Aufsatz 
Zur Geschichte der Schule : 1. Teil: Das Philanthropin 1804-1813 / Hermann Baerwald
Entstehung
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B. H. Goldſchmidt'ſche Stipendienſtiftung.

Der Unterzeichnete iſt als Director der Real⸗ und Volksſchule der hieſigen israelitiſchen Ge⸗ meinde ſtatutenmäßig in die Verwaltung der B. H. Goldſchmidt'ſchen Stipendienſtiftung ein⸗ getreten. In der Sitzung vom 5. Januar c. wurde er zum Vorſitzenden gewählt und er erfüllt zum erſten Male die angenehme Pflicht, über das verfloſſene Verwaltungsjahr der Stiftung Be⸗ richt zu erſtatten.

Nachdem in den beiden vorangegangenen Jahren die an die Stiftung herangetretenen An⸗ forderungen der Art waren, daß der Etat überſchritten werden mußte, war es diesmal, ohne Zurückweiſung wohlbegründeter Geſuche, möglich, das Deficit der früheren Jahre annähernd aus⸗ zugleichen.

Stipendiaten der Stiftung waren im abgelaufenen Jahre fünf. Je einem Studirenden der Philoſophie und der Jurisprudenz konnten, nachdem ſie ihre Univerſitätsſtudien mit ausgezeich⸗ netem Erfolge vollendet hatten, die Mittel zu ihrer weiteren wiſſenſchaftlichen Ausbildung geboten werden, einem Mediziner, der mit Hilfe der Stiftung ſeine Studien und wiſſenſchaftlichen Prü⸗ fungen abſolvirt, wurden die Mittel zur Anſchaffung nothwendiger Apparate und Inſtrumente bewill igt, endlich erhielten zwei, von ihren Lehrern beſonders günſtig empfohlene Gymnaſiaſten anſehnliche Stipendien.

Durch die Muniſicenz ihres Gründers ſind die Mittel der Stiftung im Laufe des ver⸗ floſſenen Jahres wiederum bedeutend vermehrt worden.

I. In einem Wien, 23. April 1868 datirten Schreiben machte Herr B. H. Goldſchmidt der Verwaltung die Mittheilung: Er denke wohl zu thun, bei Gelegenheit ſeines ſiebzigſten Ge⸗ burtstages das Capital der Stipendienſtiftung zu verſtärken. Zu dieſem Zwecke übergebe er der Verwaltung 4 Stück öſterreichiſcher 500 Guldenlooſe von 1860 mit der Beſtimmung, dieſelben dem Capitalfond hinzuzufügen, die Zinſen aber für die laufenden Bedürfniſſe der Stiftung zu verwenden.

II. In der Sitzung vom 5. Januar c., in welcher der Gründer der Stiftung, als ſtän⸗ diges Mitglied der Verwaltung, anweſend war, machte derſelbe den verſammelten Mitgliedern der Verwaltung folgende Mittheilung:

1) Er habe beſchloſſen, ſeiner Stiftung eine neue Schenkung von 10,000 Gulden fünf⸗ procentige öſterreichiſche Rentenobligationen in Silber verzinslich zuzuwenden.

2) Da bei der geſetzlich angeordneten Converſion der öſterreichiſchen Staatsſchuld das aus 50,000 Gulden dreiprocentige Metalliques⸗Obligationen beſtehende Stiftungs⸗ capital ſich in 30,000 Gulden fünfprozentige öſterreichiſche Rentenobligationen, in