Sabel. Blumenthal. Loewe. 151
Tode ihrer Mutter, einer Cochter des ehemaligen Lehrers Jakob Bechhold, 1884 deeunſee erkrankter Lehrer und Lehrerinnen an unſerer Schule begründet
Wenige Monate nach dem Ausſcheiden Sabels wurde ein anderer Senior des Lehrerkollegiums, Julius Blumenthal, der vornehmlich den naturgeſchicht⸗ lichen Unterricht erteilte, ſeinem Wirken durch den Cod entriſſen; im folgenden Jahre 1873 erlag, erſt 42 Jahre alt, Dr. Guido LCoewe einem Schlaganfall, der ihn mitten im Unterricht getroffen hatte. Von ſeinem Vater, dem Rabbiner zu Ratibor, einem der bedeutendſten Talmudgelehrten des vergangenen Jahrhunderts, hatte Coewe den ſcharfen Verſtand, die ſtrenge Rechtlichkeit der Geſinnung und die treue Anhaänglichkeit zum angeſtammten Glauben überkommen, die ihn alle Kränkungen und Hurückſetzungen, die er in der Raumerſchen Seit ſeiner Religion wegen erdulden mußte, leicht überwinden ließ. Länger als 12 Jahre hatte er in unſicheren Stellungen und unter mannigfachen Entbehrungen als privatlehrer um ſeine Exiſtenz kämpfen müſſen; endlich fand er 1864 hier die erſehnte aus⸗ giebige Lehrtätigkeit. Ceider hat er nur 9 Jahre ſeine reichen Geiſtesgaben dem Philanthropin widmen duͤrfen!
Stiftungen. B. H. Goldſchmidt, C. mM. Maas.
Wenige Monate vor Loewe ſtarb Benediht Hayum Goldſchmidt, einer der edelſten Männer Srankfurts, der die dankbare Geſinnung für unſere Schule, welcher er ſeine Vorbildung verdankte, durch ſein ganzes Leben betätigt hat und eine Erwähnung an dieſer Stelle wohl verdient. Die Witwen⸗ und Waiſenkaſſe der Schule, die Creizenach⸗Stiftung, hat er, wie bereits erwähnt, begründet und bei jeder Gelegenheit reich bedacht; auf Anregung und unter Beihilfe Sterns rief er ferner 1856 zur Unterſtützung junger Leute jüdiſcher Religion in ihrer wiſſenſchaftlichen oder techniſchen Ausbildung die nach ihm benannte Stipendien⸗ ſtiftung ins Ceben; auf den Rat Baerwalds erweiterte er ſie 1872 über die lokalen Grenzen, die ihr bisher gegeben waren, zu Gunſten jüdiſcher Philologen, Theologen und Seminariſten. Mehr als 200 Studierenden iſt ſeither durch die Stiftung die Sorge um die Exiſtenz während der Studienzeit abgenommen und die Möglichkeit gegeben worden, ausſchließlich ihrem Ziele zuzuſtreben. Hatte B. H. Goldſchmidt ſeine Wohltaten den jüdiſchen Studierenden zugewandt, ſo gewährte ein anderer edler Mann, Louis Mayer Maas, durch Begründung der Maasſchen Stiftung armen jüdiſchen Kindern die Mittel zum Beſuch von hieſigen Schulen und Sortbildungsanſtalten; auch dieſe Stiftung wurde der Verwaltung des Direktors, der bei ihrem Entſtehen tatkräftig mitgewirkt hatte, unterſtellt. Goldſchmidt wie Maas hatten ihre Stipendienſtiftungen ausſchließlich für Ifraeliten beſtimmt, nicht etwa aus engherziger Geſinnung, die ihrem Weſen durchaus fremd war, ſondern weil iſraelitiſche Schüler und Schülerinnen zu ihrer Seit notoriſch von den Wohltaten aller Stiftungen, die Unterrichtszwecken dienten, ausgeſchloſſen waren. Als ſpäter die Gebrüder Hacharias und Iſaak Königs⸗ warter eine reich ausgeſtattete Unterrichts⸗ und Stipendienſtiftung ſchufen, als dann


