Sprache und Dichtung überging. Darauf wurden die vier Büsten in der Eingangshalle auf- gestellt, Lessing's Büste mit Lorbeer bekränzt. Sie deuten jetzt gleich dem Eintretenden an, daß wir auch in unsrer Realschule ein ideales Streben verfolgen.
Am 22. März, am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers, wird der Direktor die Festrede halten.
Wie früher, machten auch in diesem Jahre die Schüler der obern Klassen von dem freundlichen Entgegenkommen des Physikalischen Vereins bezüglich der populär-wissenschaft- lichen Vorträge am Mittwoch Nachmittag Gebrauch.
Der zu herabgesetzten Preisen dargebotenen Vorstellung des-Wilhelm Tell« im Opern- hause wohnte eine größere Anzahl von Schülern an; es wurde aber beschlossen, alle derartige, wenn auch edle Vergnügungen, in das Privatleben zu verweisen und nicht von seiten der Schule zu organisieren. So wurde auch von dem Anerbieten der Direktion des Panoramas(Schlacht bei Sedan), den Zutritt den Schülern in größerer Zahl und unter Leitung der Lehrer zu wesentlich herabgesetztem Preise zu eröffnen, kein Gebrauch gemacht, so dankenswert dieses Entgegenkommen erscheinen mag. Je mehr die Schule im Stande ist, nicht nur den wissen- schaftlichen Anforderungen mit ihren ÜUnterrichtsmitteln zu genügen, sondern auch in ihren Räumen das ethische Gemeinschaftsleben zu pflegen, desto weniger wird sie als Schule diese Elemente außerhalb suchen.
b. Amtsantritt und Austritt von Lehrern.
1. Amtsantritt und Anstellung von Lehrern.
Am 1. April 1880 traten als ordentliche Lehrer ein:
1. Dr. Paul Bode, geboren den 26. August 1854 zu Brandenburg a. H., besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte zu Bonn und Berlin Mathematik und Naturwissen- schaften, bestand das Examen für das höhere Lehrfach im März 1879 zu Bonn, promovierte daselbst 1879 mit einer Abhandlung über die Oberflächenspannung der Flüssigkeiten. Von Ostern 1877 bis Ostern 1879 war er als Lehrer der Mathematik und Naturwissenschaften an der Privatlehranstalt des Licentiaten Dr. Krumm in Groß-Winternheim thätig. Von Ostern 1879 bis Ostern 1880 leistete er sein Probejahr an der Musterschule ab, wobei er vom 1. Oktober an eine volle Hülfslehrerstelle bekleidete, woraus dann Ostern 1880 seine definitive Anstellung hervorging. 3
2. Hermann Kahle, geboren den 5. November 1853 zu Hannover, besuchte das Lyceum zu Hannover und studierte dann zu Göttingen klassische Philologie, in welcher er sich auch bei der Staatsprüfung die Hauptfacultas erwarb. Er war seit Juli 1878 als Hülfslehrer an der höheren Bürgerschule zu Dortmund thätig, bis er Ostern 1880 als ordentlicher Lehrer an die Musterschule berufen wurde.
3. Als Hülfslehrer an der Vorschule trat ein: Adolf Müller von hier.
Zur Abhaltung des Probejahrs waren der Musterschule überwiesen Rudolf Schreiber und Dr. Heinr. August Fleck. Ersterer fand ausgedehnte Verwendung in den Vertretungen der Herren Reiff und Bautz II., während letzterer zugleich als Hülfslehrer an der Bethmann- schule thätig war.


