Aufsatz 
Apologetische Würdigung der Kindertaufe
Entstehung
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taufen. Hier alſo iſt die Kraft, das innerlich Wirkende, was die Taufe des neuen Bundes charakteriſiren und ſie von jeder anderen Taufe ſcharf abgrenzen werde, ſchon beſtimmt ausgeſprochen.

Mehr noch tritt dieſes hervor Joh. 3, 3 8., wo dem Nicodemus der ganze Ernſt der evangeliſchen Forderungen vorgehalten wird:Es ſei denn, daß Jemand von Neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht ſehen. Und weiter:Es ſei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Waſſer nund Geiſt, ſo kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleiſch geboren wird, das iſt Fleiſch, und was vom Geiſt geboren wird, das iſt Geiſt. Und daß Nicodemus ein irdiſch Bild von einem Vorgang babe, deſſen Wirkung wohl zum Theile; aber deſſen innere wirkende Kraft man nicht ſeben kann, wird er hingewieſen auf den Wind, deſſen Sauſen man wohl hört, aber da man nicht weiß, von wannen er kommt, noch wohin er fährt. Beſtimmt genug iſt bier die Taufe in ihrer äußerlichen, wie innerlichen Materie(materia terrestris et coelestis), dem Waſſer, wie dem heil. Geiſte, kenntlich gemacht; ihre zeitliche Wirkung, wie ihre himmliſche, uns in der Wiedergeburt und im Sehen des Reiches Gottes vorgeführt; ihre unbedingte Nothwendigkeit aufgezeigt, da, was vom Fleiſch kommt, Fleiſch iſt, und alſo des Fleiſches Schickſal verfällt; wie endlich auch das Unbegreifliche in der Taufe für den irdiſchen Menſchen gedeutet.

Eben die Wiedergeburt mit ihrem Abbild unſerer erſten Geburt, läßt uns das Sacramentale der Taufe ſchon entſchiedener hervortreten, als es in den erſt erörterten Stellen grade zunächſt ſich darlegte. Dem AusdruckeWiedergeburt⸗ mangelte die Wahrheit, wenn darunter ein Sichſelbſtbeſſern, ein eigenes Ergreifen der Gnade mit unſrer Kraft, zu verſtehen wäre. Bei der natürlichen Geburt iſt ja die Unthätigkeit deſſen, der geboren wird, das zunächſt in die Augen Fallende.

Ap. Geſch. 1, 5 nennt wieder den Unterſchied zwiſchen der Taufe Johannis und der chriſtlichen Taufe. Kap. 2, 38. 39 fordert die Taufe zur Vergebung der Sünde, mit der Verheißung des heil. Geiſtes, und der Hinweiſung auf die Allgemeinheit die⸗ ſer Verheißung. Kap. 8, 9 17 erzählt, wie in Samarien von Philippus getauft wurde, ohne daß ſobald ſich die Wirkungen des Gottesgeiſtes offenbaren wollten, da

eben der Samariter Glaube nur ein äußerlicher, mehr durch Wunderthaten geweckter, 4.