⸗Lehramts Candidatur vom philologiſchen Stand⸗ punkte aus. Den vorgeſchriebenen Acceß machte er an dem Gymnaſium zu Darmſtadt, war aber zugleich als Lehrer an dem Knaben⸗Inſtitute des Herrn Schmitz thätig, an welcher Anſtalt er bis Oſtern 1866 wirkte. Durch Verfügung Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction wurde er ſeit April 1866 zunächſt als Vicar an der hieſigen Realſchule verwendet, bis ihm eine in Folge der Erweiterung dieſer Anſtalt neu errichtete Lehrerſtelle durch Allerhöchſtes Decret definitiv übertragen wurde.

6. Für die im Folgenden verzeichneten Geſchenke, welche unſerer Anſtalt zu Theil wurden, ſagen wir unſern verbindlichſten Dank.

Von Großherzogl. Oberſtudien⸗Direction wurden geſchenkt: Notizblatt des Vereins für Erdkunde ꝛc. zu Darmſtadt und des mittelrheiniſchen geologiſchen Vereins, herausgegeben von Ewald, 1867, Nr. 65, 66. 69 72. Beiträge zur Statiſtik des Großh. Heſſen, Band 7 und Band 8, Heft 1. Geologiſche Ueberſichtskarte des Großherzogthums Heſſen, von Ludwig.