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3. Um in die 4. Klaſſe aufgenommen zu werden, iſt es im Allgemeinen erforderlich, daß der Knabe 10 Jahre alt iſt. Es wird aber von uns gewünſcht, daß der Eintritt in unſere Anſtalt ſchon früher erfolge, weil, wie man auf Seite 30 dieſes Programms lieſt, in unſerer 5. Klaſſe oder Vorſchule der wirkliche Anfang unſeres Lehrkurſus gemacht wird.
Von ſolchen Knaben, welche erſt in die 4. Klaſſe eintreten ſollen, wird gefordert:
1. Geläufigkeit im Leſen deutſcher und lateiniſcher Druchſchrift; 2) Leſerliche und reinliche Handſchrift; 3) Fertigkeit, Dictirtes ohne grobe Fehler niederzuſchreiben; 4) Sicherheit in den vier Grundrechnungsarten in ganzen Zahlen; 5) Elementare Kenntniſſe in der Religionslehre und bibliſchen Geſchichte, ſowie in der Erd⸗ kunde; 6. Im Allgemetnen dasjenige Penſum der franzöſiſchen Sprache, welches in unſerer Llaße V. oder der Vorſchule abſolvirt wird; Näheres darüber ſieh auf S. 30 dieſes Programms.
4. Der Eintritt in eine höhere Klaſſe wird ſtreng abhängig gemacht von dem Nachweis Vorkenntniſſe, welche nach dieſem Programm in der nächſtvorhergehenden Klaſſe erlangt werden.(Vgl. 26-29.)
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Großherzogliche Direction der Realſchule zu Alzey. Dr. Becker.
deren höheren Lehranſtalten Vorbereitungsklaſſen verbunden ſind. Bei der onerden Lufzählung bedeutet der in der Klammer ſtehende Buchſtabe G, daß die betreffende Anſtalt ein Gymnaſium iſt; R. S. 1. O. bezeichnet eine Real⸗ ſchule erſter Ordnung; R. S. 2. O.= Realſchule zweiter Ordnung; H. B.= höhere Viederfgit Pr. G.= Progym⸗ naſium. Die dabei ſtehende Ziffer gibt die Zahl der Vorklaſſen an, welche mit einer Anſtalt verbunden ſind.— Vorbereitungsklaſſen ſind in: Trier(R. S. 1. O.) 1, Saarbrück(G.) 1, Düren(H. B.) 2, Jülich(Pr. G.) 1, Rheydt (H. B.) 1, Crefeld(R. S. 2. O.) 1, Duisburg(G. u. R. S. 1. O.) 2, Barmen(R. S. 1. O. u. Pr. G.) 2, Elberfeld(G.) 1,(R. S. 1. O.) 2; Dortmund(G u. R. S. 1. O.) 1, damm(G.) 1, Bielefeld(G. u. R. S. 2. O.) 1, Erfurt(R. S.
1. O) 4, Zeitz(G.) 1, Wergeode(G.) 1, Halberſtadt(G.) 2, Burg(R. S. 2. O.) 2, Magdeburg(G.) 1, Inowraclaw, (G.) 1, Bromberg,(G.) 3„G. S. 25 2; Frauſtadt(N. S. 1. O.) 1, Poſen(Marien⸗G.) 1,(Friedr. Wilh.⸗G) 3 Oppeln,(G.) 1, Görlitz(6) 2,(N. 8. O.) 2, Bunzlau(G.) 1, Sagan(G) 1, Groß⸗Glogau(Evang. G.) 2,(Kath.⸗G.) 1, Liegnitz(6) 1„Breslau(St. ee 3,(St. Maria Magd.⸗G.) 6,(Friedr.⸗G.) 2,(Matthias⸗G.) 2,(R. S. 1. O.) 3, Stralſund(G.) 1. Lauenburg(H. B.) 1, Stolp(G. u. H. B.) 2, Neuſtettin(G.) 1, Colberg(G. u. R. S. 2. O.) 3, Treptow a. R.(G.) 3, Greifenberg(G.) 1, Stargard(G.) 2, Pyritz(G.) 2, Demmin(Pr. G.) 2, Anclam(G.) 1, Stettin(G) 3,(R. S. 1. O.) 5. Lübben(R. S. 2. O.) 2, Tpiemderg.(. B.) 3, Cüſtrin(R. S. 2. O.) 2, Frankfurt a. d. O.(N. S. (1. O.) 3, Neuſtadt⸗Eberswalde(H. B.) 3, Wittſtock(R. S. 2. O.) 2, Spandau(G.) 4, Brandenburg a. d. H.(N. S. 1. O.) 3, Charlottenburg(Pr. G.) 3; Berlin(Kgl. Realſchule u. Friedr.⸗Wilh.⸗G.) 10,(Friedr.⸗G. u. Friedr.⸗R. S. 1. O.) 5,(Wilh.⸗G.) 3,(Luiſenſtädt. R. S. 1. O) 4,(Dorotheenſtädt. R. S. 1. O.) 4,(Stralauer H. B.) 3, Conitz(G.) 1, Thorn(G. u. 13 S. 1. O.) 1, Culm(G.) 1,(H. B.) 1. Graudenz(R. S. 2. O.) 2, Marienburg(G.) 1, Elbing, (G.) 1,(N S. 1. O.) 1, Neuſtadt, W. Pr.(G.) 1, Danzig(G.) 1,(R. S. zu St. Petri u. Pauli) 1,(R. S. zu St. Johann) 1, L G.) 3,(N S. 1. O.) 3, Inſterburg(G. u. R. S. 1. O) 1, Gumbinnen(G.) 1, Königsberg (Friedr. Colleg. G.) 3,(Altſtädt. G.) 1,(beide Realſchulen) 2, Memel(G.) 1.— Im Vorſtehenden haben wir 171 Vor⸗ bereitungsklaſſen verſchiedener Städte Preußens, aus dem Jahre 1864, aufgezählt. Genaueres bei Wieſe, das höhere Schulweſen in Preußen, Abſchn. III.(S. 50— S. 410.) Für hieſige Verhältniſſe fügen wir die Bemerkung hinzu, daß z. B. die preußiſche Unterrichtsordnung ſür die Realſchulen ausdrücklich es empfiehlt, mit Realſchulen Vorſchulen zu verbinden, welche, wenn möglich, zwei Klaſſen haben ſollen, damit man erkenne, daß ſol he höhere Voeſchulen eine weſent⸗ lich a dere Aufgabe haben, als die elemen aren ſtädtiſchen Schulen. Laſſen wir hier Wieſe, den vortragenden Rath im Unterrichtsminiſterium zu Berlin reden, er ſagt:„Die Elementarſchulen verfolgen in der Regel eine we⸗ ſentlich andere Aufgabe, als die Schüler für die unterſte Stufe höherer Schulen vorzubilden und ſind deshalb, zumal bei überfüllten Flaſſen, lein'swegs immer im Stende, Knaben im 10. Lebensjahre mit den vor⸗ erwähnten Kenntniſſen und Fertigkeiten zu entlaſſen. Es ſind deshald, um zur Erlernung der erforderlichen Elementar⸗ le intniſſe in derſelben Anſtalt Gelegenbeit zu geben, in ventrer Zeit mit vielen Gymnaſien und Reallehranſtalten
Vorſchulen von 1, 2 und mehrKlaſſen verbunden worden.“(S. Wieſe, das baherr Sihulweſen in Preußen S. 31.)
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